Databricks-Architektur: Was vor dem ersten Workspace entschieden werden sollte

Die Kernaussagen auf einen Blick.
- Zur Databricks-Architektur gehören alle grundlegenden Entscheidungen, die vor dem Aufbau der ersten Datenpipeline getroffen werden sollten: Aufteilung von Accounts und Workspaces, Verantwortung zwischen Databricks und dem eigenen Cloud-Konto, Compute-Modell, Netzwerk, Identity und Governance.
- Wer Databricks nur technisch einrichtet, übernimmt häufig Standardentscheidungen, die später nicht mehr zur gewachsenen Plattform passen, deren Korrektur später aufwendige Umbauten erfordert: Zusammenführung oder Neuordnung bestehender Workspaces, Überarbeitung des Berechtigungsmodells, Umbau der Netzwerkanbindung.
- Vor dem Aufbau sollten sechs grundlegende Bereiche festgelegt werden: Struktur der Accounts, Anzahl und Zweck der Workspaces, Auswahl zwischen klassischem und serverlosem Compute, Netzwerk- und Identity-Setup, Struktur der Daten im Cloud-Speicher und die zentrale Verwaltung von Daten und Berechtigungen über Unity Catalog.
- Mein Vorschlag: Die grundlegende Plattformstruktur früh und bewusst festlegen, Unity Catalog von Beginn an als zentrale Daten- und Berechtigungsschicht verwenden, Compute-Policies und Tags ab Tag 1, plus zusätzliche Workspaces nur einführen, wenn Umgebungen, Zuständigkeiten oder regulatorische Vorgaben tatsächlich getrennt werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
Ein eingerichteter Workspace ist noch keine Architektur
Eine gewachsene Databricks-Landschaft wirkt oft übersichtlich, bis die tatsächlichen Cloud-Ressourcen und Berechtigungen geprüft werden. Mehrere Workspaces, unterschiedliche Compute-Regeln und getrennte Speicherkonten, Berechtigungen werden teilweise im Workspace und teilweise in Unity Catalog verwaltet. Es ist nicht mehr eindeutig nachvollziehbar, welche Jobs auf welche Daten zugreifen, welche Compute-Konfiguration für den produktiven Betrieb vorgesehen ist und welche nur für Tests genutzt wird. Auch die Kosten lassen sich nicht mehr zuverlässig Teams und Anwendungen zuordnen, weil einheitliche Kosten- und Verantwortungsmerkmale fehlen.
Dieses Problem entsteht häufig, wenn Databricks zunächst nur für einen ersten Anwendungsfall eingerichtet wurde. Der erste Anwendungsfall funktionierte, die zugrunde liegende Plattformstruktur wurde danach jedoch nicht weiterentwickelt. Heute steht der nächste Ausbau an: Unity Catalog für Berechtigungen, Serverless für SQL, AI-Workloads dazu. Die damalige Standardkonfiguration reicht für die neuen Anforderungen nicht mehr aus.
Welche Workspaces erfüllen heute noch einen klaren Zweck? Wo werden Daten- und Plattformberechtigungen verbindlich verwaltet? Welche Compute-Variante wird für welche Workloads eingesetzt? Über welche Netzwerkpfade dürfen Daten und Anwendungen kommunizieren? Was passiert, wenn eine zweite Cloud dazukommt?

Eine Databricks-Architektur legt diese Entscheidungen verbindlich fest. Die Benutzeroberfläche ist nur der sichtbare Teil der Plattform. Im Hintergrund müssen Account, Workspaces, Netzwerk, Berechtigungen, Speicher und Compute aufeinander abgestimmt sein. Wer diese Fragen erst später klärt, muss häufig produktive Workloads und Berechtigungen nachträglich umbauen.
Was gehört zu einer Databricks-Architektur?
Databricks verbindet Datenverarbeitung, Analytics und KI auf einer gemeinsamen Plattform (in der Vendor-Sprache: Data Intelligence Platform). Auf der Plattform liegen vier Workload-Familien: Lakeflow für Ingest, ETL und Streaming; Databricks SQL für das Data Warehouse; Mosaic AI für KI, ML und Model Serving; AI/BI für Dashboards und Genie. Darunter sitzt Unity Catalog als Governance-Schicht für Berechtigungen, Lineage, Audit und Discovery, gefolgt von den offenen Tabellenformaten Delta Lake (Default) und Apache Iceberg (Interop). Strukturentscheidungen (Account, Workspaces, Unity-Catalog-Metastore) und Betriebs-Pillars wie Compute, Netzwerk, Identity und Sicherheit gehören ebenfalls in den Rahmen. Der Cloud-Speicher bleibt bewusst außerhalb der Plattform-Klammer, weil er im eigenen Cloud-Konto liegt.
Delta Lake sorgt dafür, dass Daten im Cloud-Speicher zuverlässig geändert, versioniert und geprüft werden können. Die Daten liegen dabei in einem offenen Tabellenformat im eigenen Cloud-Speicher (ADLS Gen2, S3, GCS) und bringt zuverlässige und konsistente Änderungen an Tabellen, Zugriff auf frühere Tabellenstände (Versionsabfragen über Zeit und Versionsnummer), Prüfung und kontrollierte Weiterentwicklung der Tabellenstruktur sowie Optimierungen wie Z-Order und automatisches Zusammenführen kleiner Dateien. Architektonisch bedeutet das: Dieselben Tabellen können für regelmäßige Datenläufe und laufende Datenströme verwendet werden, Rollbacks sind möglich, und frühere Datenstände lassen sich leichter nachvollziehen und prüfen. Wenn das Lakehouse als Architektur-Layer trägt, gehört Delta Lake als verbindliches Standardformat über alle Stufen. Apache Iceberg wird ergänzend über Unity Catalog und UniForm unterstützt, damit Tabellen auch von Iceberg-Engines außerhalb von Databricks gelesen werden können, relevant für Cross-Engine- und Multi-Vendor-Szenarien.
Wichtiger als die Feature-Liste ist die strukturelle Eigenschaft: Databricks ist nicht nur eine fertige Anwendung, die nach der Aktivierung vollständig betrieben ist. Databricks betreibt die Benutzeroberfläche und zentrale Steuerungsdienste. Ein großer Teil der Daten, Infrastruktur und Netzwerkanbindung liegt jedoch weiterhin im eigenen Cloud-Konto. Diese Aufteilung ist die Grundlage für jede weitere Architektur-Entscheidung. Netzwerk, Berechtigungen und Kosten entscheidet damit das Unternehmen, nicht Databricks. Die Produktdokumentation hilft hier nur begrenzt: Sie richtet sich an Engineering-Teams, die auf der Plattform arbeiten, und setzt die Plattform-Architektur dahinter voraus. Daraus folgt direkt: Die Lizenzierung der Plattform ersetzt keine Architekturentscheidungen. Du triffst Architektur-Entscheidungen, die Databricks dir nicht abnimmt. Diese Entscheidungen bestimmen langfristig Sicherheit, Betriebsaufwand, Kosten und Erweiterbarkeit. Wie diese Aufteilung im Detail trägt, klären wir im Überblick zu Databricks insgesamt.
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Wer betreibt welche Komponenten?
Für die Architektur ist zunächst wichtig, welche Komponenten Databricks betreibt und welche im eigenen Cloud-Konto liegen. Diese Aufteilung bestimmt Verantwortung, Sicherheitsmaßnahmen und Kosten.
Databricks betreibt die zentrale Steuerungsebene. Dazu gehören unter anderem die Benutzeroberfläche, APIs sowie die Steuerung von Jobs und Compute, den Metastore-Service hinter Unity Catalog und das Account-Management. Dort werden Konfigurationen und technische Metadaten verwaltet; die eigentlichen Unternehmensdaten liegen grundsätzlich in der dafür vorgesehenen Datenebene. Diese Komponenten betreibt Databricks gehärtet und auditierbar, dokumentiert im Trust-Center mit Security- und Plattform-Modell.
Bei klassischem Compute liegt diese Datenebene im eigenen Azure-, AWS- oder GCP-Konto. Dort befinden sich Rechenleistung, Cloud-Speicher und die kundenseitig kontrollierten Netzwerkverbindungen (ADLS Gen2, S3, GCS), das Netzwerk (VNet, VPC, Subnetz) und alle Pfade, über die echte Daten fließen. Databricks steuert die Cluster, die Ressourcen laufen jedoch im eigenen Cloud-Konto. Das hat zwei Konsequenzen: Die Daten können dadurch im eigenen Cloud- und Sicherheitsbereich verbleiben, und die Cloud-Rechnung für Compute und Storage zahlst du direkt an Azure, AWS oder GCP. Neben den Cloud-Kosten berechnet Databricks den Verbrauch seiner Plattformdienste.
Diese Trennung ist der Grund, warum Identity, Netzwerk und Storage in deiner Hand bleiben.
Account, Workspace und Unity Catalog richtig trennen
Über der Control- und Data-Plane-Trennung liegen drei Ebenen mit unterschiedlichen Aufgaben, die häufig nicht klar getrennt werden. Sie sauber zu trennen, ist die Voraussetzung für jedes belastbare Berechtigungs- und Betriebsmodell.
| Ebene | Was wird hier entschieden | Was nicht |
|---|---|---|
| Account | Zentrale Verwaltung von Nutzern und Gruppen, SCIM-Federation, Anlage und Verwaltung von Workspaces, Billing, Region der zentralen Daten- und Metadatenverwaltung | Compute, Jobs, Notebooks, einzelne Tabellen-Rechte |
| Workspace | Regeln für zulässige Cluster und Compute-Größen, Vorgehaltene Compute-Kapazitäten, Jobs, Notebooks, Repos, Apps, lokale Admins | Zugriffsrechte auf Tabellen und Dateien (außer Legacy-Hive-Metastore-Reste) |
| Unity Catalog verwaltet die eigentlichen Datenobjekte und deren Berechtigungen. | Tabellen, Schemas, Volumes, External Locations, Berechtigungen, Lineage, Tags, Audit | Compute-Konfiguration, Workspace-Zugang |
Der Account ist die zentrale Verwaltungsebene. Hier hängt die Identity (Entra ID, Okta, AWS IAM Identity Center) per System for Cross-domain Identity Management (SCIM), hier wird der Unity-Catalog-Metastore aufgesetzt, hier laufen die Workspaces als Ressource. Accountweite Einstellungen werden zentral verwaltet, während die tägliche Arbeit in den Workspaces stattfindet.
Der Workspace ist der Arbeitsbereich für Datenentwicklung und Plattformbetrieb. Dort entstehen Cluster, Jobs und Notebooks. Die Compute-Policies, die hier wirken, sind FinOps-relevant: Sie definieren erlaubte Node-Typen, Auto-Termination-Zeiten und Tags. Ohne klare Compute-Regeln entstehen schnell zu große oder unnötig lange laufende Cluster.
Unity Catalog ist die dritte Ebene. Sie ist heute die zentrale Daten- und Berechtigungsschicht für jede neue Databricks-Plattform und ersetzt schrittweise die früheren, je Workspace getrennten Berechtigungen. Berechtigungen, Lineage, Audit und Daten-Discovery laufen über ein konsistentes Modell, das accountweit und workspaceübergreifend genutzt werden kann. Wie dieser Layer im Detail trägt, klären wir im Überblick zu Unity Catalog.
Classic Cluster, Serverless und SQL Warehouses
Die Wahl des Compute-Modells beeinflusst Geschwindigkeit, Kosten und Verwaltungsaufwand. Databricks bietet mehrere Compute-Varianten, die vor allem unterschiedlich bereitgestellt, gesteuert und abgerechnet werden.
| Modell | Wer den Compute betreibt | Latenz beim Start | Use Case | Kostencharakter |
|---|---|---|---|---|
| Klassischer Job-Cluster | Cluster in deiner Cloud-Subskription, Wird für einen Job gestartet und danach wieder beendet | 2–5 Min | Automatisierte Datenpipelines und regelmäßige Jobs | DBUs + Cloud-VM |
| Classic All-Purpose | Cluster in deiner Cloud-Subskription, manuell oder Auto-Termination | 2–5 Min | Notebooks, Ad-hoc-Analyse | DBUs + Cloud-VM, Risiko unnötiger Leerlaufkosten |
| Serverless SQL Warehouse | Vollständig von Databricks verwalteter Compute | < 10 Sek | Reporting, Dashboards und Fragen über Genie | Abrechnung vollständig über Databricks-Verbrauch |
| Serverless Compute (Jobs/Notebooks) | Vollständig von Databricks verwalteter Compute | < 30 Sek | kurze Jobs, AI-Workloads, On-Demand | nur DBUs, höherer Preis pro DBU |
Klassische Cluster sind weiterhin weit verbreitet. Es gibt dir direkte Auswahl von Instanztypen und technischen Einstellungen und Auto-Scaling, benötigt jedoch mehr Verwaltung und kann durch lange Start- oder Leerlaufzeiten zusätzliche Kosten verursachen. All-Purpose-Cluster ohne klare Policies treiben die Cloud-Rechnung ungesehen hoch.
Für Dashboards und interaktive SQL-Abfragen ist Serverless häufig die einfachste Variante. Sie starten unter zehn Sekunden, skalieren automatisch, das Plattformteam muss keine eigenen Cluster konfigurieren oder betreiben. Für Dashboards, Ad-hoc-Abfragen und Genie ist das heute der Default. Dafür stehen weniger technische Einstellmöglichkeiten zur Verfügung: Größe (Small bis 4X-Large), Auto-Stop und Photon-Toggle.
Serverless steht inzwischen auch für bestimmte Jobs und Notebook-Workloads zur Verfügung. Sie nimmt dir das Cluster-Management komplett ab, ist gut für kurze Jobs und On-Demand-Workloads, kostet pro DBU aber mehr als Classic. Die Aufteilung folgt der Job-Charakteristik: Kurze und regelmäßig gestartete Jobs, bei denen schnelle Bereitstellung wichtig ist, laufen auf Serverless; lange und dauerhaft ausgelastete Datenverarbeitungsjobs mit großen Datenmengen sind auf Classic Job Cluster meist günstiger. Wir gehen dabei auch durch das Compute-Modell im Detail im Überblick zu Serverless auf Databricks und zum Photon-Engine.
Photon ist eine zusätzliche Ausführungsoptimierung, die unabhängig vom grundsätzlichen Compute-Modell betrachtet wird. Es ist eine schnellere Engine für viele SQL- und DataFrame-Abfragen, die SQL- und DataFrame-Operationen beschleunigt, und ist auf SQL Warehouses standardmäßig aktiv. Auf Classic-Compute lohnt es sich für SQL-lastige Workloads, kann jedoch mit einer höheren Verbrauchsrate verbunden sein.
VNet, VPC, Private Link und Secure Cluster Connectivity
Die Netzwerkanbindung bestimmt, über welche Wege Nutzer, Compute und Datenquellen miteinander kommunizieren. Standardkonfigurationen verwenden häufig öffentliche Endpunkte und eine weniger stark eingeschränkte ausgehende Verbindung; für sensible oder regulierte Daten häufig nicht ausreichend.
Für produktive und regulierte Umgebungen sollten drei Bereiche geplant werden:
Einbindung des klassischen Compute in ein vom Unternehmen kontrolliertes Netzwerk stellt sicher, dass die Compute-Cluster in einem von dir kontrollierten Netzwerk laufen. Dadurch lassen sich Firewall-Regeln, Routen und erlaubte Verbindungen selbst steuern, entsprechend den bestehenden Cloud- und Sicherheitsstandards. Auf Azure heißt das VNet-Injection mit zwei Subnetzen (Container und Host), auf AWS Customer-managed VPC, auf GCP analoge VPC-Konstruktion.
Private Link führt den Datenverkehr zwischen Workspace, Compute und Control Plane über private Netzwerkpfade statt über das öffentliche Internet. Zwei Richtungen werden getrennt entschieden: Back-End Private Link verbindet die klassischen Compute-Cluster privat mit der Databricks-Control-Plane; Front-End Private Link macht Workspace-UI und APIs nur aus dem eigenen Unternehmensnetz erreichbar. Zusammen sind sie die Grundlage für Workspaces ohne öffentlichen Internet-Pfad.
Secure Cluster Connectivity (SCC) und Egress-Regeln begrenzen, welche externen Systeme und Internetdienste die Workloads erreichen dürfen. Das ist relevant für regulierte Branchen, kritische Datenklassen und Workloads mit besonderen Nachweisanforderungen. Den vollständigen Schichtenaufbau dokumentiert Microsoft Learn in der allgemeinen Architektur-Übersicht zu Azure Databricks.
Die Netzwerk-Entscheidung wird oft zu spät getroffen. Eine spätere Umstellung auf ein kundenseitig kontrolliertes Netzwerk kann einen neuen Workspace und eine Migration erforderlich machen. Wenn Compliance- oder Audit-Anforderungen plausibel sind, sollte die Netzwerkanbindung daher vor dem produktiven Start entschieden werden.
Identity und Access Management auf Databricks: Account, Workspace und Unity Catalog
Nutzer, Plattformrollen und Datenberechtigungen werden auf mehreren Ebenen verwaltet. Ohne ein zentrales Modell entstehen schnell unterschiedliche Gruppen und Berechtigungen je Workspace.
Nutzer und Gruppen sollten zentral auf Account-Ebene eingebunden werden, eine Stufe über dem einzelnen Workspace. Über eine automatische Synchronisierung mit dem zentralen Identity Provider werden Benutzer und Gruppen aus Entra ID, Okta oder dem AWS IAM Identity Center in den Databricks Account übernommen. Accountweit verfügbare Nutzer und Gruppen bedeutet, dass dieselben Identities in jedem Workspace unter dem Account sichtbar sind, ohne dass Berechtigungen per Workspace neu vergeben werden müssen.
Automatisierte Jobs und Deployments sollten mit eigenen technischen Identitäten ausgeführt werden. Jobs, Pipelines und CI/CD-Runner laufen über dedizierte Service Principals mit klar zugewiesenen Rechten auf Catalog- und Workspace-Ebene. Persönliche Zugangsdaten sollten nicht für produktive Automatisierung verwendet werden.
Workspace-Administratoren verwalten Compute, Jobs und workspacebezogene Einstellungen (Cluster-Policies, Jobs-Konfiguration, Repos). Diese Rolle sollte nur an wenige verantwortliche Personen vergeben werden. Workspace-Admin steuert die Plattform-Ebene; Zugriffe auf Daten werden unabhängig davon in Unity Catalog geregelt.
Unity Catalog trägt die Datenebene. Berechtigungen auf Catalogs, Schemas, Tabellen, Views und Volumes laufen über zentrale Vergabe von Lese-, Schreib- und Verwaltungsrechten, sind über Workspaces hinweg konsistent und werden von Unity Catalog auditiert. Row-Level-Security und Column-Masking sitzen auf demselben mehrstufigen Berechtigungsmodell. Berechtigungen, die noch im Workspace-UI über den Legacy-Hive-Metastore vergeben werden, bauen parallele Berechtigungen, die schwer nachzuvollziehen sind, die mit dem nächsten Audit auffallen.
External Locations, Volumes und Managed Tables
Storage liegt in deinem Cloud-Konto: ADLS Gen2 auf Azure, S3 auf AWS, GCS auf GCP. Drei Bausteine regeln den Zugriff von Databricks auf den Cloud-Speicher.
Storage Credentials legen fest, mit welcher technischen Identität Databricks auf den Speicher zugreift (Azure Managed Identity, AWS IAM Role, GCP Service Account).
External Locations sind benannte Verweise auf Pfade im Cloud-Speicher (z. B. ein bestimmter Container in ADLS Gen2 oder ein S3-Bucket), die in Unity Catalog registriert werden. Erst über diese Registrierung weiß Databricks, welche Speicherpfade es überhaupt verwenden darf, und mit welchem Storage Credential. An ihnen hängen die Berechtigungen, wer aus diesem Pfad lesen oder schreiben darf.
Volumes verwalten Dateien wie Dokumente, Bilder oder Modellartefakte innerhalb des zentralen Berechtigungsmodells (nicht-tabellarische Daten wie Parquet-Dumps, Modellartefakte, Bilder, PDFs). Sie laufen über External Locations, werden aber genauso berechtigt wie Tabellen.
Unity Catalog adressiert jede Tabelle, View, Volume oder Function über eine dreistufige Struktur: Catalog, Schema, Objektname. Diese Struktur ist Pflicht und ersetzt den zweistufigen Namespace aus Hive-Metastore-Zeiten. Der Catalog steht meist für eine Umgebung oder einen größeren fachlichen Bereich, das Schema gruppiert zusammengehörige Datenprodukte, die dritte Ebene benennt den konkreten Datensatz. Auf der übergeordneten Metastore-Ebene hängen zusätzlich Service Credential, Storage Credential, External Location und External Metadata sowie die Sharing-Objekte Share, Recipient, Provider, Connection und Clean Room als Geschwister neben dem Catalog.
Auf dieser Ebene fällt die zweite Entscheidung: Managed Table oder External Table. Bei Managed Tables legt Unity Catalog die Datendateien selbst an einem von ihm verwalteten Speicherort ab und übernimmt den vollständigen Lebenszyklus. Wird die Tabelle gelöscht, sind auch die Daten weg. Bei External Tables verwaltet Unity Catalog nur die Metadaten, die Datendateien liegen weiter an einem vorgegebenen Pfad im Cloud-Speicher und bleiben dort erhalten, auch wenn die Tabelle entfernt wird. Für neue Datenprodukte sind Managed Tables meist der einfachere Standard; External Tables bleiben sinnvoll für gewachsene Storage-Layouts und für Daten, die zusätzlich von anderen Systemen außerhalb von Databricks geschrieben werden.
Auf der Logik-Ebene trennt die Medallion-Architektur Rohdaten, aufbereitete Daten und fachlich nutzbare Datenprodukte: Unveränderte oder nur leicht aufbereitete Quelldaten (schema-on-read), bereinigte und vereinheitlichte Daten (normalisiert, mit Schema), fachlich freigegebene Daten für Reports, Anwendungen und KI (denormalisiert für Konsumenten). Die technische Struktur sollte an Umgebungen und Verantwortlichkeiten ausgerichtet werden, nicht automatisch nur an Bronze, Silber und Gold. Den Lakehouse-Hintergrund dahinter dokumentiert Databricks in der Lakehouse-Produktseite.
Daneben hält jeder Workspace einen eigenen Workspace-Speicher: bei klassischen Workspaces ein dediziertes Speicherkonto im Cloud-Abonnement, bei Serverless Workspaces ein von Databricks verwalteter Default Storage. Dort liegen interne Dateien und Metadaten des Workspaces (Job-Ergebnisse, Query-Caches, interne Metadaten) und der automatisch angelegte Workspace-Default-Catalog von Unity Catalog. Diese automatisch verwalteten Speicherbereiche sollten nicht manuell verändert werden, sonst ist der Workspace nicht wiederherstellbar. Ältere DBFS-Mounts sollten in neuen Plattformen nicht mehr als Standard verwendet werden. Datenzugriff läuft über External Locations und Volumes.
Ein Workspace, Dev-Test-Prod oder Multi-Account?
Die Anzahl und Aufteilung der Workspaces beeinflusst Betrieb, Trennung und Kosten erheblich. Sowohl zu viele als auch zu wenige Workspaces verursachen später zusätzlichen Aufwand: Jeder zusätzliche Workspace benötigt eigene Konfiguration, Deployments und Betriebsprozesse, Ein einzelner Workspace kann bei vielen Teams, Umgebungen oder Schutzanforderungen unübersichtlich werden.
Die nüchterne Entscheidungs-Logik:
| Modell | Wann sinnvoll | Risiken |
|---|---|---|
| Single Workspace | Kleines Team, wenige Workloads und keine notwendige Trennung von Entwicklung und Produktion | Wird mit wachsender Zahl von Teams und Workloads schwerer zu steuern; Compute-Policies pro Team werden zur Reibung |
| Getrennte Workspaces für Entwicklung, Test und Produktion (dev/test/prod) | Änderungen können kontrolliert durch die Umgebungen transportiert werden., regulierte Workloads in prod | Mehr Operations-Aufwand, Catalog-Strategie muss prod-übergreifend gedacht sein |
| Eigene Workspaces für Geschäftsbereiche oder Mandanten | Mehrere Geschäftsbereiche mit eigener Plattform-Verantwortung, Mandanten-Trennung gefordert | Hoher Aufwand für Betrieb, Standards und zentrale Steuerung, braucht klare Plattform-Owner |
| Vollständig getrennte Databricks-Accounts | Starke rechtliche, regionale oder vertragliche Trennung (DACH-Daten gegen US-Daten), eigene Billing-Stränge, dedizierte Metastore-Regionen | Nutzer, Gruppen und Datenfreigaben müssen accountübergreifend separat geplant werden., Catalog-Sharing über Delta Sharing |
Ein häufig sinnvoller Ausgangspunkt: Getrennte Workspaces für Entwicklung, Test und Produktion innerhalb eines gemeinsamen Accounts, ein Unity-Catalog-Metastore. Das deckt CI/CD ab, hält Operations überschaubar und macht Datenzugang über Catalog konsistent. Weitere Workspaces sollten nur ergänzt werden, wenn die zusätzliche Trennung einen konkreten Nutzen bietet und rechtfertigen sich nur, wenn unterschiedliche Verantwortlichkeiten, regulatorische Vorgaben oder eine notwendige Mandantentrennung sie erzwingen. Die Referenz-Topologien dokumentiert Databricks im Architekturzentrum.
Die frühe Plattformstruktur entscheidet mit darüber, ob Kosten später nachvollziehbar und steuerbar sind. Drei Grundlagen sind dafür besonders wichtig.
Compute Policies legen fest, welche Clustergrößen und Einstellungen Teams verwenden dürfen. Ohne solche Regeln können unnötig große oder lange laufende Cluster entstehen; mit ihnen erzwingst du Instanzgrößen, automatische Abschaltung und Photon-Nutzung. Sie gehören ab Tag 1 in jedes Setup.
Einheitliche Angaben zu Team, Kostenstelle und Anwendungsfall auf allen Workloads sind Grundlage dafür, Kosten später den richtigen Verantwortlichen zuzuordnen. Tags werden über Cluster-Policies erzwungen, in den Verbrauchs- und Abrechnungsdaten ausgewertet und in Unity Catalog ergänzend als Catalog-/Schema-Tags geführt.
Die Wahl zwischen klassischem und serverlosem Compute hat großen Einfluss auf Kosten und Betriebsaufwand. Serverless SQL Warehouses sind teurer pro DBU, höhere Verbrauchspreise können durch weniger Leerlauf und geringeren Verwaltungsaufwand ausgeglichen werden. Classic Job Cluster sind günstiger pro DBU, kosten dafür Cluster-Verwaltung und das Risiko interaktiver Cluster, die unnötig lange weiterlaufen.
DBUs sind die Abrechnungs-Einheit gegenüber Databricks. Cloud-VM-Kosten kommen darauf direkt von Azure, AWS oder GCP. Für eine vollständige Kostenbetrachtung müssen Databricks-Verbrauch und Cloud-Infrastruktur gemeinsam ausgewertet werden: DBUs aus Databricks-System-Tabellen, Cloud-Kosten aus dem Cloud-Billing.
Databricks Architektur auf Azure, AWS und GCP im Vergleich
Databricks läuft auf allen drei Hyperscalern. Die Grundprinzipien sind ähnlich, die konkrete technische Umsetzung unterscheidet sich jedoch je Cloud. Drei Punkte unterscheiden sich konkret.
Nutzer und Gruppen werden über die vorhandene Identitätsplattform des Unternehmens angebunden. Auf Azure typischerweise Entra ID mit SCIM, auf AWS IAM Identity Center oder Okta, auf GCP Cloud Identity. Identity Federation ist überall möglich, aber Einrichtung und Berechtigungsmodelle unterscheiden sich je nach Cloud und Identity Provider.
Die Namen und Konfigurationswege für private Netzwerke unterscheiden sich zwischen den Clouds. VNet-Injection auf Azure, Customer-managed VPC auf AWS, VPC-native Setups auf GCP. Private Link heißt auf AWS PrivateLink, auf Azure Private Endpoint, auf GCP Private Service Connect. Ziel bleibt jeweils ein kontrolliertes Netzwerk mit privaten Verbindungen und definiertem Egress, die Konfiguration unterscheidet sich pro Cloud.
Auch Speicher, Rollen und technische Identitäten sind cloudabhängig. ADLS Gen2 mit Hierarchical Namespace auf Azure, S3 auf AWS, GCS auf GCP. Für Cross-Cloud-Architekturen über Delta Sharing oder Lakebase ist relevant, in welcher Region der Unity-Catalog-Metastore sitzt: Der Unity-Catalog-Metastore wird in einer festen Region angelegt. Bei Databricks bleibt der Cloud-Speicher typischerweise stärker unter direkter Kontrolle des Kunden: bei Databricks bleibt der Storage explizit beim Kunden, bei Snowflake liegt er innerhalb der Snowflake-Plattform. Wie sich das in den Plattform-Entscheidungen niederschlägt, ordnen wir im Vergleich Databricks gegen Snowflake ein.
Was die Databricks-Architektur nicht entscheidet
Die Plattformarchitektur schafft den technischen Rahmen. Sie beantwortet jedoch nicht alle Fragen zu Datenprodukten, Anwendungen und KI.
Vorgehen für Datenaufnahme, Transformation, Qualität und Betrieb von Pipelines auf der Plattform gehören in eine separate Diskussion. Wie Lakeflow, Auto Loader und Declarative Pipelines zusammenspielen, zeigen wir im Überblick zu Data Engineering auf Databricks.
Wie die Plattform für Fachbereiche nutzbar wird, ist eine eigene Architektur-Frage. Darauf zahlen AI/BI Dashboards, Genie, Databricks One und Databricks Apps ein, die Konsumenten-Schicht über der Plattform. Dort fallen zusätzliche Entscheidungen: ob Fachbereiche eigene Workspaces bekommen, wie Berechtigungen vom Catalog bis ins Dashboard durchgereicht werden und welche Qualitätsanforderungen die freigegebenen Daten erfüllen müssen.
Entwicklung und Betrieb eigener KI-Anwendungen über AI Functions, Vector Search, Model Serving und Mosaic AI sind eine weitere Schicht. Die Plattform legt die technischen Möglichkeiten und Grenzen fest. Der fachliche Nutzen muss für jeden KI-Anwendungsfall separat bewertet werden.
Die Übernahme bestehender Daten, Berichte und Anwendungen ist ein eigenes Migrationsprojekt und kein Teil des Plattform-Setups. Zielbild, Wellen-Plan und Quell-Strecke werden separat geführt, damit die Architektur-Entscheidungen nicht vorzeitig fixiert werden.
Grenzen einer Databricks-Architektur
Eine saubere Plattform ist die Voraussetzung für gute Datenprodukte, nicht das Ergebnis.
Workspaces und Berechtigungen ersetzen keine Datenpipelines und keine Qualitätssicherung. Wer Workspace-Topologie, Catalog-Struktur und Compute-Policies richtig aufsetzt, hat damit noch keine produktiven Datenprodukte. Ingestion, Datenqualität und der Lebenszyklus der Pipelines kommen obendrauf.
Mehr Workspaces lösen keine ungeklärten Zuständigkeiten. Wenn nicht klar ist, wem welche Daten gehören und wer sie pflegt, behebt das auch ein zusätzlicher Workspace nicht. Er erhöht nur den Verwaltungsaufwand.
Serverless ist nicht überall identisch verfügbar. Welche Serverless-Funktionen in welcher Region und auf welcher Cloud bereitstehen, unterscheidet sich. Wer auf Serverless setzt, sollte vor dem Zielbild prüfen, ob die geplanten Funktionen am gewählten Standort tatsächlich verfügbar sind.
Der Wechsel auf Unity Catalog ist eine eigene Umstellung. Wer aus dem Hive-Metastore migriert, baut nicht nur Berechtigungen um, sondern konsolidiert auch Tabellen, Zugriffe und nachgelagerte Anwendungen. Das ist kein technischer Schalter, sondern ein eigenes Projekt.
Die Plattform bleibt in Bewegung. Cloud-Provider ändern Defaults, Databricks erweitert die Plattform, Compliance-Vorgaben verschieben sich. Eine Architektur, die heute trägt, sollte regelmäßig nachgezogen werden. Sonst läuft sie der Realität hinterher.
Wer diese Grenzen kennt und plant, kommt mit der Plattformstruktur weit. Wer sie ignoriert, baut etwas, das zunächst funktioniert, bei den nächsten Anforderungen aber erneut grundlegend umgebaut werden muss.
Fazit
Die Databricks-Architektur legt fest, wie die Plattform betrieben, geschützt und erweitert werden kann.
Sie ist besonders wichtig bei einem Neuaufbau, bei der Bereinigung einer gewachsenen Landschaft und vor größeren Migrationen.
Besonders wichtig wird die Architektur-Diskussion, wenn die Plattform schon im Einsatz ist und neue Teams, Workloads oder regulatorische Vorgaben hinzukommen: Unity Catalog für mehrere Workspaces, Serverless für SQL und AI-Workloads, regulatorische Trennung über Multi-Account, Cross-Cloud-Sharing. Neue Funktionen einzuführen, ohne die bestehende Plattformstruktur erneut zu prüfen, führt häufig zu Übergangslösungen, die später erneut umgebaut werden müssen.
Für kleine Teams mit wenigen Workloads und geringen regulatorischen Anforderungen genügt zunächst eine schlankere Plattformstruktur, einem Team, einer Cloud-Region. Dann ist die Foundation in vier bis sechs Wochen aufgesetzt, und Standardkonfigurationen können dort ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Voraussetzung ist, dass ihre Grenzen bekannt sind und regelmäßig überprüft werden.
Mein Vorschlag: Account, Workspaces, Berechtigungen, Netzwerk und Compute früh verbindlich festlegen und neue Daten und Berechtigungen von Beginn an über Unity Catalog verwalten. Compute-Regeln und Kostenmerkmale vor den ersten produktiven Workloads einführen, zusätzliche Workspaces nur dann einführen, wenn Umgebungen, Verantwortlichkeiten oder rechtliche Vorgaben eine klare Trennung erfordern. Ein gut dokumentiertes Zielbild erleichtert spätere Erweiterungen und reduziert Migrationsaufwand; die Architektur sollte regelmäßig überprüft und an neue Anforderungen angepasst werden.

Trägt deine Databricks-Architektur oder wird sie zum Kostenrisiko?
- welche eurer Plattform-Komponenten echte Architektur-Kandidaten für Konsolidierung oder Neuzuschnitt sind
- welche Governance-, Compliance- und Betriebs-Risiken vor dem nächsten Ausbau geprüft werden müssen
- welcher Architektur-Pfad für eure Cloud-, Workload- und Team-Situation trägt
FAQ
Die Control Plane wird von Databricks betrieben und enthält Web-UI, REST-APIs, Cluster-Manager, Job-Orchestrierung und den Unity-Catalog-Service. Die Data Plane läuft in deinem Cloud-Account und enthält Compute-Cluster, SQL Warehouses, Storage und Netzwerk. Diese Trennung sorgt dafür, dass Daten in deiner Cloud bleiben, während Databricks die Steuerlogik gehärtet betreibt.


