Open Lakehouse: Was „offen“ wirklich heißt und wo es nur Marketing ist

Zwei Kollegen vor einem Whiteboard mit der Überschrift „Open Lakehouse: fünf Schichten, jede muss offen sein“: Speicher (S3/ADLS/GCS) und Tabellenformat (Delta/Iceberg) sind offen, Engine (Spark/Trino) meist offen, Katalog und KI-Wartung bleiben Lock-in-Fragen, mit dem Hinweis „offen ist Checkliste, kein Wort“
Lesezeit8 Min
Zuletzt aktualisiert15.7.2026
Zusammenfassung

Die Kernaussagen auf einen Blick.

  • Ein Open Lakehouse verspricht, dass jede Schicht der Architektur (Speicher, Tabellenformat, Engine, Katalog) auf offenen Standards läuft und keine an einen Anbieter bindet.
  • Auf der Speicher- und Formatebene löst dieses Versprechen ein, der Lock-In ist von dort nur eine Schicht nach oben gewandert: in den Katalog, die KI-Verwaltung und die automatische Tabellen-Wartung.
  • Vor jeder Plattform-Entscheidung lohnt die Prüfung pro Schicht, was „offen“ hier konkret heißt und wem du die zentrale Autorisierung deiner Daten anvertraust.
  • Mein Vorschlag: „offen“ nie als ein Wort behandeln, sondern als Checkliste über fünf Schichten, und die Katalog-Frage so ernst nehmen wie früher die Datenbank-Wahl.
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Wenn „offen“ auf dem Etikett steht und der Ausstieg trotzdem teuer ist

Ein Anbieter stellt seine Plattform vor. Auf jeder zweiten Folie steht „open“. Offenes Tabellenformat, offener Katalog, offene Standards, freie Wahl bei jedem Werkzeug. Das klingt nach einer Architektur, aus der man jederzeit wieder herauskommt. Sechs Monate später will dasselbe Team eine zweite Query-Engine anbinden, weil ein Fachbereich auf ein anderes Werkzeug setzt. Die Daten liegen tatsächlich offen im Objektspeicher. Trotzdem stellt sich heraus: Die Zugriffsregeln, die Performance-Optimierungen und die halbe Betriebslogik hängen an genau diesem einen Anbieter. Portabel sind die Daten, das System darum herum ist es nicht.

Das Muster wiederholt sich, sobald „offen“ als Verkaufsargument auftaucht statt als prüfbare Eigenschaft. Der Begriff suggeriert eine einzige, klare Zusage. Tatsächlich verteilt sich Offenheit über mehrere Schichten, und ein Anbieter kann eine davon offen halten, während er an der nächsten festhält.

Für ein Entscheider-Team stellen sich dann unbequeme Fragen:

Was genau ist „offen“, wenn ein Anbieter es behauptet?

Reicht ein offenes Tabellenformat, oder hängt der Ausstieg an etwas anderem?

Was kostet ein Wechsel der Engine oder des Katalogs wirklich, in Aufwand und Zeit?

Wem vertrauen wir die zentrale Rechtevergabe und die Geschäftslogik unserer Daten an?

Die These dieses Artikels: „Offen“ beschreibt kein einzelnes Merkmal, es beschreibt ein Schichtmodell. Ein offenes Tabellenformat ist die Voraussetzung, aber längst nicht die ganze Zusage. Lock-In lässt sich nur ausschließen, wenn auch Katalog, Compute und Governance austauschbar bleiben. Wo nur die unterste Schicht offen ist, verkauft ein Anbieter Offenheit und behält die Kontrolle.

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Was ein Open Lakehouse meint und warum der Begriff unscharf ist

Ein Lakehouse verbindet den günstigen, skalierbaren Speicher eines Data Lakes mit den Transaktions- und Verwaltungseigenschaften eines Data Warehouse: verlässliche Schreibvorgänge, Schema-Verwaltung, Abfragen auf historische Datenstände. So weit ist der Begriff eingespielt. Strittig wird erst der Zusatz „offen“.

Databricks formuliert das Versprechen klar. Im Blog-Beitrag zum Open Lakehouse und offenen Datenstandards beschreibt der Anbieter eine Architektur, in der jede Schicht auf offenen Standards basiert, sodass keine Schicht an einen einzigen Anbieter gebunden ist. Das ist die Idealform. Sie ist auch der Grund, warum der Begriff im Marketing so beliebt ist: Er klingt nach Freiheit, ohne dass jemand genau hinsehen muss, welche Schicht wirklich offen ist.

Die Unschärfe entsteht, weil „offen“ mehrere Dinge bedeuten kann, die nichts miteinander zu tun haben. Es kann heißen: Das Datenformat ist quelloffen spezifiziert. Es kann heißen: Mehrere Werkzeuge können dieselben Daten lesen. Es kann heißen: Der Quellcode des Katalogs liegt unter einer offenen Lizenz. Diese Aussagen können einzeln stimmen, ohne dass die Plattform als Ganzes austauschbar ist.

Daraus folgt eine konkrete Konsequenz für jede Architektur-Entscheidung. Der Satz „wir sind offen“ ist nur dann eine belastbare Aussage, wenn dazusteht, welche Schicht offen ist und woran man das prüft. Ohne diese Angabe bleibt er ein Gefühl ohne Prüfkriterium. Genau hier setzt das Schichtmodell an.

Wie sich die einzelnen Tabellenformate technisch unterscheiden und wann Apache Iceberg oder Delta Lake die passende Wahl ist, klären wir im Detail im Tabellenformat-Überblick zu Apache Iceberg. Wie die offenen Bausteine zu einer betriebsfähigen Plattform zusammenkommen, ordnen wir im Lakehouse-Überblick ein. Dieser Artikel bleibt eine Schicht darüber: bei der Frage, was Offenheit insgesamt wert ist.

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Speicher, Format, Katalog, Engine, Governance

Statt „offen“ als ein Wort zu behandeln, lohnt es sich, die Architektur in Schichten zu zerlegen und jede einzeln zu bewerten. Die Industrie-Analystin Nidhi Vichare bringt die zugrunde liegende Dynamik in ihrer Analyse der Katalog-Landschaft auf den Punkt: Technologie konvergiert dort, wo Anbieter sie nicht monetarisieren können, und divergiert dort, wo sie es können. Genau dieses Muster zeigt sich von unten nach oben.

Nidhi Vichare, Catalog-Wars-Analyse
Technologie konvergiert dort, wo Anbieter sie nicht monetarisieren können, und divergiert dort, wo sie es können.

Schicht 1: Speicher und Tabellenformat

Auf dieser Ebene ist die Offenheit am weitesten gediehen. Daten liegen als offene Dateien (in der Regel Apache Parquet) im Objektspeicher. Die Tabellenformate Apache Iceberg, Delta Lake und Apache Hudi strukturieren diese Dateien zu echten Tabellen mit verlässlichen Schreibvorgängen und Schema-Verwaltung. Iceberg wurde ursprünglich bei Netflix entwickelt und wird heute von der herstellerneutralen Apache Software Foundation verwaltet; es wird von AWS, Snowflake, Google BigQuery, Trino und Spark nativ unterstützt. Delta Lake stammt von Databricks und ging an die Linux Foundation.

Hier ist der Lock-In-Schutz real: Wer eine Engine wechselt, muss die Daten nicht neu schreiben. Die Falle liegt eine Ebene daneben. Anbieter ergänzen ihr bevorzugtes Format um proprietäre Optimierungen, die nicht portabel sind: Databricks etwa Liquid Clustering und Predictive Optimization, Snowflake eine automatische Größenanpassung für verwaltete Iceberg-Tabellen. Das Format bleibt offen, die Beschleunigung daran nicht.

Schicht 2: Katalog

Der Katalog ist das Verzeichnis, das festlegt, welche Engine welche Daten findet, wer Zugriff hat und wie Sicherheit geregelt wird. Die Branche bewegt sich auf eine gemeinsame Schnittstelle zu, die Iceberg-REST-Katalog-Programmierschnittstelle, über die verschiedene Werkzeuge mit verschiedenen Katalogen sprechen können. Auf dieser technischen Ebene gibt es also Bewegung in Richtung Offenheit.

Inhaltlich konvergiert hier aber wenig. Apache Polaris, von Snowflake gestartet, ist im Februar 2026 zum Top-Level-Projekt der Apache Software Foundation aufgestiegen und gilt als herstellerneutral. Unity Catalog von Databricks verwaltet neben Tabellen auch Modelle, KI-Funktionen und unstrukturierte Daten. Das Problem für die Austauschbarkeit: Zugriffsregeln, die in einem Katalog definiert sind, gelten im anderen nicht. Eine Migration von einem Katalog zum anderen kommt heute eher einer Neuimplementierung gleich als einem Export-Import, wie der Vergleich von Snowflake Horizon und Unity Catalog zeigt. Damit ist der Katalog die Schicht, an der sich Lock-In heute entscheidet.

Die gemeinsame Schnittstelle täuscht über diese Hürde hinweg. Selbst wenn zwei Kataloge dieselbe Iceberg-REST-Schnittstelle sprechen, lassen sich Tabellen zwischen ihnen nicht einfach synchronisieren: Die Iceberg-Spezifikation warnt sogar davor, dieselbe Tabelle in mehreren Katalogen zu registrieren, weil Aktualisierungen verloren gehen und die Tabelle beschädigt werden kann. Und die Zugriffsregeln liegen je Katalog getrennt vor, sie gelten im anderen nicht. Eine offene Schnittstelle macht den Datenzugriff also technisch möglich, sie macht den Katalog aber nicht austauschbar. Bei „beide sprechen REST“ als Beleg für Offenheit lohnt deshalb genau hier eine Nachfrage.

Schicht 3: Compute und Engine

Speicher und Rechenleistung sind entkoppelt, also lässt sich für jeden Anwendungsfall die passende Engine wählen: Spark für große Verarbeitungsstrecken, spezialisierte Werkzeuge für Echtzeit-Analysen oder lokale Auswertungen. Übersetzungs-Schichten wie Apache XTable oder Delta UniForm sorgen dafür, dass ein Format auch von Lesern eines anderen Formats verstanden wird, ohne die Daten zu kopieren.

Wie genau eine einzelne Datenkopie sowohl Delta- als auch Iceberg-Leser bedient, führen wir im Überblick zu Delta Lake UniForm aus. Auf der Bewertungsebene zählt: Die Kompatibilität ist oft einseitig. Eine von außen eingebundene Tabelle lässt sich lesen, aber anbieter-spezifische Zusatzfunktionen greifen darauf nicht. Und quelloffene Lese-Bibliotheken hinken im Veröffentlichungstempo oft hinterher, sobald eine Fehlerbehebung außerhalb des Hersteller-Fokus liegt.

Schicht 4 und 5: Governance, KI und Betrieb

Hier ist die Standardisierung am dünnsten, und genau hierhin verlagern die großen Anbieter die Kundenbindung. Offene Tabellenformate liefern die Wartung nicht mit, die ihr Betrieb verlangt: Das Verdichten tausender kleiner Dateien (Compaction), das Umsortieren der Daten für schnellere Abfragen (Clustering) und das Aufräumen veralteter Snapshots und verwaister Dateien (Cleaning) laufen über Dienste, die das Format nur ergänzen. Genau diese Dienste verkaufen die Anbieter als ihr eigentliches Produkt, etwa als „Optimizer“, und sie unterscheiden sich stark und sind nicht portabel. Das offene Format sorgt also dafür, dass die Daten lesbar bleiben, der laufende Betrieb hängt aber am Anbieter. Die Verwaltung von KI-Modellen, Agenten-Werkzeugen und Geschäftslogik ist obendrein überhaupt nicht standardisiert. Wer diese Schicht kontrolliert, bindet den Kunden weit über die reinen Daten hinaus.

Compaction

Verdichtet tausende kleine Dateien zu größeren, effizient lesbaren Blöcken.

Clustering

Sortiert Daten neu, damit Abfragen weniger Dateien scannen müssen.

Cleaning

Räumt veraltete Snapshots und verwaiste Dateien auf, die sonst Speicherkosten treiben.

SchichtWas „offen“ hier heißtWoran du es prüfstTypische Lock-In-Falle
Speicher / FormatDaten als offene Dateien, Format quelloffen spezifiziertLiegen die Daten als Parquet im eigenen Objektspeicher? Welche neutrale Stiftung verwaltet das Format?Proprietäre Performance-Features (Clustering, Optimierung), die nicht portabel sind
Katalogoffene Schnittstelle, mehrere Engines können anbindenSpricht der Katalog die Iceberg-REST-Schnittstelle? Lassen sich Rechte exportieren?Zugriffsregeln gelten nur im eigenen Katalog; Wechsel ist Neuimplementierung
Compute / EngineEngines austauschbar, Interop ohne DatenkopieKönnen mehrere Engines lesen und schreiben? Ist die Kompatibilität beidseitig?Einseitige Kompatibilität; Zusatzfunktionen greifen nur beim Hersteller
Governance / BetriebWartung und Rechtemodell ohne Anbieter-BindungWer betreibt die Tabellen-Wartung? Ist das Rechtemodell exportierbar?Wartungsdienste und Rechte hängen am Anbieter
KI / SemantikModell- und Logik-Verwaltung standardisiertLiegen Modelle und Kennzahlen-Logik in einem austauschbaren Format vor?Keine Standardisierung; Semantik-Schicht bindet stärker als die Daten
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Wo „offen“ trägt und wo es nur Marketing ist

Mit dem Schichtmodell lässt sich der Marketing-Begriff zerlegen. „Offen“ trägt belastbar auf der Speicher- und Formatebene. Daten in Parquet, ein Tabellenformat unter neutraler Verwaltung, mehrere Engines, die lesen können: Das ist echte Unabhängigkeit, und sie verändert die Verhandlungsposition gegenüber jedem Anbieter. Eine so gebaute Plattform verlangt bei einem Wechsel kein Umschreiben von Petabytes.

Marketing wird „offen“ dort, wo es eine offene untere Schicht behauptet und die Bindung auf der oberen verschweigt. Drei Muster tauchen immer wieder auf.

Offenes Format, geschlossener Katalog

Die Daten sind portabel, aber das Rechte- und Verzeichnismodell hängt am Anbieter: die am leichtesten zu übersehende Falle, weil der Katalog heute über Austauschbarkeit entscheidet.

Quelloffener Code, aber abgespeckt

Die quelloffene Variante von Unity Catalog hat nicht den Funktionsumfang der verwalteten Version: Optimierungen, KI-Governance und automatisches Aufräumen führen zurück zum Anbieter.

Offene Lizenz, geschlossene Steuerung

Ein Projekt liegt unter offener Lizenz, doch ein Anbieter steuert die Weiterentwicklung („Openwashing“: offen auf dem Papier, faktisch von einem Akteur kontrolliert).

Der Databricks-Beitrag zum Open Lakehouse ist für diese Einordnung selbst ein gutes Beispiel und sollte als Anbieter-Quelle gelesen werden. Er nennt Delta Lake, Unity Catalog und MLflow als offene Standards, was lizenzrechtlich zutrifft, die faktische Steuerung dieser Projekte durch einen Anbieter aber ausblendet. Dass Databricks die Gründer von Apache Iceberg über die rund zwei Milliarden US-Dollar teure Übernahme von Tabular an sich gebunden hat, wird als Bekenntnis zur Offenheit vermarktet, ist strategisch aber auch ein Griff nach dem Format, das dem Anbieter im Multi-Engine-Markt gefährlich wurde. Das macht den Beitrag nicht falsch. Es macht ihn zu einer interessengeleiteten Quelle, die man gegen neutrale Stimmen halten sollte.

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Welche Offenheit deine Architektur wirklich braucht

Nicht jede Schicht muss für jedes Unternehmen offen sein. Ein Team, das auf absehbare Zeit eine einzige Engine betreibt und keine Multi-Cloud-Strategie verfolgt, zahlt für maximale Offenheit auf jeder Ebene einen Preis in Komplexität, den es nicht braucht. Die Frage lautet nicht „so offen wie möglich“, sie lautet „offen genug für die Szenarien, die realistisch eintreten“.

Drei Prüfschritte ordnen die Entscheidung.

Welche Schichten müssen austauschbar bleiben?

Mehrere Engines im Betrieb oder Plan verlangen Format- und Katalog-Offenheit. Eine geschlossene obere Schicht lässt sich akzeptieren, als bewusste Entscheidung, nicht als Versehen.

Wo sitzt der teuerste Ausstieg?

Gedankenexperiment: Query-Engine wechseln, Katalog behalten. Bei offenem Katalog bleibt fast alles portabel, bei geschlossenem Katalog wird das komplette Rechtemodell neu implementiert.

Wem vertrauen wir die obere Schicht an?

Der Lock-In sitzt heute in Katalog, KI-Verwaltung und Betrieb. Diese Wahl ist so folgenreich wie früher die Wahl der Datenbank.

Aus diesen drei Schritten ergibt sich eine nüchterne Haltung. Offenheit ist kein Selbstzweck. Sie ist eine Versicherung gegen einen teuren Ausstieg, und wie bei jeder Versicherung lohnt sich die Frage, gegen welches konkrete Risiko sie schützt und was sie kostet.

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Was dieser Überblick nicht zeigt

Dieser Artikel ordnet Offenheit als Schichtmodell ein. Er ersetzt nicht die Detailbewertung der einzelnen Bausteine.

Was er bewusst offenlässt:

Die Format-Mechanik im Detail

Wie Snapshots, Metadaten-Hierarchie und Schema-Verwaltung in Apache Iceberg konkret funktionieren, gehört in die Format-Betrachtung und sprengt diesen Offenheits-Überblick.

Die Interop-Verfahren

Wie genau eine einzelne Datenkopie zwei Formate gleichzeitig bedient, ist ein eigenes Thema mit eigenen Grenzen und Kosten.

Die konkrete Katalog-Auswahl

Welcher Katalog für eine bestimmte Cloud- und Engine-Landschaft passt, hängt an Details, die eine eigene Bewertung verlangen.

Die Kosten der Offenheit

Mehr austauschbare Schichten bedeuten mehr Integrations- und Betriebsaufwand. Dieser Artikel benennt das Prinzip, beziffert es aber nicht für eine konkrete Umgebung.

Die Einordnung in diesem Artikel hilft bei der Frage, ob und wo Offenheit zählt. Sie ersetzt nicht die Architektur-Bewertung, die klärt, welche konkreten Bausteine in der eigenen Landschaft zusammenpassen, und was der Betrieb dieser Offenheit tatsächlich kostet. Genau diese Bewertung ist der Schritt, der nach der grundsätzlichen Entscheidung kommt.

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Fazit

Ein Open Lakehouse liefert echte Offenheit bei Speicher und Format, aber der Lock-In ist nicht verschwunden: er ist eine Schicht nach oben gewandert, in Katalog, KI-Verwaltung und Betrieb.

Auf der Ebene von Speicher und Format liefert ein Open Lakehouse echte Unabhängigkeit, und diese Unabhängigkeit verändert die Verhandlungsposition gegenüber jedem Anbieter.

Besonders relevant wird das für Unternehmen, die mehrere Engines betreiben oder eine Multi-Cloud-Strategie verfolgen, für Plattformen mit langer Lebensdauer und für jede Verhandlung mit einem Anbieter, in der „kein Lock-In“ als Argument fällt. Eine Plattform-Bindung über Jahre ist dagegen vertretbar, solange sie bewusst entschieden wird und nicht jede Schicht offen bleiben muss.

Mein Vorschlag: „offen“ als Checkliste über die fünf Schichten prüfen statt als ein Wort, und die Katalog-Frage so ernst nehmen wie früher die Wahl der Datenbank. Die zentrale Frage hat sich verschoben: weg vom Ort der Daten, hin zu der Verantwortung, wem du die Autorisierung und die Geschäftslogik deiner Daten anvertraust.

Nächster Schritt

Prüft „offen" als Checkliste über die fünf Schichten, vor allem die Katalog-Frage so ernst wie früher die Wahl der Datenbank.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

Data & AI Assessment: Lock-In ehrlich einordnen

Ob ein offenes Lakehouse euch wirklich Exit-Optionen verschafft oder nur an einer anderen Schicht bindet, lässt sich in einem ersten Data & AI Assessment gut einordnen.

In dem Gespräch klären wir
  • welche eurer Workloads echte Kandidaten für eine Multi-Engine- oder Multi-Cloud-Offenheit sind
  • welche Lock-In-Risiken an Katalog, Governance und Betrieb vor dem nächsten Ausbau geprüft werden müssen
  • welcher Architektur-Ansatz für eure Engine- und Cloud-Landschaft trägt
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FAQ

Ein Open Lakehouse ist eine Datenarchitektur, die den günstigen Speicher eines Data Lakes mit den Verwaltungseigenschaften eines Data Warehouse verbindet und dabei auf offenen Standards aufsetzt. Der Anspruch ist, dass jede Schicht (Speicher, Tabellenformat, Engine, Katalog) so offen ist, dass keine an einen einzigen Anbieter bindet. Eingelöst wird das heute vor allem auf der Speicher- und Formatebene.