SAP Databricks vs. Enterprise Databricks: Kosten, Features, Governance

Die Kernaussagen auf einen Blick.
- SAP Databricks ist die von SAP betriebene, funktional reduzierte Databricks-Variante innerhalb der SAP Business Data Cloud. Kern-Mehrwert: kuratierte SAP-Datenprodukte kommen ohne klassische SAP-ETL-Pipelines per Zero Copy in Unity Catalog. Standardpfad setzt S/4HANA on RISE voraus.
- Direkt lizenziert im eigenen Cloud-Konto liefert Enterprise Databricks die volle Data Intelligence Platform: kompletter Feature-Umfang, freie Compute-Wahl, beschreibbarer Storage, offenes Data Sharing und Anschluss an Non-SAP-Quellen. SAP-Daten lassen sich per BDC Connect ohne Replikation in Unity Catalog einbinden.
- Der OEM-Pfad hat klare Grenzen: engere SAP-Bindung, kein bidirektionales Data Sharing über den eigenen BDC-Account hinaus und wichtige Plattformdienste wie Databricks Apps, Marketplace und Lakebase sind nicht verfügbar. Auch die Automatisierung über APIs ist enger geschnitten.
- Faustregel: Bleibt die Datenstrategie um RISE und BDC gebaut, lohnt der Blick auf SAP Databricks. Bei heterogenen Quellen, eigenem Datenteam oder KI-Roadmap über SAP hinaus trägt Enterprise Databricks, bei Bedarf mit BDC Connect als Brücke zu SAP.
Inhaltsverzeichnis
Einordnung: Was unterscheidet SAP Databricks von Enterprise Databricks?
In Steerings wird der Vergleich zwischen SAP Databricks und Enterprise Databricks schnell auf Funktionen und Preise reduziert. Welche Features sind enthalten? Was fehlt? Welche Variante ist günstiger?
Für eine belastbare Entscheidung reicht das nicht. Die härtere Frage lautet, welche Rolle SAP künftig in der Datenplattform spielen soll. Wie groß wird der Anteil an SAP-Daten in fünf Jahren sein? Welche Analytics- und AI-Workloads sollen innerhalb der SAP Business Data Cloud laufen? Und wer soll die Plattform langfristig steuern: SAP, Databricks oder das eigene Datenteam?
Davon hängt ab, welche Variante zur Organisation passt. SAP Databricks ist vor allem dann sinnvoll, wenn Databricks als verlängerte Werkbank innerhalb der BDC genutzt und eng aus SAP heraus gesteuert werden soll. Enterprise Databricks passt eher zu einem eigenständigen Full-Stack-Lakehouse, das SAP-Daten über definierte Schnittstellen einbindet.
Der Feature-Vergleich bleibt wichtig. Er sollte die strategische Entscheidung absichern, sie aber nicht ersetzen. Vor der Beschaffung muss deshalb klar sein, ob Databricks als verlängerte Werkbank innerhalb der SAP-Landschaft laufen soll oder als eigenständiges Full-Stack-Lakehouse über SAP hinaus.
SAP-Variante: Was ist SAP Databricks?
SAP Databricks ist die in SAP Business Data Cloud eingebettete Databricks-Umgebung. Sie ist darauf ausgelegt, Datenprodukte aus der BDC direkt in Databricks zu analysieren, anzureichern und weiterzuverarbeiten.
Der größte Vorteil liegt im Zugang zu kuratierten SAP-Datenprodukten. Diese können per Zero Copy in Databricks bereitgestellt und dort mit Unity Catalog, Notebooks, SQL sowie AI- und ML-Funktionen genutzt werden. Metadaten aus dem SAP-Kontext, zum Beispiel Beschreibungen, Schlüsselbeziehungen oder Governance-Tags, werden dabei mitgeführt und erleichtern die fachliche Einordnung der Daten.
SAP Databricks passt vor allem zu Unternehmen, die SAP Business Data Cloud als zentralen Bestandteil ihrer Datenstrategie gesetzt haben. Fachbereiche und Datenteams können bereitgestellte SAP-Datenprodukte auswerten, mit weiteren Daten anreichern und daraus neue Datenprodukte für den SAP-Kontext entwickeln.
Der Schwerpunkt liegt klar auf der Arbeit mit SAP-Daten innerhalb der BDC. Für eine unternehmensweite Datenplattform mit vielen Non-SAP-Quellen, eigenen Betriebsstandards und breiteren Engineering- oder AI-Anforderungen ist der Funktionsumfang stärker begrenzt.
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Enterprise-Variante: Was ist Enterprise Databricks?
Enterprise Databricks ist die direkt bezogene Databricks Data Intelligence Platform im eigenen Cloud- und Betriebsmodell. Sie kann SAP-Daten mit Daten aus CRM-, E-Commerce-, IoT-, Produktions-, Streaming- und weiteren Quellsystemen auf einer gemeinsamen Plattform verbinden.
Das eigene Datenteam steuert dabei Architektur, Workspaces, Compute, Deployment-Prozesse, Governance, Integrationsmuster und Kostenmanagement. Dadurch lässt sich die Plattform an die eigenen technischen und organisatorischen Standards anpassen.
Enterprise Databricks eignet sich besonders, wenn Databricks als zentrale Plattform für Data Engineering, Analytics, BI, Machine Learning, GenAI und Data Sharing aufgebaut werden soll. Dazu gehören auch Streaming-Ingestion, komplexe Workflows, CI/CD, MLOps und die Entwicklung eigener Datenprodukte über SAP-Domänen hinaus.
Der Enterprise-Pfad ist deshalb vor allem für Unternehmen relevant, deren Datenstrategie mehrere Quellsysteme und Geschäftsbereiche umfasst und die ihre Plattform unabhängig vom SAP-Betriebsmodell weiterentwickeln wollen.
Sechs Schichten vom Compute bis zum Data Sharing.
SAP Databricks bleibt die verwaltete Werkbank in der BDC, Enterprise Databricks öffnet jede Schicht, verbunden über BDC Connect auf Ebene der Datenprodukte.
Grenzen: Wo ist SAP Databricks gegenüber Enterprise Databricks eingeschränkt?
Die frühe Kurzfassung „SAP Databricks ist Databricks ohne Auto Loader, Pipelines und AI-Funktionen" stimmt nicht mehr. SAP Databricks unterstützt inzwischen Auto Loader, Lakeflow Spark Declarative Pipelines, Model Serving, Vector Search, AI Gateway, Custom Agents, Agent Evaluation und weitere Teile des Databricks-Stacks.
Vollständige Funktionsgleichheit besteht trotzdem nicht. SAP Databricks bleibt eine eigene, auf SAP Business Data Cloud zugeschnittene Edition. Die Unterschiede zeigen sich heute vor allem beim Betriebsmodell, beim Zugriff auf Storage, bei der Verteilung von Datenprodukten und bei Plattformdiensten, die über Analytics und AI hinausgehen.
Stand der Gegenüberstellung: 12. Juli 2026. Einzelne Funktionen werden gestaffelt nach Cloud und Region ausgerollt.
| Bereich | SAP Databricks in SAP BDC | Enterprise Databricks |
|---|---|---|
| Produkt- und Betriebsmodell | Als Anwendung innerhalb der SAP Business Data Cloud bereitgestellt. Compute und interner Storage werden vollständig verwaltet. | Direkt lizenzierte Databricks-Plattform im eigenen Cloud- und Account-Modell. Das Unternehmen legt Plattformarchitektur und Betriebsaufteilung selbst fest. |
| Workspace-Bereitstellung | Mehrere Workspaces pro Account sind möglich, etwa für Development, Test und Produktion. Alle Workspaces eines Accounts müssen jedoch in derselben Region liegen. | Workspaces können über Accounts, Regionen und Cloud-Umgebungen verteilt und an die eigene Organisationsstruktur angepasst werden. |
| Compute-Modell | Ausschließlich serverless. All-Purpose Compute und klassisches Job Compute werden ausdrücklich nicht unterstützt. | Serverless und Classic Compute. Für SQL stehen je nach Cloud Serverless, Pro und Classic Warehouses zur Verfügung. |
| Cluster- und VM-Steuerung | Keine Auswahl von VM-Familien, Worker-Größen, Spot-Instances, Pools oder klassischen Cluster-Topologien. Die Ressourcen werden automatisch bereitgestellt und skaliert. | Auswahl von Node Types, Runtime, Access Mode, Autoscaling, Spot-Nutzung, Pools, Cluster Policies und weiteren Compute-Einstellungen. |
| Runtime-Steuerung | Serverless läuft auf einer von Databricks vorgegebenen Runtime und wird automatisch aktualisiert. Eine bestimmte Databricks Runtime kann nicht dauerhaft festgelegt werden. | Bei Classic Compute kann das Plattform-Team Runtime-Versionen und LTS-Versionen auswählen und Upgrades selbst planen. |
| Notebook-Sprachen | SAP dokumentiert Python und SQL für Notebooks. | Python, SQL, Scala und R, abhängig von Compute-Typ, Access Mode und Runtime. R- und Scala-Workloads, die auf Serverless nicht laufen, können auf Classic Compute betrieben werden. |
| GPU-Workloads | AI Runtime bringt GPU-Unterstützung auf Serverless. Für Single-Node-Tasks befindet sie sich aktuell in Preview. | GPU-Workloads können zusätzlich auf konfigurierbarem Classic Compute mit eigener Instanz- und Runtime-Wahl ausgeführt werden. |
| Batch Data Engineering | Auto Loader und Lakeflow Spark Declarative Pipelines stehen zur Verfügung. Pipelines, Notebooks und Jobs laufen auf verwaltetem Serverless Compute. | Dieselben verwalteten Funktionen plus Classic Compute als Ausweichpfad für Workloads, Libraries oder Integrationen, die nicht serverless-fähig sind. |
| Streaming | Structured Streaming und Auto Loader sind technisch verfügbar. Der Einsatz hängt jedoch an den unterstützten Serverless-Connectors, Libraries und Netzwerkmöglichkeiten. Es gibt keinen Classic-Compute-Fallback. | Structured Streaming auf Serverless oder Classic Compute. Eigene JVM-Abhängigkeiten, spezielle Connectoren und individuelle Cluster-Konfigurationen lassen sich breiter abbilden. |
| Jobs und Orchestrierung | Lakeflow Jobs, geplante Notebooks und DABS sind vorhanden. Klassisches Job Compute fehlt. Außerdem listet die aktuelle SAP-Databricks-API-Referenz keine Jobs- oder Pipelines-APIs. Automatisierung und CI/CD sollten deshalb vor der Beschaffung gegen die benötigten Endpunkte geprüft werden. | Voller Lakeflow-Jobs-Umfang mit Serverless und Classic Job Compute sowie breiter REST-, CLI-, SDK- und Terraform-Unterstützung. |
| SQL und Ad-hoc-Analyse | Serverless SQL Warehouses, SQL Editor, Visualisierungen, geplante Queries, Alerts, Metric Views und Genie Code sind verfügbar. | Vollständiger Databricks-SQL-Stack mit Serverless, Pro und Classic Warehouses sowie größerem Spielraum bei Warehouse-Typ und Plattformkonfiguration. |
| Native BI-Oberfläche | Die aktuelle SAP-Feature-Dokumentation nennt SQL-Visualisierungen, Notebook-Visualisierungen sowie Integrationen mit Power BI, Excel und Google Sheets. Native AI/BI Dashboards werden in der SAP-Funktionsübersicht derzeit nicht als reguläre Funktion aufgeführt. | AI/BI Dashboards gehören zur regulären Databricks-Plattform und können gemeinsam mit SQL Warehouses, Unity Catalog und weiteren AI/BI-Funktionen betrieben werden. |
| Klassisches Machine Learning | Managed MLflow, AutoML Forecasting, Unity-Catalog-Modellverwaltung, Model Serving und Lakehouse Monitoring sind enthalten. | Gleicher Kernumfang plus mehr Freiheit bei Trainings-Compute, Runtime, GPUs, Libraries und MLOps-Architektur. |
| Generative AI und RAG | AI Playground, AI Functions, AI Gateway, Model Serving, Vector Search, Custom Agents, Agent Evaluation und Foundation Model Fine-tuning sind dokumentiert. Einzelne Funktionen sind cloud- oder regionsabhängig. | Der vollständige Databricks-AI-Stack mit denselben Bausteinen und breiterer Verfügbarkeit über Clouds, Regionen und Compute-Varianten. |
| Genie Agents | Custom Agents werden unterstützt. Genie Agents werden in der aktuellen Audit-Referenz dagegen ausdrücklich als nicht unterstützt genannt. | Genie Agents können für natürlichsprachlichen Datenzugriff und domänenspezifische Datenassistenten eingesetzt werden. |
| Databricks Apps | Nicht unterstützt. Eigene Daten- und AI-Anwendungen können nicht als Databricks App direkt im Workspace betrieben werden. | Databricks Apps ermöglicht den Betrieb von Dashboards, RAG-Anwendungen, Eingabemasken und anderen Datenanwendungen direkt auf der Plattform. |
| Lakebase | Nicht unterstützt. | Lakebase steht als verwaltete PostgreSQL-kompatible Datenbank für operative Anwendungen und transaktionale Use Cases zur Verfügung. |
| Databricks Marketplace | Nicht unterstützt. Die SAP-BDC- und Datasphere-Mechanismen für Datenprodukte übernehmen einen Teil dieser Rolle innerhalb des SAP-Ökosystems. | Nutzung als Consumer und Provider, einschließlich öffentlicher Listings, kommerzieller Datenprodukte und privater Exchanges. |
| Lakehouse Federation | Die SAP-Dokumentation beschreibt externe Locations und OpenSharing. Eine allgemeine Lakehouse-Federation-Abdeckung wird in der aktuellen SAP-Funktionsübersicht und der freigegebenen API-Liste nicht ausgewiesen. Die benötigten Quellen und Connection-Typen sollten deshalb einzeln bestätigt werden. | Lakehouse Federation bietet über Unity Catalog verwalteten Read-only-Zugriff auf externe Datenbanken und Kataloge, unter anderem Snowflake, BigQuery und relationale Datenbanken. |
| Externer Cloud-Storage | S3, ADLS und Google Cloud Storage können angebunden werden. Externe Locations und Storage Credentials müssen im SAP-Modell als Read-only markiert werden. | Externe Locations können abhängig vom Berechtigungsmodell gelesen und beschrieben werden. Eigener Cloud-Storage kann als dauerhafter Storage-Layer der Plattform dienen. |
| Interner Storage | Root Storage und Plattform-Storage werden von SAP verwaltet. Metastore-Admins dürfen den Root Storage nicht ändern oder entfernen. | Der Kunde bestimmt Cloud-Storage, Storage Credentials, External Locations und die physische Ablage seiner Daten selbst. |
| Metastore-Steuerung | Metastore-Admins dürfen Metastores nicht selbst erstellen oder löschen, den Root Storage nicht ändern und Workspaces nicht aus dem Metastore entfernen. | Das Plattform-Team steuert Metastore-Zuordnung, Workspace Bindings, Storage Root und die Account-Struktur im Rahmen des gewählten Cloud-Modells. |
| Eingehendes Data Sharing | SAP Databricks kann Databricks-to-Databricks- und offene OpenSharing-Shares empfangen. | Shares können von Databricks- und Open-Sharing-Providern empfangen und in Unity Catalog eingebunden werden. |
| Ausgehendes Data Sharing | Ein SAP-Databricks-Workspace darf Datenprodukte nur an Empfänger innerhalb des eigenen SAP-BDC-Accounts bereitstellen. Er kann kein allgemeiner OpenSharing-Provider für externe Empfänger sein. | Daten und AI-Assets können an andere Databricks-Accounts oder über OpenSharing an externe Plattformen und Organisationen verteilt werden. |
| SAP-BDC-Datenprodukte | Aktivierte BDC-Datenprodukte erscheinen automatisch als Provider und können ohne Replikation in Unity Catalog gemountet werden. | SAP-BDC-Datenprodukte werden über den SAP BDC Connector und OpenSharing in einen regulären Unity-Catalog-Workspace eingebunden. |
| SAP-Semantik | Kommentare, Primär- und Fremdschlüssel sowie Governance-Tags werden automatisch aus BDC in Unity Catalog synchronisiert. Die synchronisierten Metadaten sind in SAP Databricks Read-only. | Der BDC Connector kann dieselben semantischen Metadaten beim Mounten von SAP-BDC-Shares in Unity Catalog übernehmen. |
| Governance | Unity Catalog, Access Controls, Lineage, Auditing, ABAC, Lakehouse Monitoring und Data Discovery sind verfügbar. | Vollständiger Unity-Catalog-Umfang mit denselben Governance-Funktionen und größerer Kontrolle über Storage, Metastore, Netzwerk und Sharing-Ziele. |
| Netzwerksteuerung | IP Access Lists, Serverless Egress Controls und Network Connectivity Configurations werden unterstützt. NCC ist aktuell für AWS und Azure dokumentiert. Änderungen müssen so konfiguriert werden, dass die BDC-Verbindung bestehen bleibt. | Zusätzlich zu Serverless-Netzwerkfunktionen können klassische VPC- oder VNet-Architekturen, PrivateLink, eigene Subnetze und kundenseitig verwaltete Netzwerkpfade genutzt werden. |
| Identity | Benutzer können aus SAP Cloud Identity Services synchronisiert werden. Anmeldung erfolgt per SSO; Passwörter werden in SAP Databricks nicht unterstützt. | Integration mit dem eigenen Identity Provider, SCIM, SSO, Service Principals und cloudabhängigen Identitätsmodellen. |
| REST APIs und Plattformautomatisierung | Die API-Fläche ist ausdrücklich auf die in der SAP-Referenz genannten Endpunkte begrenzt. Enthalten sind unter anderem Workspace, MLflow, Model Serving, Vector Search, SQL, Unity Catalog und OpenSharing. Jobs, Pipelines, Dashboards, Apps und Marketplace sind dort aktuell nicht aufgeführt. | Breite Automatisierung über REST APIs, Databricks CLI, SDKs, DABS und Terraform für Workspaces, Compute, Jobs, Pipelines, Apps, Dashboards und weitere Plattformressourcen. |
| Kostensteuerung | Nutzung kann über Serverless Usage Policies, Tags sowie system.billing.usage und system.billing.list_prices ausgewertet werden. Preise werden in der SAP-Edition in CUs dargestellt. | Kostensteuerung über DBU-Verbrauch, Cloud-Kosten, Budget Policies, Tags, System Tables, Compute Policies und kundenspezifische FinOps-Prozesse. |
| Release-Verfügbarkeit | SAP Databricks besitzt eigene Release Notes. Releases werden gestaffelt ausgerollt und können je nach Cloud, Region und Account eine Woche oder länger später verfügbar sein. | Regulärer Databricks-Release-Pfad der jeweiligen Cloud. Auch hier erfolgen Rollouts teilweise gestaffelt, jedoch ohne die Einschränkung auf die SAP-Edition. |
| Regionen | Der aktuelle Stand umfasst sechs AWS-, drei GCP- und drei Azure-Regionen. Innerhalb eines SAP-Databricks-Accounts ist nur eine Region möglich. | Breitere regionale Verfügbarkeit auf AWS, Azure und GCP sowie mehr Freiheit bei Multi-Region- und Multi-Account-Architekturen. |
Die Tabelle zeigt auch, warum eine reine Liste fehlender Data-Engineering- oder AI-Funktionen inzwischen am Thema vorbeigeht. SAP Databricks deckt die meisten typischen Analyse-, Engineering-, ML- und GenAI-Aufgaben ab. Für Teams, die BDC-Datenprodukte verarbeiten, mit externen Read-only-Daten verbinden und anschließend wieder nach BDC veröffentlichen, ist der Funktionsumfang erheblich breiter als zum Marktstart.
Die Grenzen werden sichtbar, wenn Databricks die zentrale Unternehmensplattform werden soll. Dann geht es um beschreibbaren eigenen Storage, frei konfigurierbares Compute, offene Bereitstellung von Datenprodukten, ein vollständiges API- und IaC-Modell sowie Dienste wie Databricks Apps, Marketplace oder Lakebase.
Storage bleibt Read-only
Externe Locations und Storage Credentials müssen im SAP-Modell als Read-only konfiguriert werden, kein beschreibbares Lakehouse-Fundament.
Sharing endet im eigenen BDC-Account
Ausgehende Datenprodukte erreichen nur Empfänger innerhalb des eigenen SAP-BDC-Accounts, kein externer OpenSharing-Provider.
Apps, Marketplace, Lakebase fehlen
Databricks Apps, Marketplace und Lakebase sind in der SAP-Dokumentation ausdrücklich als nicht unterstützt genannt.
Eigener Cloud-Storage bleibt Read-only
SAP Databricks kann Daten aus S3, Azure Data Lake Storage und Google Cloud Storage einbinden. Diese Speicherorte können mit Unity Catalog abgesichert und aus Notebooks, SQL, Jobs oder Pipelines gelesen werden. Externe Locations und die zugehörigen Storage Credentials müssen im SAP-Betriebsmodell jedoch als Read-only konfiguriert werden.
Das reicht aus, um externe Daten mit SAP-Datenprodukten zu verknüpfen. Es reicht nicht für eine Architektur, in der der kundeneigene Cloud-Storage das beschreibbare Fundament des Lakehouse bildet. Eigene Silver- und Gold-Datenprodukte lassen sich dort nicht frei als externe Tabellen ablegen und anschließend von weiteren Plattformen nutzen.
Enterprise Databricks lässt diesen Spielraum offen. Das Datenteam kann festlegen, welche Daten als Managed Tables in Databricks liegen, welche Tabellen in eigenen External Locations geschrieben werden und welcher Storage langfristig das System of Record bleibt.
Ausgehendes Data Sharing endet im eigenen BDC-Account
SAP Databricks kann Shares von anderen Databricks-Accounts und von offenen Sharing-Providern empfangen. Ausgehend gilt eine klare Grenze: Der Workspace kann Datenprodukte über die vorkonfigurierte OpenSharing-Verbindung an den eigenen SAP-BDC-Account veröffentlichen, aber nicht als allgemeiner Provider für Empfänger außerhalb dieses Accounts auftreten.
Das wird relevant, wenn Datenprodukte direkt an Tochtergesellschaften, Partner, Kunden, andere Databricks-Accounts oder Plattformen wie Snowflake und Microsoft Fabric verteilt werden sollen. In SAP Databricks muss dieser Weg über BDC oder eine zusätzliche Plattformkomponente geführt werden. Enterprise Databricks kann die Shares über Delta Sharing selbst bereitstellen.
Für eine Plattformstrategie ist diese Einschränkung häufig wichtiger als ein fehlendes UI-Feature. Sie bestimmt, ob SAP BDC zwingend als Verteilschicht zwischen Databricks und allen weiteren Konsumenten liegt.
Apps, Marketplace und Lakebase bleiben außerhalb des SAP-Umfangs
SAP Databricks enthält inzwischen einen breiten AI-Stack. Vector Search, Model Serving, AI Gateway, Custom Agents und Agent Evaluation stehen zur Verfügung. Die Plattform endet jedoch dort, wo aus Daten und Modellen eigenständige Anwendungen oder neue Plattformdienste werden sollen.
Databricks Apps, Databricks Marketplace und Lakebase werden in der aktuellen SAP-Dokumentation ausdrücklich als nicht unterstützt genannt. Auch Genie Agents gehören derzeit nicht zum SAP-Umfang, obwohl Genie Code und Custom Agents verfügbar sind.
Das betrifft beispielsweise interne RAG-Anwendungen, operative Eingabemasken, Data Apps, kundenspezifische Self-Service-Portale oder transaktionale Anwendungen mit Lakebase. Solche Anwendungen benötigen außerhalb von SAP Databricks eine zusätzliche Laufzeit und ein eigenes Deployment-Modell.
Die API-Fläche ist kleiner als die Benutzeroberfläche
Unterstützt sind Git Folders, Asset Bundles (DABS), Lakeflow Jobs und Lakeflow Pipelines. Daraus sollte jedoch keine vollständige API-Parität mit Enterprise Databricks abgeleitet werden.
Databricks führt für die SAP-Edition eine eigene Liste zulässiger APIs. Die aktuelle Referenz enthält unter anderem APIs für Workspace-Dateien, MLflow, Model Serving, Vector Search, SQL Warehouses, Unity Catalog und OpenSharing. Jobs-, Pipelines-, Dashboard-, Apps- und Marketplace-APIs sind dort aktuell nicht aufgeführt.
Für kleinere Umgebungen fällt das kaum auf. Bei mehreren Workspaces, automatisierten Deployments und strikten CI/CD-Vorgaben kann es zum Beschaffungskriterium werden. Vor der Entscheidung sollte deshalb geprüft werden, welche Ressourcen über UI, DABS, CLI, REST API oder Terraform wirklich erstellt und verwaltet werden können.
Der Unterschied liegt am Ende in der Plattformkontrolle
SAP Databricks nimmt dem Datenteam viel Plattformbetrieb ab. Compute und Storage sind verwaltet, die BDC-Verbindung ist vorkonfiguriert und SAP-Datenprodukte landen mit ihren semantischen Metadaten direkt in Unity Catalog. Für eine SAP-zentrierte Analytics- und AI-Umgebung ist das ein konkreter Vorteil.
Mit dem verwalteten Modell gibt das Unternehmen jedoch einen Teil der Architekturentscheidungen ab. Das Team kann keine klassischen Cluster einsetzen, keinen eigenen Storage als frei beschreibbares Lakehouse-Fundament verwenden, keine externen Sharing-Empfänger anlegen und bestimmte Plattformdienste nicht nutzen. Auch Metastore-, Netzwerk- und API-Konfiguration bleiben enger vorgegeben.
Enterprise Databricks verlangt mehr Plattformverantwortung. Dafür kann das Datenteam selbst festlegen, wie Compute, Storage, Netzwerk, CI/CD, Data Sharing und operative Anwendungen aufgebaut sind.
Die Beschaffungsfrage lautet daher nicht, ob SAP Databricks inzwischen „genug Features" hat. Zu klären ist, ob die vorgesehenen Workloads innerhalb des SAP-Betriebsmodells bleiben können oder ob Databricks als eigenständige Plattform über den BDC-Kontext hinaus funktionieren muss.
Governance: Wer administriert Unity Catalog?
Unity Catalog wird in beiden Varianten vom eigenen Datenteam administriert. Der Unterschied liegt im Umfang der Kontrolle.
Bei Enterprise Databricks steuert das Unternehmen den gesamten Aufbau selbst. Account-Admins verwalten Metastores und Workspace-Zuordnungen, bestimmen den Metastore-Admin und binden den eigenen Identity Provider an. Das Plattform-Team legt Catalogs und Schemas an, vergibt Ownership und Berechtigungen und setzt Governance-Regeln wie Row Filters, Column Masks oder ABAC-Policies um. Auch Storage-Standards und die Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen liegen beim Kunden.
In SAP Databricks bleibt die operative Governance ebenfalls beim Kundenteam. Berechtigte Nutzer können Catalogs erstellen, Ownership ändern und Zugriffe auf Daten, Modelle und weitere Objekte vergeben. SAP verwaltet jedoch den technischen Rahmen des Metastores. Der Metastore kann kundenseitig weder erstellt noch gelöscht werden. Auch Root Storage, Workspace-Zuordnung und OpenSharing sind fest an das BDC-Betriebsmodell gebunden.
Benutzer und Gruppen werden in der Regel über SAP Cloud Identity Services synchronisiert. Welche Gruppen Zugriff auf Workspaces und Unity-Catalog-Objekte erhalten, entscheidet weiterhin das Kundenteam. Die Pflege der synchronisierten Identitäten erfolgt jedoch außerhalb von Databricks.
Eine weitere Grenze betrifft SAP-Datenprodukte. Beschreibungen, Schlüsselbeziehungen und Governance-Tags werden aus der BDC in Unity Catalog übernommen und bleiben dort schreibgeschützt. Das Team kann diese Metadaten für eigene Governance-Regeln verwenden, aber nicht dauerhaft verändern.
SAP Databricks reduziert damit den technischen Administrationsaufwand, während die operative Data Governance beim Kunden bleibt. Für eine SAP-zentrierte Landschaft kann diese Aufteilung gut passen. Wer Unity Catalog als übergreifende Governance-Schicht über mehrere Clouds, Regionen und Plattformen aufbauen möchte, erhält mit Enterprise Databricks mehr Kontrolle. Mehr dazu unter Unity Catalog auf Databricks.
Kosten: Was kostet SAP Databricks im Vergleich zu Enterprise Databricks?
Beim Preisvergleich reicht es nicht, Capacity Units und DBUs gegenüberzustellen. Am Ende zählen Vertragsmodell, Workload-Mix, Infrastrukturkosten und ausgehandelte Rabatte.
SAP Databricks wird über den BDC-Core-Vertrag in Capacity Units (CUs) abgerechnet. CUs können für verschiedene BDC-Dienste eingesetzt werden. Innerhalb dieser CUs gibt es eigene Verbrauchspositionen für Compute, SQL, Model Serving, Training, Storage und Netzwerk. Über system.billing.usage, Tags und Serverless Usage Policies lässt sich der Verbrauch nach Job, Nutzer oder Projekt auswerten.
Enterprise Databricks wird direkt über Databricks oder den Cloud-Anbieter bezogen. Die Plattformkosten richten sich nach DBU-Verbrauch und Produkttyp. Bei Classic Compute kommen die Infrastrukturkosten des Hyperscalers hinzu, bei Serverless sind sie bereits eingerechnet. Volumen und Commitments werden direkt mit Databricks beziehungsweise dem Cloud-Anbieter verhandelt.
Für die Beschaffung zählt deshalb der effektive Preis des geplanten Workload-Mixes: Wie viel entfällt auf Jobs, SQL, interaktive Entwicklung, ML, Storage und Netzwerk? Welche Rabatte gelten? Und wie flexibel lässt sich das zugesagte Volumen nutzen?
Netzwerk- und Transferkosten einplanen
Auch SAP Databricks verursacht Kosten für Storage, Netzwerkzugriffe und Egress. Im Hybrid-Modell können zusätzlich verbrauchsabhängige Kosten für BDC Connect und den Datentransfer zwischen SAP BDC und Enterprise Databricks entstehen. Beide Plattformen sollten deshalb möglichst in derselben Cloud und Region liegen.
Welcher Pfad günstiger ist, entscheidet der Gesamtvertrag
SAP Databricks kann sich rechnen, wenn bereits ein größeres BDC-Commitment besteht und die gebuchte Kapazität auch für andere SAP-Dienste genutzt wird.
Enterprise Databricks kann günstiger sein, wenn viele Workloads außerhalb der SAP-Landschaft laufen und das Databricks-Volumen direkt verhandelt wird. Ein direkter Vertrag schafft außerdem mehr Spielraum bei Compute, Storage und Netzwerk.
Für einen sauberen Vergleich sollten vier Kostenblöcke getrennt betrachtet werden:
- Compute je Workload
- Storage und Storage Requests
- Netzwerk, Egress und BDC Connect
- Commitments, Rabatte und ungenutzte Kapazitäten
Wie die DBU-Abrechnung funktioniert und an welchen Stellen sich Kosten steuern lassen, zeigen wir im Databricks Pricing Guide.
Pro SAP-Pfad: Wann ist SAP Databricks die richtige Wahl?
SAP Databricks trägt in einem eng definierten Rahmen: SAP Business Data Cloud ist strategisch gesetzt, die Workloads bleiben nah an SAP-Daten und der Plattformbetrieb soll möglichst vollständig bei SAP liegen. Der Vorteil entsteht dort, wo die enge Bindung an die BDC den Zusatzaufwand einer eigenen Plattform überwiegt: SAP-Datenprodukte stehen ohne Kopien bereit, Metadaten werden in Unity Catalog übernommen und neue Datenprodukte lassen sich zurück in die BDC veröffentlichen.
Damit dieser Zuschnitt trägt, sollten mehrere der folgenden Punkte gleichzeitig zutreffen:
SAP BDC ist gesetzt und die Kernquelle
SAP-Datenprodukte tragen den Großteil der Analytics- und KI-Roadmap. Der direkte Zugriff auf SAP-gepflegte Daten und ihre Semantik wiegt stärker als Freiheit bei Compute, Storage und Data Sharing.
Die Workloads bleiben nah an SAP
Daten kommen aus der BDC, werden in Databricks angereichert und laufen wieder in die BDC zurück. Non-SAP-Quellen lassen sich lesen, der eigene Cloud-Storage bleibt jedoch schreibgeschützt.
Ein vollständig verwaltetes Modell ist gewünscht
Kein eigenes Cluster- oder Runtime-Management, kein eigener Storage-Layer. Serverless ist die einzige Compute-Option.
Die funktionalen Grenzen sind akzeptiert
Kein offenes Data Sharing an externe Empfänger, keine Databricks Apps, kein Marketplace, kein Lakebase, keine Genie Agents. Auch die reduzierte API-Fläche und die enger geschnittene Netzwerk- und Metastore-Kontrolle werden bewusst in Kauf genommen.
Die Beschaffung läuft über SAP
Verbrauch, Support und Konditionen sollen über den bestehenden BDC-Vertrag gebündelt sein, ein direkter Databricks-Vertrag ist nicht gewünscht.
Diese Konstellation existiert. Sie tritt in der Praxis aber selten reinrassig auf. Sobald Non-SAP-Quellen eine tragende Rolle spielen, eigene Datenprodukte offen verteilt oder eigene Anwendungen betrieben werden sollen, werden aus einzelnen Grenzen strukturelle Einschränkungen.
In den meisten Landschaften mit eigenem Datenteam ist Enterprise Databricks deshalb der belastbarere Pfad. Databricks bleibt dabei eine eigenständige Multi-Source-Plattform mit voller Compute-Wahl, beschreibbarem eigenem Storage, offenem Data Sharing und dem vollständigen Feature-Stack. SAP-Daten werden über den SAP BDC Connector ohne Replikation eingebunden, inklusive Beschreibungen, Schlüsselbeziehungen und Governance-Tags aus der BDC.
Pro Enterprise-Pfad: Wann ist Enterprise Databricks die richtige Wahl?
Enterprise Databricks passt, wenn Databricks als zentrale Daten- und KI-Plattform über die SAP Business Data Cloud hinaus eingesetzt werden soll. Unternehmen können Compute, Storage, Netzwerk, Automatisierung und Data Sharing dabei weitgehend selbst gestalten.
Der Enterprise-Pfad bietet sich vor allem in diesen Fällen an:
Mehrere Datenquellen
SAP ist eine von mehreren Quellen: Salesforce, Shopify, IoT und mehr laufen über Lakeflow Connect, Auto Loader und offene Schnittstellen mit rein.
Beschreibbarer Storage
Eigener Cloud-Storage bildet das Fundament. Bronze-, Silver- und Gold-Schichten lassen sich frei in External Locations schreiben.
Freie Compute-Wahl
Serverless und Classic Compute kombinierbar, Runtime, Clustergrößen und GPU-Instanzen frei konfigurierbar.
Mehr Streaming-Kontrolle
Kafka, Event Hubs und eigene Connectoren brauchen volle Kontrolle über Compute und Runtime.
Eigene Daten- und KI-Apps
Databricks Apps und Lakebase ermöglichen eigenständige Anwendungen jenseits von Vector Search und Model Serving.
Offenes Data Sharing
Datenprodukte lassen sich direkt mit anderen Databricks-Accounts und offenen Delta-Sharing-Empfängern teilen.
Eigene CI/CD-Standards
APIs, CLI, SDKs und Terraform unterstützen automatisierte Deployments unabhängig von SAP-Prozessen.
Direkt verhandeltes Volumen
Direkte kommerzielle Beziehung zu Databricks oder Cloud-Anbieter für Verbrauch, Commitments und Rabatte.
Enterprise Databricks eignet sich damit vor allem für Plattformen mit vielen Datenquellen, offenen Datenprodukt-Architekturen und einer Analytics- oder KI-Roadmap, die über die BDC hinausgeht.
SAP bleibt Teil dieser Architektur. BDC-Datenprodukte lassen sich ohne zusätzliche Kopie einbinden und gemeinsam mit ihren fachlichen Metadaten in Unity Catalog übernehmen.
Einen Überblick über das Databricks-Portfolio außerhalb der SAP-Welt geben wir unter Databricks bei ruhrdot. Den Vergleich mit einem stärker auf Data Warehousing ausgerichteten Ansatz zeigen wir unter Databricks vs. Snowflake.
Hybrid-Pfad: Was ist BDC Connect?
Die Entscheidung muss nicht ausschließlich zwischen SAP Databricks und Enterprise Databricks fallen. Mit dem SAP BDC Connector for Databricks, meist BDC Connect genannt, lassen sich Datenprodukte aus der SAP Business Data Cloud ohne zusätzliche Kopie in einen regulären Enterprise-Databricks-Workspace einbinden. Daten können auch aus Databricks zurück an SAP BDC freigegeben werden.
SAP BDC und Enterprise Databricks, verbunden über Delta Sharing.
BDC Connect bindet SAP-Business-Data-Cloud-Datenprodukte zero-copy und bidirektional in einen regulären Enterprise-Databricks-Workspace ein.
Das Beste aus beiden Welten
SAP- und Nicht-SAP-Daten verbinden, ohne Daten zu kopieren
Live, bidirektionale Konnektivität über den BDC Connector
Für die Einrichtung erstellt der Databricks-Admin einen Connection Identifier. Der BDC-Admin richtet damit eine Verbindung zu Databricks ein und sendet einen Einladungslink zurück. Nach der Bestätigung wird SAP BDC in Databricks automatisch als Provider und Empfänger angelegt. Die freigegebenen Datenprodukte können anschließend als Catalogs in Unity Catalog eingebunden werden.
Übernommen werden neben den Daten auch Tabellen- und Spaltenbeschreibungen, Primär- und Fremdschlüssel sowie SAP-Governance-Tags. SAP BDC bleibt das führende System für diese Metadaten. Änderungen werden mit Unity Catalog synchronisiert, können dort aber nicht bearbeitet werden.
So lassen sich beide Plattformen klar aufteilen: SAP BDC stellt kuratierte Datenprodukte und ihre fachliche Semantik bereit. Enterprise Databricks verbindet diese Daten mit weiteren Quellen und nutzt sie für Analytics, Streaming, Machine Learning oder eigene KI-Anwendungen. Eine separate Extraktions- und Replikationspipeline für die freigegebenen BDC-Datenprodukte entfällt.
Zusätzlicher Abstimmungsbedarf entsteht beim Betrieb. SAP-Datenprodukte und ihre Semantik werden auf der SAP-Seite verwaltet, die übergreifende Daten- und KI-Plattform auf der Databricks-Seite. Kosten, Support, Verantwortlichkeiten und Roadmaps müssen deshalb für beide Plattformen gemeinsam geregelt werden.
BDC Connect eignet sich damit für Unternehmen, die SAP-Daten intensiv nutzen und Databricks trotzdem als eigenständige Multi-Source-Plattform betreiben wollen. Wie die Architektur aufgebaut ist und welche Grenzen bei Semantik, Kosten und Data Sharing gelten, zeigen wir unter BDC Connect zwischen SAP und Databricks.
Migration: Wie migriert man von SAP Databricks zu Enterprise Databricks?
Der Wechsel ist möglich, geht aber über einen einfachen Workspace-Umzug hinaus. Notebooks und Quellcode lassen sich meist schnell übertragen. Datenstrukturen, Berechtigungen, Workflows und Betriebsprozesse müssen im Enterprise-Workspace neu eingerichtet werden.
In den meisten Fällen empfiehlt sich deshalb ein schrittweiser Übergang mit beiden Plattformen.
SAP-Datenprodukte neu anbinden
Freigegebene BDC-Datenprodukte müssen nicht aus SAP Databricks kopiert werden. Der Enterprise-Workspace kann über BDC Connect direkt mit derselben SAP Business Data Cloud verbunden werden. Die Datenprodukte werden dort erneut in Unity Catalog eingebunden. Beschreibungen, Schlüsselbeziehungen und Governance-Tags werden dabei ebenfalls aus der BDC übernommen.
Code, Workflows und eigene Datenprodukte übertragen
Notebooks lassen sich exportieren und Git-Repositories im neuen Workspace erneut verbinden. Jobs, Pipelines, Secrets, Service Principals und Berechtigungen müssen neu angelegt und getestet werden. Bei eigenen Tabellen hängt der Aufwand davon ab, wo die Daten liegen: Managed Tables befinden sich im SAP-verwalteten Storage, externe Speicherorte lassen sich in SAP Databricks nur lesen. Für eigene Datenprodukte gibt es daher zwei typische Wege: im Enterprise-Workspace aus den ursprünglichen Quellen neu aufbauen, oder erst in die BDC veröffentlichen und anschließend über BDC Connect einbinden.
Governance und Betrieb neu einrichten
Catalogs, Schemas, Ownership, Grants, Row Filters, Column Masks und eigene Tags werden nicht automatisch in den neuen Account übertragen. Auch Identity Management, Netzwerk, Monitoring und Kostensteuerung müssen im Enterprise-Workspace neu aufgesetzt werden. Die von SAP verwalteten Metadaten werden wieder synchronisiert, sobald die BDC-Datenprodukte dort eingebunden sind.
Welche Migrationsstrategie passt?
- Die Anforderungen bleiben nah an SAP: SAP Databricks weiter nutzen.
- Die Plattform wächst schrittweise über SAP hinaus: Enterprise Databricks parallel aufbauen und neue Multi-Source-Workloads dort entwickeln.
- Eigener Storage, offene Sharing-Ziele oder frei konfigurierbares Compute werden benötigt: Die betroffenen Workloads vollständig verlagern.
- Eigene Daten- und KI-Anwendungen sind geplant: Den benötigten Funktionsumfang prüfen. Databricks Apps und weitere operative Dienste sprechen für Enterprise Databricks.
Der Parallelbetrieb sollte eine Übergangsphase bleiben. Zwei dauerhaft getrennte Plattformen erhöhen den Aufwand für Governance, CI/CD, Support und FinOps.
ODP-RFC separat prüfen
SAP Note 3255746 betrifft Drittanbieter-Tools, die SAP-Daten über ODP-RFC extrahieren. Seit Juni 2026 schränkt SAP nicht autorisierte Zugriffe technisch stärker ein.
BDC Connect ist dafür kein allgemeiner Ersatz. Der Connector stellt freigegebene Datenprodukte aus der SAP Business Data Cloud bereit, ersetzt aber keine direkte Extraktion aus jedem ECC-, S/4HANA- oder BW-System.
Fazit
SAP Databricks bleibt die Werkbank in der BDC, Enterprise Databricks das offene Lakehouse für alles danach.
SAP Databricks ist vor allem eine Databricks-Werkbank innerhalb der SAP Business Data Cloud. SAP-Datenprodukte werden über die BDC bereitgestellt, verarbeitet und wieder in den SAP-Kontext zurückgeführt. Das passt, wenn SAP den Rahmen für Daten, Governance, Betrieb und Beschaffung vorgibt.
Enterprise Databricks verfolgt einen breiteren Lakehouse-Ansatz. SAP BDC ist dort ein wichtiges Quellsystem neben weiteren Plattformen und Anwendungen. SAP-Datenprodukte lassen sich über BDC Connect einbinden, während Databricks die zentrale Plattform für SAP- und Non-SAP-Daten bleibt.
Für Unternehmen mit eigenem Data-Team spricht deshalb meist mehr für Enterprise Databricks:
- eigener Cloud-Storage als gemeinsames Fundament
- einheitliche Governance für SAP- und Non-SAP-Daten
- mehr Freiheit bei Compute, Streaming, MLOps und Datenanwendungen
- offene Sharing-Szenarien über den BDC-Kontext hinaus
- geringere Abhängigkeit von SAP-Verträgen und SAP-Roadmaps
- weniger Risiko, später zusätzlich eine zweite Plattform aufbauen zu müssen
Für Landschaften mit überwiegend SAP-Datenprodukten und ohne eigenes Databricks-Plattformmodell reicht SAP Databricks.
Soll Databricks dagegen die unternehmensweite Daten- und AI-Plattform bilden, ist Enterprise Databricks mit BDC Connect meist der tragfähigere Weg.
Vor der Beschaffung sollten vier Fragen geklärt sein:
- Soll Databricks die BDC erweitern oder die zentrale Datenplattform bilden?
- Wer verantwortet Unity Catalog, Governance und Betrieb?
- Wie wichtig werden Non-SAP-Daten in den nächsten Jahren?
- Soll die Plattform unabhängig von SAP-Verträgen weiterentwickelt werden?

Welche Databricks-Variante passt zu eurer SAP-Landschaft?
In einem Data & AI Assessment prüfen wir, welcher Pfad (SAP Databricks, Enterprise Databricks oder beides mit BDC Connect) zu eurer SAP-Landschaft passt.
- welche SAP- und Non-SAP-Workloads auf welchen Pfad gehören
- welche Grenzen bei Storage, Compute und Data Sharing relevant sind
- wie BDC-Datenprodukte in eine zentrale Lakehouse-Architektur eingebunden werden
- welcher Betriebs-, Vertrags- und Kostenpfad langfristig mehr Spielraum bietet
FAQ
SAP Databricks ist die als OEM-Baustein in der SAP Business Data Cloud eingebettete Databricks-Instanz, also eine verlängerte Werkbank der BDC. SAP hostet, betreibt und verkauft sie im Rahmen des BDC-Abonnements. Compute ist ausschließlich Serverless, das Feature-Set ist gegenüber Enterprise Databricks reduziert. Der Zugang läuft über „SAP for Me" und die SAP Cloud Identity Services.
Quellen
Databricks-Dokumentation
Ankündigungen & Hintergrund
- Announcing the General Availability of SAP Databricks on SAP Business Data CloudDatabricks Blog
- Announcing the General Availability of SAP Business Data Cloud Connect to DatabricksDatabricks Blog
- Unlocking SAP business context in Databricks with semantic metadata Delta SharingDatabricks Blog
- SAP Databricks in Business Data CloudSAP


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