Eine DBU (Databricks Unit) ist die normalisierte Verrechnungseinheit für Rechenleistung auf der Databricks-Plattform. Sie misst den Compute-Verbrauch pro Zeit unabhängig von der zugrundeliegenden Cloud-VM und bildet die Grundlage der Databricks-Gebühr, die getrennt von den Cloud-Infrastrukturkosten anfällt.
Was eine DBU misst und wie sie abgerechnet wird
Eine DBU steht für eine normalisierte Menge an Verarbeitungsleistung, gemessen pro Sekunde oder pro Stunde. Der Begriff entkoppelt die Databricks-Abrechnung von den vielen unterschiedlichen Cloud-Instanztypen: Statt jede VM-Größe einzeln zu bepreisen, drückt Databricks den bereitgestellten Compute in einer einheitlichen Einheit aus, die über Instanztypen und Cloud-Anbieter hinweg vergleichbar bleibt.
Der DBU-Verbrauch eines Clusters ergibt sich aus der DBU-Menge pro Stunde, die für den gewählten Instanztyp und die Cluster-Größe hinterlegt ist, multipliziert mit der Laufzeit. Ein größerer oder länger laufender Cluster verbraucht mehr DBUs. Die Kosten entstehen aus diesem Verbrauch multipliziert mit der DBU-Rate, also dem Preis pro DBU.
Diese DBU-Rate ist nicht konstant. Sie variiert nach Workload-Typ (unter anderem All-Purpose Compute für interaktive Notebooks, Jobs Compute für automatisierte Aufträge, SQL Compute für Warehouses, Delta Live Tables und Model Serving), nach Edition beziehungsweise Tier (Standard, Premium, Enterprise) sowie nach Cloud-Anbieter und Region. Interaktive All-Purpose-Nutzung liegt pro DBU höher als automatisierte Jobs. Konkrete Raten sind cloud-, editions- und regionsabhängig und ändern sich; maßgeblich ist jeweils die aktuelle Databricks-Preisliste (jede genannte Rate gilt nur als Beispiel mit Prüf-Stand).
DBU, Cloud-Infrastruktur und verwandte Begriffe
Die DBU wird häufig mit den Gesamtkosten eines Workloads gleichgesetzt. Tatsächlich deckt sie nur den Software-Anteil ab. Das Abrechnungsmodell entscheidet, welche weiteren Positionen hinzukommen.
| Begriff | Was er bezeichnet | Verhältnis zur DBU |
|---|---|---|
| Cloud-Infrastruktur | VMs, Storage, Netzwerk beim Cloud-Anbieter | Im Classic-Modell separate Rechnung neben der DBU-Gebühr |
| Serverless Compute | von Databricks verwaltete Infrastruktur | Infrastruktur ist in der DBU-Rate enthalten, keine getrennte VM-Rechnung |
| Photon | vektorisierte Query-Engine für höheren Durchsatz | verändert den DBU-Verbrauch, ist selbst keine Verrechnungseinheit |
| Databricks Runtime | Software-Image auf dem Cluster | Laufzeitumgebung, keine Abrechnungsgröße |
| DBCU (Commit Unit) | vorab erworbenes Verbrauchsguthaben | Zahlungsform, keine Messgröße für Compute |
Im Classic-Modell fällt die DBU-Gebühr an Databricks an, während VMs, Storage und Netzwerk separat beim Cloud-Anbieter abgerechnet werden. Auf der Gesamtrechnung steht damit mehr als der reine Databricks-Anteil. Im Serverless-Modell verwaltet Databricks die Infrastruktur selbst und schlägt sie auf die DBU-Rate auf, sodass keine getrennte VM-Position entsteht. [Photon](/insights/glossar/photon/) senkt nicht die DBU-Rate, sondern beeinflusst über kürzere Laufzeiten und einen höheren DBU-Faktor den Verbrauch. Die Databricks Runtime bezeichnet das Cluster-Software-Image und hat mit der Abrechnung nichts zu tun.
DBU im typischen Einsatz
Ein nächtlicher ETL-Auftrag läuft auf Jobs Compute. Der Databricks-Anteil der Rechnung ergibt sich aus der DBU-Menge pro Stunde des gewählten Clusters, multipliziert mit der Laufzeit und der DBU-Rate für Jobs Compute in der genutzten Edition, Cloud und Region. Im Classic-Modell kommen die VM-Kosten des Cloud-Anbieters als eigene Position hinzu. Läuft derselbe Auftrag auf einem Serverless-SQL-Warehouse, sind die Infrastrukturkosten bereits in der DBU-Rate enthalten. Dieselbe Rechenlogik gilt für interaktive Notebooks, Streaming-Pipelines und Model Serving, jeweils mit der zum Workload-Typ passenden DBU-Rate.
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