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CDS Views

CDS Views (Core Data Services Views) sind semantisch angereicherte Views im SAP-Stack. Definition, Rolle als Extraktionsschicht Richtung Datasphere und BDC.

CDS Views (Core Data Services Views) sind fachlich beschriftete Sichten auf SAP-Daten: eine wiederverwendbare Zwischenschicht, die Tabellen aus S/4HANA und älteren SAP-Systemen zu klar benannten Datenmodellen für Auswertungen, Berichte und Datenlieferungen zusammenfasst. Sie werden im SAP-System zentral definiert und dienen als Basisschicht für SAP-Apps (Fiori), eingebettete Auswertungen (Embedded Analytics) und die Anbindung an SAP Datasphere und die SAP Business Data Cloud (BDC).

Was sind CDS Views?

Core Data Services ist die von SAP eingeführte Sprache, mit der solche Sichten auf SAP-Daten beschrieben werden. Eine CDS View wählt Felder aus SAP-Tabellen oder aus anderen CDS Views aus (per SELECT) und ergänzt sie um fachliche Zusatzangaben (sogenannte Annotationen, kurze Etiketten am Feld, etwa „das ist eine Kennzahl" oder „das ist eine Sprachbezeichnung"), um Verknüpfungen zu anderen Tabellen (Associations statt harter Joins), um Sitzungswerte und um Zugriffsregeln (Data Control Language, DCL, legt fest, wer welche Zeilen sehen darf). Die Berechnung selbst läuft direkt in der Datenbank (typischerweise SAP HANA) und nicht im SAP-Anwendungsserver, sodass Summen, Filter und Verknüpfungen dort ausgeführt werden, wo die Daten liegen.

Der eigentliche Unterschied zu klassischen Datenbank-Views liegt in den Annotationen. Über @AbapCatalog, @VDM.viewType, @ObjectModel.usageType, @Analytics.dataCategory und weitere Annotationsgruppen tragen CDS Views die fachliche Bedeutung der Felder mit: Rolle im Analysemodell (Fakt, Dimension, Kennzahl), Zugehörigkeit zum Virtual Data Model (Basic, Composite, Consumption), Extraktionsfähigkeit für ODP, Berechtigungsprüfung und Multi-Language-Handling. Damit entsteht ein zentraler Semantik-Layer im ABAP-Stack, der von Fiori Elements, SAP Analytics Cloud, Embedded Analytics und externen Konsumenten gleichermaßen gelesen werden kann.

Der Begriff existiert, weil SAP mit S/4HANA die klassische Reporting- und Extraktions-Welt (SE11-Views, InfoSets, SAP Query, BW-Extraktoren) durch einen einheitlichen, transportbaren und HANA-Optimizer-freundlichen Modell-Layer ersetzt hat. CDS Views bilden die Grundlage für Embedded Analytics in S/4HANA und für die ODP-basierte Anbindung an SAP BW/4HANA, SAP Datasphere und die SAP Business Data Cloud.

Abgrenzung zu klassischen Views, HANA CDS und Calculation Views

CDS Views werden häufig mit angrenzenden Modellierungs-Objekten im SAP-Umfeld verwechselt. Die Unterschiede liegen in Ausführungsort, Semantik-Fähigkeit und Transportmodell.

BegriffVerhältnis zu CDS Views
Klassische SE11-Datenbank-Viewsrein technische Views im ABAP Dictionary ohne Annotationen und ohne DCL-Berechtigungen; CDS Views sind der Nachfolge-Layer mit Semantik und Transportintegration
ABAP CDS Viewsdie heute übliche Ausprägung: Definition im ABAP-Server, transportbar, datenbankagnostisch, DCL-Autorisierung; Standard in S/4HANA
HANA CDS (XS/XSA)nativ in SAP HANA XS/XSA definiert, ohne ABAP-Transport, ohne DCL im ABAP-Sinn; praktisch abgelöst, in Neuprojekten nicht mehr üblich
Calculation Views (HANA)grafisch modellierte HANA-Objekte im HANA-Katalog, ohne ABAP-Transport; in S/4HANA-Semantikschichten dominieren CDS Views, Calculation Views bleiben für Non-ABAP-HANA-Szenarien relevant
Analytic Models (SAP Datasphere)semantisches Analytics-Modell im Konsum-Layer der Business Data Cloud; wird von CDS Views beliefert, ersetzt sie aber nicht: CDS lebt im Quellsystem, Analytic Models im Ziel

Beispiel: Embedded Analytics und ODP-Extraktion nach BDC

Ein typischer Aufbau kombiniert beide Nutzungsformen. In S/4HANA aggregiert ein Consumption-View C_SalesOrderItemCube mit @Analytics.dataCategory: 'CUBE' Auftragspositionen aus zugrundeliegenden Basic- und Composite-Views. Fiori-Apps und SAP Analytics Cloud fragen den View als Analytical Query live ab; die Berechnung läuft im HANA-Push-Down, ohne dass eine separate Reporting-Kopie entsteht. Berechtigungen aus dem ABAP-System werden über die zugeordnete DCL-Rolle auf die Zeilen angewendet.

Parallel wird ein Basic-View auf MATDOC mit @Analytics.dataExtraction.enabled: true und Delta-fähiger Konfiguration als ODP-Quelle in SAP Datasphere angemeldet. Datasphere zieht die Delta-Sätze über das ODP-Framework, modelliert die Daten in einer eigenen Space-Struktur und stellt sie als SAP-Datenprodukt in der Business Data Cloud bereit. Über [BDC Connect](/insights/glossar/bdc-connect/) werden die Datenprodukte im nächsten Schritt an Databricks, Snowflake oder Microsoft Fabric geteilt, ohne dass die S/4HANA-Semantik im Zielsystem neu modelliert werden muss.

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