Zum Inhalt springen

Power BI Import Mode

Power BI Import Mode lädt Daten komprimiert in die VertiPaq-Engine und ist der Standard-Speichermodus für schnelle Berichte bei moderatem Volumen.

Power BI Import Mode ist die Standard-Betriebsart von Power BI, in der die Daten aus dem Quellsystem einmalig kopiert, platzsparend zusammengepackt und im Arbeitsspeicher des Berichts-Datenmodells (dem sogenannten Dataset) vorgehalten werden. Zuständig für diese Ablage ist die VertiPaq-Engine, ein spaltenweise arbeitender Speicher innerhalb von Power BI. Berichts-Abfragen laufen ab diesem Moment gegen die Kopie, nicht mehr gegen das Quellsystem; die Aktualität hängt an geplanten Aktualisierungen (Refresh).

Was ist Power BI Import Mode?

Power BI unterstützt drei sogenannte Speichermodi (englisch „Storage Modes"), die pro Tabelle im Datenmodell festgelegt werden: Import, DirectQuery (Live-Zugriff auf das Quellsystem bei jeder Abfrage) und Dual (Mischform, je nach Nutzung Import- oder Live-Verhalten). Import ist die Voreinstellung in Power BI Desktop und liegt der Mehrheit produktiv genutzter Berichte zugrunde. Ein einzelner Bericht kann Import- und DirectQuery-Tabellen im selben Modell kombinieren; diese Mischung heißt Composite Model.

Technisch läuft der Import in drei Schritten. Beim Refresh liest Power BI die Daten aus der Quelle (Databricks SQL Warehouse, SQL Server, Dataverse, Files, APIs), wendet die in Power Query hinterlegten Transformationen an und lädt das Ergebnis in die VertiPaq-Engine. VertiPaq ist ein In-Memory-Column-Store mit Dictionary- und Run-Length-Encoding; typische Kompressionsraten liegen bei 5× bis 20× gegenüber unkomprimierten Rohdaten. Nach dem Refresh liegen die Daten vollständig im Arbeitsspeicher des Datasets, die Quelle wird bis zum nächsten Refresh nicht mehr angesprochen.

DAX-Berechnungen im Bericht (Kennzahlen, berechnete Spalten, berechnete Tabellen) werden von der Formula Engine gegen die Speicher-Engine ausgeführt. Weil kein Netzwerk-Roundtrip zur Quelle stattfindet, liegen Antwortzeiten im Millisekunden- bis niedrigen Sekundenbereich, auch bei Cross-Filter-Interaktionen. Die Performance-Charakteristik von Power BI geht wesentlich auf VertiPaq und den Import Mode zurück.

Die Aktualität der Daten ist an den Refresh-Zeitplan gebunden. Power BI Pro erlaubt bis zu acht geplante Refreshes pro Dataset und Tag, Premium und Fabric-Kapazitäten bis zu 48; inkrementelle Refresh-Strategien reduzieren das transferierte Volumen. Sekundenaktuelle Anforderungen werden über DirectQuery, ein Composite Model oder Push-/Streaming-Datasets bedient. Die Datasetgröße ist an die Kapazität gebunden: 1 GB pro Dataset in Power BI Pro, in Premium- und Fabric-SKUs bis zu mehreren hundert GB mit dem Large-Dataset-Storage-Format. Faktentabellen mit deutlich mehr als 100 bis 200 Mio. Zeilen sind Kandidaten für DirectQuery oder Direct Lake.

Abgrenzung zu DirectQuery, Composite Model, Live Connect und Direct Lake

Import Mode wird in der Praxis mit den anderen Zugriffsmodi verwechselt oder synonym behandelt, obwohl sich Datenhaltung, Aktualität und Kapazitätsgrenzen deutlich unterscheiden. Die Abgrenzung verläuft entlang der Achsen Datenhaltung (in VertiPaq oder in der Quelle) und Aktualität (an Refresh gebunden oder live).

ModusDatenhaltungAktualitätTypische Nutzung
Import ModeVollständige Kopie in VertiPaq (In-Memory)An Refresh-Zeitplan gebundenStandard-Berichte, moderate Volumen, viele DAX-Kennzahlen
DirectQueryKeine Kopie, jede Abfrage geht live an die QuelleImmer aktuellSehr große Tabellen, Live-Anforderungen, wenige DAX-Berechnungen
Composite Model (Dual/Mixed)Pro Tabelle wählbar (Import oder DirectQuery)Pro Tabelle unterschiedlichKleine Dimensionen im Import, große Fakten in DirectQuery
Live Connect (SSAS/AAS)Externes Analysis-Services-Modell, kein eigenes Modell in Power BIVon der SSAS-Instanz gesteuertBestehende SSAS-/AAS-Modelle, zentrale Enterprise-Semantik
Direct Lake (Fabric)Parquet-Files aus OneLake im VertiPaq-Cache, ohne klassischen RefreshNahe an der QuelleDelta-basierte Fabric-Umgebungen, Lakehouse-Workloads

Am folgenreichsten ist die Trennung zwischen Import und DirectQuery. Der Unterschied betrifft Datenhaltung, Aktualität, Kapazität und Warehouse-Kosten gleichzeitig. Ein Import-Dataset erzeugt Last nur beim Refresh; ein DirectQuery-Dataset erzeugt Last bei jeder Bericht-Interaktion. Live Connect bildet einen dritten Fall, in dem Power BI kein eigenes Datenmodell hält und nur als Berichts- und Visualisierungsschicht auf ein externes Analysis-Services-Modell zugreift. Direct Lake existiert nur in Microsoft Fabric und verbindet die Speicherform des Import Mode (VertiPaq-Cache) mit einer Refresh-losen Bindung an Delta-Tabellen im OneLake.

Beispiel: Vertriebs-Reporting im Handel

Ein Handelsunternehmen versorgt seine Vertriebs- und Filial-Berichte aus einem Databricks-SQL-Warehouse. Die Auftrags- und Umsatz-Faktentabelle enthält 40 Mio. Zeilen im rollierenden Zwei-Jahres-Fenster; die Dimensionen (Artikel, Filiale, Kunde, Kalender) sind klein und stabil. Das Power-BI-Dataset läuft im Import Mode. Der offizielle Databricks-Connector zieht die gefilterten Daten aus einem Serverless SQL Warehouse, Power Query wendet Typumformungen an, und VertiPaq komprimiert das Ergebnis auf rund 1,8 GB im Modell. Ein geplanter Refresh läuft nachts um 03:00 Uhr sowie tagsüber um 07:00 und 13:00 Uhr; dazwischen ist das Warehouse gestoppt.

DAX-Berechnungen (Umsatz-Marge, Vorjahres-Vergleich, Warenkorb-Rank, Top-N-Filiale) laufen sub-sekündlich, weil das Modell komplett im Arbeitsspeicher liegt. Eine Aktualität von wenigen Stunden ist für Vertriebs-Reporting akzeptiert. Für einen Live-Bestellstatus-Bericht wird derselbe Warehouse-Endpunkt im DirectQuery-Modus genutzt. Der übergeordnete [Cluster zur Power-BI-Integration mit Databricks](/insights/databricks/business-intelligence/power-bi-integration/) ordnet diese Modus-Wahl im Zusammenspiel mit Connector, Warehouse-Klasse und Semantik-Aufteilung ein.

Power BI Import Mode im eigenen Unternehmen umsetzen?

Wir zeigen, wie sich das in deiner Systemlandschaft konkret abbilden lässt.

Gespräch vereinbaren