Databricks Clean Rooms: Gemeinsame Analysen ohne Rohdaten teilen

Zwei Kollegen besprechen sich an einem Konferenztisch vor einem Wandbildschirm, überlagert von einer Grafik 'Clean Room: gemeinsam auswerten, ohne Rohdaten zu teilen' mit Partei A und Partei B, die zero-copy nur Ergebnisse aus dem Clean Room erhalten, sowie einem Vergleich 'Geteilte Rohdaten' zwischen Datei-Export und Clean Room (0 Kopien)
Lesezeit8 Min
Zuletzt aktualisiert15.7.2026
Zusammenfassung

Die Kernaussagen auf einen Blick.

  • Mit Databricks Clean Rooms können mehrere Unternehmen ihre Daten gemeinsam auswerten, ohne die jeweiligen Rohdaten direkt auszutauschen.
  • Typische Anwendungsfälle sind Zielgruppenabgleiche mit Werbeplattformen, gemeinsame Modellprojekte, konzernweite Kennzahlen und Forschungskooperationen mit sensiblen Daten.
  • Bevor die Technik eingerichtet wird, müssen Rechtsgrundlage und Verantwortlichkeiten geklärt sein (Auftragsverarbeitung, gemeinsame Verantwortlichkeit, AI-Act-Rollen).
  • Mein Vorschlag: pro Kollaborations-Anlass entscheiden, vorher die Rechtsfrage klären, mit dem Datenschutz festlegen, welche Ergebnisse den geschützten Bereich verlassen dürfen, und die Lösung danach auswählen, welche Plattformen die beteiligten Unternehmen nutzen.
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Vertrauen ersetzt keine technische Kontrolle

Eine Werbeplattform möchte wissen, wie stark sich ihre Zielgruppe mit den eigenen Kunden überschneidet. Eine Tochtergesellschaft soll zu einer Konzernkennzahl beitragen, darf ihre Kundendaten aber nicht zentral abgeben. Ein Forschungspartner benötigt zusammengefasste Auswertungen zu Patientengruppen. Häufig folgt darauf derselbe Ansatz: Daten exportieren, Vertrag unterschreiben und Dateien austauschen.

Dieses Muster wiederholt sich, sobald eine Kollaborations-Anfrage konkret wird. Jeder beteiligte Anbieter empfiehlt zunächst die eigene Lösung, der Datenschutz fragt, was das technisch bedeutet, die Geschäftsleitung fragt, was es vertraglich heißt, und am Ende entsteht häufig eine zusätzliche abgeschottete Umgebung mit kopierten Datensätzen. Die Originaldaten werden an eine andere Organisation oder Umgebung übertragen, später lässt sich nur schwer nachvollziehen, wie das Ergebnis entstanden ist, und technische Kontrollen und Verantwortlichkeiten bleiben dabei häufig unzureichend geregelt.

Vor jeder Kollaboration stehen vier Fragen im Raum:

Welche Daten dürfen überhaupt an die andere Partei übermittelt werden? Welches konkrete Ergebnis benötigen die Beteiligten, und genügen dafür zusammengefasste Kennzahlen statt einzelner Datensätze? Welche technische Plattform nutzt der Partner und lässt sie sich sinnvoll anbinden? Wer ist verantwortlich, wenn sich aus den Ergebnissen einzelne Personen wieder erkennen lassen?

Ein NDA beantwortet diese technischen und datenschutzrechtlichen Fragen nicht. Sie klären auch keine Datentreuhand-Konstrukte, die nur die Rohdaten in eine neutrale Hand verschieben. Dafür braucht es eine abgeschottete Ausführungsumgebung, in der nur vorher festgelegte Ergebnisse herausgegeben werden.

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Was ist ein Databricks Clean Room?

Ein Databricks Clean Room ist eine geschützte Umgebung für gemeinsame Datenanalysen, in der mehrere Unternehmen ihre Daten gemeinsam auswerten, ohne direkten Zugriff auf die Originaldaten der jeweils anderen Seite. Die Berechnungen finden in einer getrennten, von Databricks verwalteten Umgebung statt. Die benötigten Daten werden kontrolliert über Delta Sharing bereitgestellt; ausgeführt werden nur vorher genehmigte Notebooks oder SQL-Abfragen. Auch die ausgegebenen Ergebnisse lassen sich begrenzen. Die Databricks-Doku beschreibt Clean Rooms als Kombination aus Delta Sharing und Serverless-Compute, verankert in Unity Catalog.

Drei Einschränkungen sollten von Beginn an klar sein. Ein Clean Room anonymisiert die Daten nicht automatisch. Er bietet auch nicht automatisch mathematisch nachweisbare Datenschutzgarantien. Und er ersetzt keine rechtliche Vereinbarung zwischen den Beteiligten.

Die Folge der Abgrenzung: Ein Clean Room kann verhindern, dass die Beteiligten ihre Rohdaten direkt austauschen müssen. Trotzdem können die erzeugten Ergebnisse weiterhin personenbezogen oder sensibel sein. Die technische Abschottung und die rechtliche Bewertung der Ergebnisse müssen deshalb getrennt betrachtet werden. Wie sich Clean Rooms in die größere Sharing-Familie einordnen, zeigen wir im Überblick zu Data Sharing auf Databricks.

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Wann sind Clean Rooms sinnvoll?

Vier typische Situationen können den zusätzlichen Aufwand rechtfertigen. Für einfachere Fälle reicht meist eine normale Datenfreigabe.

Zielgruppenabgleich mit Werbeplattformen. Eine Werbeplattform will den Audience-Overlap mit den eigenen Kunden auswerten, um Werbekampagnen für gemeinsame Zielgruppen planen. Rohdaten dürfen nicht ausgetauscht werden, aber Die Größe gemeinsamer Zielgruppen und zusammengefasste Merkmale müssen abrufbar sein. Der Clean Room vergleicht geschützte Kundenkennungen und gibt nur zusammengefasste Ergebnisse aus.

Gemeinsames Training eines Modells. Zwei Unternehmen wollen ein Modell trainieren, für das beide Unternehmen Daten beisteuern, etwa ein Risikomodell aus Bank- plus Telco-Daten. Der Clean Room hält beide Trainings-Datasets in der isolierten Umgebung, das Modell wird dort trainiert, und nur das gemeinsam freigegebene Modell wird anschließend herausgegeben.

Gemeinsame Konzernkennzahlen ohne zentrale Rohdatensammlung. Eine Holding will eine Konzern-KPI berechnen, die Tochtergesellschaften dürfen ihre vollständigen Kundendaten nicht an die Holding übertragen, etwa wegen lokaler Aufsicht, vertraglicher Bindung oder gewachsener Trennung. Jede Tochter gibt nur die für die Berechnung benötigten Daten für die geschützte Auswertung frei, die Konzern-Auswertung läuft auf der kombinierten Sicht, und an die Holding wird nur die vereinbarte Kennzahl ausgegeben.

Gemeinsame Forschung mit sensiblen Daten. Klinische Daten, Pharma-Studien-Daten oder Behörden-Daten brauchen häufig aggregierte Auswertungen über Kohorten, ohne dass Forschende direkten Zugriff auf die Patientendaten erhalten. Der Clean Room hält die Daten am Ursprung, die Forschenden reichen ihre Auswertungslogik zur Prüfung ein, und nur geprüfte Ergebnisse dürfen die Umgebung verlassen.

Gemeinsam ist allen Fällen: Die Originaldaten bleiben geschützt, und nur klar festgelegte Ergebnisse werden geteilt.

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Daten, Berechnung und Ergebnisse getrennt kontrollieren

Das Modell besteht aus drei Ebenen. Auf der Datenebene legt jede Partei fest, welche Tabellen und Spalten für die gemeinsame Analyse verfügbar sind. Die Berechnung läuft in einer getrennten, von Databricks verwalteten Umgebung: Keine Partei kann die Originaldaten der anderen direkt öffnen oder durchsuchen, die Workloads laufen in einer separat provisionierten Umgebung, die Databricks als Betreiber bereitstellt.

Die wichtigste Kontrolle betrifft die Ergebnisse, die den Clean Room verlassen dürfen. Die Beteiligten legen vorab fest, welche Abfragen und Programme ausgeführt werden dürfen, und ausgegeben werden ausschließlich vorher erlaubte Ergebnisse. Die Beteiligten können die Auswertungslogik vor der Ausführung prüfen und freigeben; Ergebnisse für sehr kleine Gruppen können gesperrt werden, damit einzelne Personen nicht leicht erkennbar werden.

So können Daten gemeinsam ausgewertet werden, ohne dass die Originaldaten direkt weitergegeben werden. Die Herkunft der Daten und die ausgeführten Schritte können über Unity Catalog nachvollzogen werden, was den Audit-Pfad für Datenschutz und Revision liefert. Berechtigungen, Verantwortliche und Datenklassifikationen sollten bereits vor dem Aufbau festgelegt sein. Wie Unity Catalog die Berechtigungs- und Lineage-Grundlage stellt, erklären wir im Überblick zu Unity Catalog auf Databricks.

Ablauf eines Databricks Clean Room: Collaborator A und Collaborator B stellen über Delta Sharing Live-Daten (keine Kopie) in den zentral von Databricks verwalteten Clean Room ein. Ein Notebook mit vorab vereinbartem Code wird als Snapshot ausgeführt, das Ergebnis verlässt den Clean Room nur als freigegebene Output-Tabelle.
Ablauf eines Databricks Clean Room: Collaborator A und Collaborator B stellen über Delta Sharing Live-Daten (keine Kopie) in den zentral von Databricks verwalteten Clean Room ein. Ein Notebook mit vorab vereinbartem Code wird als Snapshot ausgeführt, das Ergebnis verlässt den Clean Room nur als freigegebene Output-Tabelle.
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Welche Partner können teilnehmen?

Am einfachsten ist die Zusammenarbeit, wenn beide Parteien Databricks mit Unity Catalog nutzen (Azure, AWS, GCP). Beide Seiten stellen Daten bereit und stimmen der Auswertungslogik zu. Je nach aktuellem Funktionsumfang können auch mehrere Parteien beteiligt werden. Vor dem Aufbau sollte geprüft werden, welche Funktionen in der jeweiligen Cloud und Region tatsächlich verfügbar sind.

Databricks-Oberfläche „Create Clean Room": Eingabefelder für Clean-Room-Name, Auswahl von Cloud und Region (AWS, Azure, GCP) sowie Collaborator-Details mit Sharing-Identifier. Cloud, Region und Beteiligte werden bei der Einrichtung festgelegt und lassen sich danach nicht mehr ändern.
Databricks-Oberfläche „Create Clean Room": Eingabefelder für Clean-Room-Name, Auswahl von Cloud und Region (AWS, Azure, GCP) sowie Collaborator-Details mit Sharing-Identifier. Cloud, Region und Beteiligte werden bei der Einrichtung festgelegt und lassen sich danach nicht mehr ändern.

Aufwendiger wird es, wenn eine beteiligte Partei Databricks nicht nutzt. Sie können über offene Delta-Sharing-Schnittstellen angebunden werden. Dabei stehen jedoch möglicherweise nicht alle Freigabe- und Kontrollfunktionen zur Verfügung; die volle Output-Kontrolle setzt voraus, dass beide Seiten innerhalb der Databricks-Clean-Room-Mechanik arbeiten.

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Databricks Clean Rooms vs Delta Sharing vs Marketplace

Innerhalb der Sharing-Familie auf Databricks erfüllen die drei Mechanismen unterschiedliche Zwecke. Die Wahl hängt davon ab, was genau ausgetauscht werden soll. Die kürzeste Abgrenzung: Delta Sharing teilt Daten, Clean Rooms teilen kontrollierte Ergebnisse, der Marketplace macht Datenprodukte auffindbar.

MechanismusWas wird geteiltSichtbarkeit für EmpfängerTypischer Anlass
Delta SharingFreigegebene Tabellen und DateienDer Empfänger kann die bereitgestellten Daten direkt verwenden.Datenprodukt an einen Partner liefern
Databricks MarketplaceDatenprodukte, Modelle, Notebooks im KatalogKäufer/Abonnent erhält Zugriff auf das ProduktDatenprodukte auffindbar machen und bereitstellen
Clean RoomGeschützte gemeinsame AnalyseDie Beteiligten erhalten keinen direkten Zugriff auf die Originaldaten der anderen Seite.Regulierte Kollaboration auf sensiblen Daten

Delta Sharing bildet die technische Grundlage für den Datentransport. Die Databricks-Produktseite beschreibt Clean Rooms ausdrücklich als Aufsatz auf Delta Sharing als Transport-Basis. Soll ein Partner bestimmte Daten direkt erhalten, ist Delta Sharing meist die einfachste Lösung. Sollen Datenprodukte gefunden, beschrieben und abonniert werden, eignet sich der Marketplace. Sollen Daten nur gemeinsam berechnet, aber nicht direkt ausgetauscht werden, ist ein Clean Room sinnvoll.

Wie Delta Sharing als Sharing-Mechanik im Detail funktioniert und wo seine Grenzen liegen, erklären wir im Überblick zu Delta Sharing auf Databricks. Wo der Marketplace Discovery und Distribution übernimmt, zeigen wir im Überblick zu Databricks Marketplace.

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Databricks Clean Rooms vs AWS Clean Rooms, Snowflake und Spezialanbieter

Bei der Auswahl sind vor allem zwei Fragen wichtig: Welche Plattformen nutzen die Beteiligten, und wie stark müssen die Ergebnisse kontrolliert werden?

AnbieterGeeignete PlattformumgebungMulti-PartyZusätzliche DatenschutzfunktionenBeste Eignung
Databricks Clean RoomsDatabricks (Cross-Cloud Azure/AWS/GCP)2, mehr als 2 als ErweiterungAggregations-Schwellen, DP als ErgänzungBeide Seiten auf Databricks oder kompatible Lakehouse-Umgebung
AWS Clean RoomsAWS2+Aggregations-Schwellen, DP optionalBeide Seiten auf AWS-Stack, Werbe-/Marketing-Anlässe
Snowflake Data Clean RoomsSnowflake2+Aggregations-SchwellenBeide Seiten auf Snowflake
DecentriqPlattform-übergreifend2+Besonders abgeschirmte Ausführung und differenzielle PrivatsphäreHoch-regulierte Kollaboration, neutraler Betreiber
InfoSumPlattform-übergreifend (Werbe-Fokus)2+Verteilte Auswertung ohne zentrale Zusammenführung der DatenWerbe- und Mediabranche, Cross-Walled-Garden
Habu (jetzt LiveRamp)Plattform-übergreifend2+Aggregations-Schwellen, DPWerbe-/Marketing-Anlässe mit vielen Datenquellen

Eine erste Einordnung ist vergleichsweise klar. Nutzen beide Parteien Databricks, lässt sich die Databricks-Lösung am einfachsten in Berechtigungen, Lineage und Audit integrieren. Nutzt der Partner überwiegend Snowflake oder AWS, kann die dort native Lösung weniger Integrationsaufwand verursachen. Wenn mehrere unterschiedliche Plattformen beteiligt sind oder keine Partei die technische Umgebung kontrollieren soll, können plattformunabhängige Anbieter besser geeignet sein.

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DSGVO, Verantwortlichkeit und AI Act

Ein Clean Room ersetzt keine datenschutzrechtliche Prüfung. Er kann den direkten Datenaustausch vermeiden und technische Schutzmaßnahmen bereitstellen, die rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit muss trotzdem vorab festgelegt werden.

In der Praxis treten vor allem drei rechtliche Modelle auf. Eine Partei verarbeitet Daten ausschließlich nach Weisung der anderen. Das braucht einen AVV, dieses Modell passt nicht, wenn beide Seiten gemeinsam Zweck und Auswertung bestimmen. Beide Parteien entscheiden gemeinsam über Zweck und Mittel der Verarbeitung. Das braucht eine schriftliche Vereinbarung nach Art. 26 DSGVO. Nur tatsächlich anonymisierte Daten fallen nicht mehr unter die DSGVO. Eine belastbare Anonymisierung ist jedoch deutlich schwieriger als eine einfache Aggregation.

Bei gemeinsam trainierten KI-Modellen können zusätzlich Pflichten aus dem AI Act relevant werden. Es muss geklärt werden, wer das KI-System entwickelt, bereitstellt und einsetzt; Hochrisiko-Use-Cases bringen zusätzliche Pflichten zu Datenqualität, Logging und Risikomanagement mit. Welche rechtlichen Pflichten in der Kollaboration zusammenkommen, klären wir im Überblick zu DSGVO und AI Act in der Data Governance.

Konsequenz: Vor dem Clean-Room-Setup muss klar sein, auf welcher Rechtsgrundlage kollaboriert wird. Ohne diese Klärung kann auch eine technisch geschützte Umgebung rechtlich ungeeignet sein.

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Wie stark sind Ergebnisse geschützt?

Mindestgrößen verhindern, dass Ergebnisse für sehr kleine Personengruppen ausgegeben werden, aus denen Einzelpersonen rekonstruierbar wären. Dies ist eine vergleichsweise einfache Schutzmaßnahme und für viele Anlässe ausreichend.

Differenzielle Privatsphäre bietet einen weitergehenden mathematischen Schutz. Dazu werden Ergebnisse gezielt und kontrolliert leicht verändert, so soll verhindert werden, dass sich aus dem Ergebnis sicher ableiten lässt, ob eine bestimmte Person im Datensatz enthalten ist. Die Stärke dieses Schutzes wird über ein festgelegtes Datenschutzbudget beschrieben. Dieses Verfahren bietet stärkere Garantien, ist aber schwerer umzusetzen und zu erklären.

Die Faustregel: Wenn nur zusammengefasste Ergebnisse für ausreichend große Gruppen benötigt werden, können Mindestgrößen je nach Risiko und Rechtslage ausreichend sein. Wenn ein mathematisch nachweisbares Schutzniveau erforderlich ist, etwa bei sensiblen Gesundheitsdaten oder bei Veröffentlichung von Statistiken, muss differenzielle Privatsphäre zusätzlich umgesetzt werden. Spezialanbieter wie Decentriq integrieren Confidential Computing und DP von Haus aus; auf Databricks lässt sich DP über Bibliotheken auf der Output-Schicht ergänzen, diese Funktion ist in Databricks Clean Rooms nicht automatisch enthalten.

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Warum Clean Rooms nur ein Teil des Modells sind

Ein Clean Room regelt nur die geschützte gemeinsame Berechnung. Zugriffsrechte, Verantwortliche, Klassifikationen und Datenherkunft müssen bereits in der Datenplattform gepflegt werden, bei Databricks in den Unity Catalog. Erst mit klaren Verantwortlichkeiten und Freigaberegeln lässt sich verlässlich entscheiden, welche Daten für die Zusammenarbeit freigegeben werden können.

Auch die Datenmenge sollte bereits vor dem Clean Room begrenzt werden. Zeilenfilter und Spaltenmaskierungen können bereits an der Quelle sicherstellen, dass nur die wirklich benötigten Daten bereitgestellt werden, bevor die Aggregations-Schwelle greift. Die Datenminimierung beginnt damit an der Quelle. Der Clean Room ergänzt anschließend die geschützte Auswertung. Wie Row-Level Security und Column Masking als Daten-Minimierung wirken, zeigen wir im Überblick zu Row-Level Security und Column Masking.

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Grenzen von Databricks Clean Rooms

Clean Rooms eignen sich nicht für jede Form der Zusammenarbeit. Vor dem Aufbau sollten vier Einschränkungen geprüft werden.

Komplexe Modelltrainings. Notebook- und SQL-Workloads sind gut abgedeckt, aufwendige Trainings mit speziellen Bibliotheken, GPUs und vielen Testläufen können in der isolierten Umgebung nur eingeschränkt geeignet sein. Vor einem gemeinsamen Modellprojekt muss geprüft werden, ob die benötigten Trainingsverfahren unterstützt werden.

Geschwindigkeit der Zusammenarbeit. Neue Abfragen und Programme müssen in der Regel zunächst geprüft und genehmigt werden, jedes Ergebnis durchläuft den Output-Genehmigungs-Schritt. Das passt gut zu klar definierten Analysen, aber weniger zu spontanen und häufig wechselnden Experimenten. Die Beteiligten sollten deshalb festlegen, wie schnell neue Auswertungen geprüft werden.

Zusammenarbeit mit mehr als zwei Beteiligten. Die Zusammenarbeit zwischen zwei Parteien ist in der Regel der einfachste Fall; bei mehreren Beteiligten müssen Funktionsumfang, Rollen und Freigaben genauer geprüft werden.

Zusammenarbeit über unterschiedliche Datenplattformen hinweg. Wenn die Gegenseite auf Snowflake, AWS oder einer reinen Werbe-Plattform sitzt, kann eine Databricks-Lösung zusätzlichen Integrationsaufwand verursachen. Zusätzliche Schnittstellen können Betrieb und Ergebniskontrolle erschweren. Hier lohnt der Vergleich mit Spezialanbietern, die Cross-Stack ausgelegt sind.

Ohne eine konkrete Fragestellung kann ein Clean Room zu einer zusätzlichen Plattform mit eigenem Betriebs- und Governance-Aufwand werden. Ein technischer Pilot ohne festgelegte Analyse und Ergebnisdefinition erzeugt leicht mehr Abstimmungs- und Betriebsaufwand als Nutzen.

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Fazit

Databricks Clean Rooms lohnen sich nur bei drei Voraussetzungen: konkrete gemeinsame Auswertung, geklärte rechtliche Verantwortung und technisch anschließbare Plattformen beider Seiten.

Databricks Clean Rooms sind besonders sinnvoll, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: eine konkrete gemeinsame Auswertung mit eindeutigem Ergebnis, eine geklärte rechtliche Verantwortung für Daten und Ergebnisse und die beteiligten Plattformen lassen sich ohne unverhältnismäßigen Integrationsaufwand anbinden.

Typische Einsatzbereiche sind Unternehmen, die gemeinsame Zielgruppen mit Werbeplattformen analysieren, die Modelle auf Daten mehrerer Unternehmen trainieren möchten, die konzernweite Kennzahlen berechnen müssen, ohne sämtliche Rohdaten zu zentralisieren oder die mit sensiblen Daten in Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten. Gute Voraussetzungen sind: ein konkreter Partner und eine klar definierte Analyse, bereits gepflegte Berechtigungen und Datenklassifikationen, frühe Beteiligung von Datenschutz und Rechtsabteilung, eine klare Festlegung, welche Ergebnisse ausgegeben werden dürfen, technisch sinnvoll anschließbare Plattformen auf beiden Seiten.

Ohne konkrete gemeinsame Analyse ist ein Clean Room meist unnötig. Die technische Verfügbarkeit allein ist kein ausreichender Grund für die Einführung. Wenn ein Partner einen freigegebenen Datensatz direkt erhalten soll, ist Delta Sharing in der Regel die einfachere Lösung.

Mein Vorschlag: Jede Zusammenarbeit sollte separat bewertet werden. Zuerst Rechtsgrundlage und Verantwortlichkeiten festlegen (Auftragsverarbeitung, gemeinsame Verantwortlichkeit, AI Act), danach gemeinsam bestimmen, welche Ergebnisse freigegeben werden dürfen, erst anschließend die technische Lösung anhand der Plattformen beider Parteien auswählen. Diese Reihenfolge verhindert, dass zunächst Technik aufgebaut und die eigentliche rechtliche und fachliche Frage erst später geklärt wird.

Wer Clean Rooms pauschal für jede Datenfreigabe verwendet, erhöht den technischen Aufwand, ohne die rechtliche Verantwortung oder das Datenschutzrisiko automatisch zu lösen.

Nächster Schritt

Vorher Rechtsgrundlage und Verantwortlichkeiten klären, dann festlegen, welche Ergebnisse den geschützten Bereich verlassen dürfen, und erst danach die technische Lösung anhand der Plattformen beider Parteien auswählen.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI
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FAQ

Ein Databricks Clean Room ist eine isolierte Auswertungs-Umgebung, in der zwei oder mehr Parteien gemeinsame Analysen auf kombinierten Datenbeständen rechnen können, ohne dass eine Seite die Rohdaten der anderen sieht. Die Compute läuft serverless und getrennt von beiden Daten-Eigentümern; freigegeben werden nur die Outputs nach Genehmigung beider Seiten. Verankert ist das Ganze in Unity Catalog.