Wann ein Konzern ein zweites, agiles ERP braucht
Der Auslöser ist selten eine Strategieentscheidung von oben, sondern die Reibung an einer Stelle, an der das Konzernsystem einen Bereich ausbremst. Ein Zweitsystem löst diese Reibung, ohne das führende System anzufassen: Der Bereich bekommt schnelle, eigene Prozesse, und der Konzern behält seine eine Wahrheit in der Buchhaltung.
Änderungen am SAP dauern zu lang
Ein Change läuft über Template, Freigaben und globale Release-Fenster. Ein Bereich, der ein neues Geschäftsmodell testet, kann darauf nicht warten.
Ein Geschäftsbereich tickt anders als das Kerngeschäft
Direktvertrieb, Online-Handel, ein einzelnes Werk oder eine junge Tochter arbeiten mit Abläufen, für die das Konzern-Template nie gebaut wurde.
Ein Zukauf hängt in der Luft
Das akquirierte Unternehmen soll sofort liefern, aber die Migration ins Konzern-SAP zieht sich über Jahre.
Excel füllt die Lücken
Wo das führende System den Bereich nicht abbildet, wachsen Schattenprozesse in Tabellen und Insellösungen, an denen niemand mehr die Zahlen prüft.
Kosten und Nutzen passen nicht zusammen
Einen kleinen, schnellen Bereich voll auf das Konzernsystem zu heben, kostet mehr Rollout, als er an Ergebnis zurückbringt.
Two-Tier statt Konzernsystem umbauen
Two-Tier heißt: Das Konzern-SAP bleibt das führende System für Konzernbuchhaltung, Konsolidierung und Reporting. Daneben läuft ein zweites, schlankes ERP, das nur das operative Geschäft eines Bereichs trägt, dort aber schnell. Der entscheidende Punkt: Das ist keine Schatten-IT. Weil die Buchhaltung als Sammelbuchung und die Bestände als Bewertung sauber ins SAP zurücklaufen, bleibt die Governance beim Konzern.
| Im Zweitsystem, lokal und schnell | Zurück ans Konzern-ERP (SAP) |
|---|---|
| Auftragsabwicklung, Angebote, CRM | Sammelbuchungen und FiBu-Salden |
| Lager, Kommissionierung, Versand | Bestandsbewertung und Inventurwerte |
| bereichseigene Prozesse und Automatisierung | Intercompany-Verrechnung, Konsolidierung |
| eigene Schnittstellen zu Shop, Marktplatz oder Maschine | Stammdaten-Abgleich (Artikel, Kreditoren, Konten) |
Odoo oder xentral als Zweitsystem
Welches System das Zweitsystem stellt, entscheidet das Prozessprofil des Bereichs, nicht der Lizenzpreis. Wir liefern und betreuen beide und empfehlen das, was zum Bereich passt, statt das, an dem wir hängen.
| Was den Bereich prägt | Richtung |
|---|---|
| Mehrere Fachbereiche in einem System, eigene Logik, Projekt- oder Fertigungstiefe, eigene Anbindung ans SAP | Odoo: integriertes All-in-One mit echter Entwicklungstiefe, wächst modular mit |
| Online- und Multichannel-Handel mit hohem Auftrags- und Versanddurchsatz, viele Standard-Connectoren | xentral: handelsstark, schnell produktiv als agile Ergänzung zum Konzern-SAP |
| Noch offen, weil sich der Bereich gerade neu aufstellt | Ein kurzes Gespräch klärt das am Prozessprofil, bevor Lizenzen laufen |
Wie wir das Zweitsystem an SAP anbinden
Ein Zweitsystem ist nur dann sinnvoll, wenn die relevanten Daten zuverlässig an das Konzern-ERP zurückgeführt werden. Genau hier liegt unsere Tiefe: eigene Anbindungen statt Handarbeit.
Scope
Prozesse des Bereichs aufnehmen, Schnittstelle zum SAP und Datenhoheit klären, System festlegen
Aufbau & Anbindung
Zweitsystem einrichten, SAP-Anbindung bauen (Buchhaltung, Bestände, Stammdaten), mit euch testen
Go-live & Betrieb
Produktivstart im Bereich, Abstimmung mit dem Konzern-Team, Weiterentwicklung in Stufen
Die Erfahrung hinter dem Rollout
- Über 100 Projekte
- Odoo Silver Partner
- Engineering-Tiefe
- Rund zwölf Wochen
Wann ein Zweitsystem (noch) nicht lohnt
Jetzt lohnt Two-Tier
Sinnvoll wird ein Zweitsystem, wenn ein Geschäftsbereich schneller arbeiten muss, als es das Konzernsystem ermöglicht, und die relevanten Daten dennoch zentral im führenden System zusammenlaufen sollen.
Anderer Weg, wenn
- Der Bereich passt sauber ins bestehende SAP-Template, und die Änderungen halten sich in Grenzen.
- Es geht in Wahrheit um den kompletten Ersatz eines Altsystems im ganzen Unternehmen, nicht um ein Vorsystem für einen Bereich, dann ist es eine Migration.
- Niemand auf Konzernseite kann die Rückgabe der Zahlen mittragen, dann fehlt die Grundlage für sauberes Two-Tier.
Weiter zu unserer Leistung
Die SAP-Anbindung ist der Knackpunkt
Customizing & Entwicklung baut die Schnittstelle, über die Buchhaltung und Bestände sauber zurücklaufen.
Die Two-Tier-Frage ist noch offen
Die systemoffene ERP-Beratung klärt, ob ein Zweitsystem trägt und welches System es stellt.
Das Zweitsystem soll eingeführt werden
Die ERP-Implementierung bringt es von Scope bis Go-live in den Bereich.
Ein zweites ERP, ohne den Konzern umzubauen?

