Databricks vs Microsoft Fabric: wann Fabric reicht und wann Databricks besser skaliert

Die Kernaussagen auf einen Blick.
- Databricks und Microsoft Fabric lösen nicht dasselbe Problem. Fabric ist stark für Power BI, Microsoft-Stack-Self-Service und planbare BI-Kapazitäten. Databricks ist stärker, wenn Engineering, KI, Streaming, Multi-Cloud und offene Datenbasis zusammenkommen.
- Fabric passt gut, wenn Power BI der Hauptkonsument bleibt und der Microsoft-Stack gesetzt ist. Databricks passt besser, wenn die Plattform zentrale Datenprodukte, ML, GenAI, eigene Modelle oder mehrere Cloud-Umgebungen tragen soll.
- Der wichtigste Unterschied liegt im Betriebsmodell: Fabric arbeitet über Capacity, Databricks über elastisches Compute. Bei reiner BI kann Fabric günstiger und einfacher sein. Bei dauerhaften Engineering- und KI-Lasten skaliert Databricks feinkörniger.
Inhaltsverzeichnis
Warum der Vergleich von Databricks und Fabric am Workload hängt
Der Vergleich zwischen Databricks und Microsoft Fabric wird häufig zu technisch geführt. Dann geht es schnell um Spark-Performance, Copilot-Funktionen, Lizenzmodelle oder einzelne Features. Für eine Plattformentscheidung reicht das aber nicht aus, weil beide Lösungen aus unterschiedlichen Richtungen kommen.
Microsoft Fabric passt besonders gut, wenn Power BI, Microsoft-Integration, Self-Service-BI und planbare Reporting-Kapazitäten im Vordergrund stehen. Databricks spielt seine Stärken eher dort aus, wo Datenengineering, Streaming, Machine Learning, GenAI, Multi-Cloud-Szenarien und offene Datenformate zusammenkommen.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Welche Plattform hat das bessere Einzel-Feature? Entscheidend ist, welcher Workload-Mix die nächsten Jahre prägen wird. Wie viel klassische BI wird benötigt? Wie viel Datenengineering? Wie wichtig werden KI, ML, Streaming, Governance, offene Tabellenformate und der Betrieb über verschiedene Workload-Klassen hinweg?
Diese Verteilung entscheidet über Architektur, Teamaufbau, Kostenstruktur und Betriebsmodell. Sie wirkt länger als jedes neue Modul-Release. Genau deshalb sollte die Entscheidung bei der Frage beginnen, welche Art von Datenplattform das Unternehmen langfristig wirklich braucht.
Was leisten Databricks und Microsoft Fabric 2026?
Databricks ist eine Lakehouse- und KI-Plattform für Engineering, SQL, ML, GenAI und Governance auf einer gemeinsamen Datenbasis. Die Plattform läuft auf AWS, Azure und GCP, nutzt Delta Lake mit Iceberg-Kompatibilität über das Uniform-Format und bündelt Governance über Unity Catalog. Photon treibt SQL- und Datenverarbeitung, Databricks SQL mit Serverless SQL Warehouses trägt die analytische Konsum-Schicht, Mosaic AI deckt Foundation Model APIs, Vector Search, Agent Bricks und MLflow ab. Lakeflow bündelt Ingestion und Orchestrierung, Delta Sharing öffnet die Daten plattformübergreifend, Lakebase ergänzt eine verwaltete Postgres-Schicht für operative Datenanwendungen.
Microsoft Fabric ist eine integrierte SaaS-Datenplattform auf Azure. Ihre stärkste Achse ist die Verbindung aus OneLake, Power BI Direct Lake, Entra ID, Purview und Copilot. Fabric reduziert Integrationsaufwand im Microsoft-Stack und macht BI- und Self-Service-Szenarien besonders zugänglich. Data Factory, Notebooks, Data Warehouse, Real-Time Intelligence, Fabric SQL Database und Mirroring auf externe Quellen (Snowflake, Azure SQL, Cosmos DB, Databricks Unity Catalog) liegen in einer Oberfläche, das F-SKU-Kapazitätsmodell bildet die Abrechnung.
Beide Plattformen teilen die Datenbasis: Apache Spark als verteilte Verarbeitungs-Engine, Delta Lake als Tabellenformat. Die tragenden Unterschiede liegen darunter: bei Plattformbasis, Compute- und Kostenmodell, Cloud-Strategie und Tiefe der KI-Funktionen. Die Details finden sich in der Vergleichstabelle weiter unten.
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Was ist der Unterschied zwischen Databricks und Fabric?
Drei grundsätzliche Unterschiede prägen die Entscheidung stärker als einzelne Features.
Reife & Engineering-Tiefe
Databricks: langjährige Produktionshistorie in Spark, Lakehouse und ML. Fabric: jünger, seit November 2023 verfügbar und modulweise unterschiedlich reif.
Plattformbasis & Offenheit
Databricks läuft Multi-Cloud mit offenen Formaten wie Delta und Iceberg. Fabric ist Azure-SaaS mit OneLake als zentraler, geschlosseneren Speicherschicht.
Kosten- & Betriebsmodell
Fabric rechnet über gebuchte Capacity (F-SKUs), Databricks elastisch pro genutztem Compute, planbar vs. feiner steuerbar.
Erstens: Reife und Engineering-Tiefe. Databricks kommt aus der Spark-, Lakehouse- und ML-Welt. Die Plattform ist seit vielen Jahren in produktiven Daten-, Streaming- und KI-Workloads im Einsatz. Microsoft Fabric ist deutlich jünger und wurde seit der allgemeinen Verfügbarkeit im November 2023 Schritt für Schritt erweitert.
Für klassische Power-BI-Szenarien ist dieser Unterschied weniger entscheidend. Power BI selbst ist etabliert und in vielen Unternehmen fest verankert. Relevant wird die Plattformreife vor allem dann, wenn neben Reporting auch komplexes Datenengineering, Streaming, Machine Learning oder GenAI produktiv betrieben werden sollen.
Zweitens: Plattformbasis und Offenheit. Databricks läuft auf AWS, Azure und GCP. Daten können im eigenen Cloud-Speicher liegen und in offenen Formaten wie Delta Lake sowie über UniForm zusätzlich im Iceberg-Format bereitgestellt werden. Unity Catalog kann externe Kataloge wie AWS Glue, Google Cloud, Snowflake Horizon, Palantir, Salesforce oder Workday einbinden. Delta Sharing erleichtert den Datenaustausch über Plattformgrenzen hinweg.
Microsoft Fabric ist dagegen als Azure-SaaS-Plattform aufgebaut. OneLake bildet die gemeinsame Speicherschicht auf Delta-Basis. Das ist besonders stark, wenn ein Unternehmen ohnehin tief im Microsoft-Stack arbeitet. Für Multi-Cloud-Strategien und offene Datenhaltung bietet Databricks aber mehr Spielraum. Iceberg-Read steht bei Fabric auf der Roadmap, Iceberg-Write ist 2026 noch nicht allgemein verfügbar. Auch die beworbene Delta-Lake-Kompatibilität hat Grenzen: der direkte Zugriff auf die zugrundeliegenden Dateien ist eingeschränkt, für Portabilität in externe Umgebungen läuft es häufig auf einen Export hinaus.
Beim Lock-in ist die Unterscheidung wichtig: Databricks reduziert vor allem den Daten-Lock-in, weil Tabellen im eigenen Cloud-Speicher und in offenen Formaten liegen können. Ganz ohne Plattformbindung ist man trotzdem nicht. Wer stark auf Unity Catalog, Mosaic AI, Vector Search, Lakebase oder spezifische Betriebsautomatisierung setzt, bindet sich auch dort an Plattformfunktionen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass die Daten bei einem späteren Wechsel deutlich einfacher weiterverwendet werden können als bei einer Migration aus OneLake in eine fremde Speicherarchitektur.
Drittens: Kosten- und Betriebsmodell. Fabric arbeitet mit Kapazitäten über das F-SKU-Modell. Das kann BI-Kosten planbarer machen, weil Leistung zentral gebucht und verteilt wird. Gleichzeitig kann dieses Modell bei dauerhaften Engineering-Lasten an Grenzen kommen. Kurzzeitige Lastspitzen werden über Smoothing abgefedert. Bei anhaltender Überlast können Abfragen verzögert oder abgewiesen werden, bis eine größere SKU notwendig wird. Die gebuchte Capacity verursacht außerdem laufend Kosten, auch in Zeiten ohne Last. Ein pausierbares Databricks-Warehouse oder ein sekundengenau abgerechneter Job-Cluster verhält sich anders.
Databricks rechnet elastischer ab. Bezahlt wird der tatsächlich genutzte Compute, meist sekundengenau. Das passt gut zu schwankenden Engineering-, ML- und KI-Workloads, verlangt aber aktives Kostenmanagement. Cluster-Sizing, Photon-Nutzung, Serverless-Strategie, Predictive Optimization, Auto-Termination und Tagging müssen sauber gesteuert werden. Fabric vereinfacht Planung über Kapazitäten. Databricks bietet mehr Flexibilität, braucht dafür aber eine konsequentere Kostensteuerung.
welche Plattform passt zu welchem Workload?
Die folgende Matrix fasst die wichtigsten Unterschiede für eine Plattformentscheidung zusammen. Sie ersetzt keine Detailbewertung, zeigt aber, wo die strategischen Schwerpunkte der beiden Plattformen liegen.
Security, DevOps, Observability, Teamaufbau und Vendor-Risiko werden weiter unten separat betrachtet. Diese Themen sind zu wichtig, um sie auf eine einzelne Tabellenzeile zu reduzieren.
| Kriterium | Databricks | Microsoft Fabric |
|---|---|---|
| Stärkster Fit | Datenengineering, KI, ML, Streaming, Multi-Cloud und operative Datenanwendungen mit Lakebase | Power BI, Microsoft-Stack, Self-Service-BI und Direct Lake |
| Reifegrad | Lange Betriebshistorie in Spark, Lakehouse, SQL, Streaming und ML; neuere Bausteine wie Lakebase separat bewerten | Power BI ist sehr reif, viele Fabric-Module sind jünger und sollten je Workload einzeln geprüft werden |
| Compute-Modell | Elastisch pro Workload, Abrechnung über DBUs und Cloud-Compute, meist sekundengenau | Kapazitätsmodell über F-SKUs mit Smoothing und Bursting; bei Dauerlast drohen Throttling oder SKU-Sprung |
| Datenbasis und Cloud | AWS, Azure und GCP; Daten im eigenen Cloud-Speicher, Delta Lake als Basis, Iceberg-Kompatibilität über UniForm | Azure-zentriert; OneLake als gemeinsame Speicherschicht mit Delta als Standard, Iceberg-Read auf Roadmap |
| BI | Power BI über Connector auf Databricks SQL Warehouses oder über OneLake-Mirroring auf Unity Catalog | Power BI Direct Lake nativ auf OneLake, starke Semantic Models, enge Einbettung in Office und Teams |
| KI und ML | Mosaic AI mit Foundation Model APIs, Vector Search, MLflow, Unity AI Gateway und breiter Modellwahl | Copilot, AI Skills und AI Functions mit starkem Fokus auf Microsoft- und OpenAI-nahe Modelle |
| Governance | Unity Catalog für Daten, Modelle, Funktionen, Lineage, Berechtigungen und externe Kataloge | Purview, Entra ID und Workspace-Governance innerhalb des Microsoft-Stacks |
| Team-Fit | Passt zu Organisationen mit Plattform-, Data-Engineering- und ML-Kompetenz | Niedrigere Einstiegshürde für bestehende Microsoft-, Power-BI- und Analytics-Teams |
Fabric vs Databricks im Kurz-Rating
Wer eine schnelle Orientierung braucht, findet hier acht Achsen im Punktesystem. Fünf Punkte stehen für einen klaren Vorsprung, drei bis vier Punkte für Parität oder guten Fit, ein bis zwei Punkte für eine deutliche Lücke. Die Bewertung folgt der Analyse in den vorigen und folgenden Abschnitten. Sie ist bewusst grob. Details klären eine Workload-Inventur und ein Assessment.
| Bewertungs-Achse | Databricks | Microsoft Fabric |
|---|---|---|
| BI-Konsum und Self-Service | 3 | 5 |
| Data Engineering und Streaming | 5 | 3 |
| ML, GenAI und Agenten | 5 | 3 |
| Governance über Plattformen hinweg | 5 | 4 |
| Multi-Cloud und offene Formate | 5 | 2 |
| Kostentransparenz pro Workload | 4 | 3 |
| Microsoft-Stack-Integration | 3 | 5 |
| Team-Fit für BI-getriebene Organisationen | 3 | 5 |
| Summe | 33 | 30 |
Ein Unternehmen mit starkem Power-BI-Fokus und wenig Engineering wird die BI- und Team-Fit-Achsen anders gewichten als ein Enterprise mit dauerhafter Engineering-, KI- und Multi-Cloud-Last.
Die acht Bewertungs-Achsen im Detail
Die Punktzahlen aus dem Kurz-Rating lassen sich pro Achse konkret begründen. Hier die Kurzfassung.
BI-Konsum und Self-Service. Fabric verbindet Direct Lake, OneLake und Power BI Semantic Models nativ. Import- und DirectQuery-Anbindungen funktionieren auf beiden Plattformen. Direct Lake bringt aber einen Performance-Vorteil ohne zusätzliche Warehouse-Ladung. Für BI-nahe Konsum-Szenarien geht der Punkt an Fabric.
Data Engineering und Streaming. Databricks setzt bei Ingestion und Transformation auf codebasierte Notebooks, Delta Live Tables und Autoloader. Fabric bietet mit Dataflow Gen2 einen Low-Code-Weg über Power Query, ergänzt um Data Factory für Orchestrierung. Bei komplexen ETL-Prozessen stößt Fabric aber schneller an Kosten- und Performance-Grenzen. Databricks liegt hier vorn.
ML, GenAI und Agenten. Databricks liefert mit MLflow, Feature Store, Mosaic AI und Agent Bricks ein durchgängiges ML-Ökosystem: Datenaufbereitung, Training, Deployment und Monitoring. Custom-Modelle, komplexe ML-Pipelines und LLM-basierte Anwendungen sind auf Databricks besser aufgehoben. Fabric bietet mit Copilot einen KI-Assistenten für Analysten, für einen produktionsreifen ML-Stack reicht das aber nicht. Genie ergänzt auf Databricks einen Self-Service-Ansatz per natürlicher Sprache.
Governance über Plattformen hinweg. Unity Catalog verwaltet Tabellen, Volumes, Modelle, Funktionen, Lineage und externe Kataloge in einer Schicht. Ein neuerer Baustein erlaubt zusätzlich, Lineage-Metadaten aus Systemen außerhalb von Databricks aufzunehmen, sodass auch vor- und nachgelagerte Datenflüsse in derselben Governance-Sicht sichtbar werden. Fabric setzt auf Purview für die Governance-Sicht. Die Reife ist geringer: ML-Modelle lassen sich derzeit nicht end-to-end überwachen wie über Unity Catalog. Für End-to-End-Data-Governance auf Enterprise-Niveau liegt Databricks vorn.
Multi-Cloud und offene Formate. Databricks läuft auf AWS, Azure und GCP. Daten liegen im eigenen Cloud-Speicher in offenen Formaten wie Delta und Iceberg über UniForm. Delta Sharing und die Databricks-API decken plattformübergreifenden Datenaustausch ab. Fabric ist Azure-only aufgebaut; die Fabric-API zur gemeinsamen Nutzung ist begrenzter. Für Multi-Cloud und offene Datenhaltung geht der Punkt an Databricks.
Kostentransparenz pro Workload. System Tables machen auf Databricks Kosten pro Job, Warehouse, Nutzer, Team oder Tag per SQL sichtbar. Die Capacity Metrics App auf Fabric zeigt CU-Auslastung, Smoothing und Throttling. Die Zuordnung auf einzelne Workloads bleibt manueller. DTAP-Umgebungen kosten auf Fabric zusätzliche Capacity Units pro Workspace, wenn Dev- und Prod-Workloads sauber getrennt bleiben sollen. Auf Databricks reichen dafür Unity-Catalog-Kataloge und Job-Konfigurationen.
Microsoft-Stack-Integration. Fabric ist mit Entra ID, Purview, Office, Teams und Copilot tief in den Microsoft-Stack eingebettet. Der Einstieg wirkt für Microsoft-affine Organisationen niedrigschwellig, viele Bausteine sind vorkonfiguriert. Databricks bindet Power BI über den Connector oder OneLake-Mirroring an und verlangt mehr Konfiguration im Microsoft-Kontext.
Team-Fit für BI-getriebene Organisationen. Für bestehende Power-BI- und Analytics-Teams bietet Fabric den flachsten Einstieg. Notebooks, Data Factory, Dataflow Gen2 und Direct Lake docken an vertraute Werkzeuge an. Databricks setzt Data-Engineering-, Spark-, Python- und Cloud-Kompetenz voraus und braucht ein zentrales Plattform-Team mit Ownership über Unity Catalog, Cluster-Policies und FinOps.
Welche Fragen entscheiden den Plattformvergleich wirklich?
Vor der Plattformentscheidung sollten acht Fragen geklärt sein. Sie zeigen schneller als jede Feature-Matrix, welche Plattform wirklich zur Organisation passt.
Workload-Mix
Wie verteilen sich BI, Datenengineering, Streaming und KI heute, und wie verändert sich das in den nächsten 24 Monaten?
Lastprofil und Kosten
Sind die Workloads planbar und BI-getrieben, oder gibt es schwankende Engineering-, ML- und Streaming-Lasten?
Datenlandschaft
Müssen SAP-Daten, Non-SAP-Daten und Dokumente gemeinsam verarbeitet werden, oder bleibt der Schwerpunkt auf strukturierten BI-Daten?
Rolle von Power BI
Bleibt Power BI vor allem die Konsumschicht, oder soll Fabric zur zentralen Datenplattform ausgebaut werden?
Security und Regulatorik
Gibt es harte Vorgaben zu Netzwerkisolation, Datenresidenz, Verschlüsselung oder branchenspezifischen Anforderungen wie BaFin, DORA, HIPAA oder GDPR-Regionen?
Team und Betrieb
Wer trägt die Plattform im Alltag: ein BI-Team, ein Data-Engineering-Team oder eine zentrale Plattformorganisation?
KI-Roadmap
Geht es vor allem um Copilot-gestützten Self-Service, oder sollen eigene ML-Produkte, Foundation-Model-Anwendungen und Agenten produktiv betrieben werden?
Cloud-Strategie
Ist Azure gesetzt, oder spielen AWS, GCP, Vendor-Diversifizierung, M&A-Szenarien oder regionale Anforderungen eine wichtige Rolle?
Ohne klare Antworten auf diese Fragen wird der Vergleich schnell wieder zur Feature-Diskussion. Mit klaren Antworten zeigt sich meist recht deutlich, welches Zielbild tragfähig ist.
In vielen deutschen Unternehmen läuft es nicht auf ein Entweder-oder hinaus. Häufig ist ein Hub-and-Spoke-Modell sinnvoll: Databricks übernimmt die Rolle als Engineering-, Governance- und KI-Hub, während Power BI die BI-Konsumschicht für Fachbereiche bleibt.
Fabric Semantic Model oder Unity Catalog?
Eine der wichtigsten Fragen kommt vor der Plattformentscheidung: Wo werden Umsatz, Marge, Churn, NRR oder Customer Health verbindlich definiert? Und wer verhindert, dass Self-Service-BI am Ende zehn verschiedene Wahrheiten produziert?
Fabric hat hier einen klaren Vorteil, wenn Power BI die zentrale BI-Schicht bleibt. Power BI Semantic Models sind lange etabliert, DAX ist breit im Einsatz, und über XMLA-Endpoints lassen sich Werkzeuge wie Tabular Editor, dbt oder andere Modellierungs- und Deployment-Tools anbinden. Liegt eine Kennzahl sauber im Semantic Model, können Direct Lake, Excel, Copilot und Office-Integration auf dieselbe Definition zugreifen.
Databricks setzt die Kennzahlenlogik näher an die Datenplattform. Metriken werden typischerweise über Unity-Catalog-Views, SQL Warehouses, dbt oder ein eigenes Metrics Framework definiert. Der Vorteil: Dieselbe KPI-Logik lässt sich für BI, ML-Features, Reverse-ETL, operative Datenprodukte und Anwendungen nutzen. Die Kennzahl lebt dann näher an der zentralen Datenbasis und bleibt nicht auf die BI-Schicht beschränkt.
Der Nachteil: Databricks bringt keine fertige semantische Modellschicht mit, die mit Power BI Semantic Models vergleichbar wäre. Metrik-Governance muss bewusst aufgebaut werden: mit klaren Namenskonventionen, fachlichen Ownern, Versionierung, Tests und Freigabeprozessen. Genie kann Natural-Language-BI über Unity Catalog besser einordnen, ersetzt aber kein sauber gepflegtes tabellarisches Semantikmodell.
Für Unternehmen, in denen Power BI die verbindliche BI-Schicht bleibt, ist das Semantic Model ein starkes Argument für Fabric. Für Unternehmen, in denen Kennzahlen über BI, ML, operative Anwendungen und Datenprodukte hinweg konsistent genutzt werden sollen, ist eine datennahe Metrik-Schicht auf Databricks oft tragfähiger.
Die Voraussetzung ist allerdings dieselbe wie bei Power BI: Jemand muss die Kennzahlen aktiv besitzen und pflegen.
warum die Engine-Wahl Kosten und Tempo bestimmt
Spark gibt es auf beiden Plattformen. Entscheidend ist, wie die Plattform Spark betreibt, optimiert und abrechnet. Für klassische BI-Nutzung ist der Unterschied oft überschaubar. Bei dauerhaften Engineering-, Streaming- und ML-Workloads wirkt er sich direkt auf Laufzeiten, Compute-Größen und Kosten aus.
Databricks bringt mit Photon eine eigene Engine für schnelle SQL- und Datenverarbeitung mit. Predictive Optimization übernimmt zusätzlich viele Aufgaben, die sonst manuell geplant werden müssten: Datei-Layout, Statistiken und Optimierung von Delta-Tabellen. Auch der Start von Serverless Compute ist auf kurze Reaktionszeiten ausgelegt. Serverless Jobs Compute startet typischerweise in unter einer Minute, Serverless SQL Warehouses in wenigen Sekunden. Für Lastspitzen am Morgen, Monatsabschlussläufe oder Ad-hoc-Analysen ist das ein praktischer Vorteil, weil weniger Kapazität vorgehalten werden muss.
Fabric optimiert Spark stärker im Kontext von Power BI und OneLake. V-Order legt Delta-Dateien so ab, dass sie im Direct-Lake-Modus besonders effizient von Power BI gelesen werden können. Das ist stark für vorbereitete BI-Szenarien. Engineering-Jobs, Data Factory und BI teilen sich jedoch dieselbe Capacity. Dadurch muss genauer geplant werden, welche Lasten wann laufen, damit BI-Konsum und Datenverarbeitung sich nicht gegenseitig ausbremsen. Wartungsaufgaben wie OPTIMIZE oder VACUUM müssen stärker bewusst eingeplant werden.
Auch bei ML zeigt sich der Unterschied. Fabric bietet mit AI Skills, AI Functions und Copilot-nahem Arbeiten einen guten Einstieg in Self-Service- und produktnahe KI-Funktionen. Databricks ist tiefer auf den ML-Lifecycle ausgerichtet: mit MLflow, Feature- und Modell-Governance, Vector Search, Model Serving und stärkerer Kontrolle über eigene Modelle und Workflows.
Die Konsequenz ist weniger spektakulär als oft dargestellt, aber für die Wirtschaftlichkeit wichtig. Eine ETL-Strecke mit mehreren Terabyte täglicher Datenbewegung, vielen Transformationen und parallelen Streams lässt sich auf Databricks häufig effizienter betreiben, weil Compute stärker pro Workload gesteuert und optimiert werden kann. Für Power-BI-nahe Analytics auf vorbereiteten Daten hat Fabric dagegen klare Vorteile, weil Direct Lake und V-Order genau auf diesen Konsumfall ausgelegt sind.
Der sinnvolle Schnitt liegt deshalb oft nicht bei „entweder Databricks oder Fabric“. Häufig ist die bessere Architektur: Engineering, Streaming, ML und KI auf Databricks; Power BI als vertraute Konsumschicht für Fachbereiche. So bleibt die aufwendige Datenverarbeitung nah an einer dafür optimierten Plattform, während Reporting und Self-Service dort stattfinden, wo viele Unternehmen ohnehin schon arbeiten.
Was leistet Power BI Direct Lake?
Direct Lake ist einer der größten Vorteile von Microsoft Fabric. Power BI kann Daten direkt aus OneLake lesen, ohne klassisches Import-Modell und ohne regelmäßige Refresh-Fenster. Für große BI-Modelle im Microsoft-Stack ist das ein starkes Argument: weniger Modellpflege, weniger Datenkopien und deutlich einfacherer Zugriff auf große Datenbestände.
Wichtig ist aber die Einordnung: Direct Lake ersetzt kein Datenengineering. Es ist ein Konsummodus für Power BI. Die Daten müssen weiterhin sauber modelliert, transformiert, qualitätsgesichert und bereitgestellt werden. Direct Lake löst also nicht die Frage, wo Datenengineering, Governance und Datenprodukt-Logik betrieben werden.
Im Betrieb gibt es außerdem Grenzen, die aktiv überwacht werden müssen. Modellgrößen, Tabellenvolumen und bestimmte Funktionen hängen von der gebuchten Fabric Capacity ab.
Auch bei Workspace- und Capacity-Grenzen muss sauber geplant werden. Direct Lake funktioniert am stärksten, wenn Daten, Modelle und Konsum logisch nah beieinander liegen. Zugriffe über mehrere Workspaces oder Capacities sind möglich, bringen aber zusätzliche Berechtigungs-, Shortcut- und Aktualisierungslogik mit. Das ist beherrschbar, sollte aber nicht nebenbei entstehen.
In einem Hybrid-Setup mit Databricks kann Direct Lake trotzdem sehr sinnvoll sein. Über OneLake-Mirroring lassen sich Unity-Catalog-Tabellen in Fabric verfügbar machen. Die Tabellen erscheinen dann in OneLake, ohne dass ein klassischer Kopierprozess aufgebaut werden muss. Für viele BI-Szenarien reicht die Latenz von Sekunden bis wenigen Minuten aus. Für harte Echtzeit-Anforderungen im niedrigen Sekundenbereich ist dieser Weg dagegen nicht der richtige Zielzustand.
Der entscheidende Punkt: Direct Lake ist ein starkes Argument für Fabric als BI-Konsumschicht. Es ist aber kein Ersatz für eine bewusste Entscheidung, wo Datenengineering, KPI-Logik, Governance und KI-Workloads langfristig betrieben werden.
Wo zieht Microsoft Fabric 2026 noch Reife nach?
Fabric ist im Power-BI-Kern sehr reif. Das ist wichtig, weil viele Unternehmen Fabric genau aus dieser Richtung betrachten: Power BI ist etabliert, die Fachbereiche kennen das Produkt, und der Einstieg wirkt vertraut.
Anders sieht es bei den jüngeren Plattformmodulen aus. Data Factory, Spark, SQL Database, Real-Time Intelligence, Copilot, Data Agents und CI/CD entwickeln sich nicht im gleichen Tempo. Deshalb sollte Fabric nicht pauschal als eine reife Gesamtplattform bewertet werden. Entscheidend ist die Frage, welche Module für den eigenen Zielbetrieb wirklich gebraucht werden und ob deren Grenzen zum Workload passen.
Data Factory ≠ Azure Data Factory
Tumbling-Window-Trigger, Connector-Verhalten, OAuth, Key Vault und Netzwerkmodelle unterscheiden sich: bestehende ADF-Strecken lassen sich nicht 1:1 übernehmen.
CI/CD uneinheitlich
Git-Integration und Deployment Pipelines unterstützen nicht jeden Artefakt-Typ gleich. Manche Items werden nur als Metadaten versioniert, andere folgen eigenen ALM-Pfaden.
Notebooks brauchen Betriebsdisziplin
Grenzen bei Notebook-Größe, temporären Libraries und Dependency-Versionen erschweren Reproduzierbarkeit ohne klare Umgebungs- und Test-Vorgaben.
ML-Reife variiert je Use Case
Für dokumentenlastige GenAI, freie Modellwahl, Vector Search und MLflow-nahe Workflows ist Databricks aktuell tiefer aufgestellt als Copilot, AI Skills und AI Functions.
Fabric SQL Database nicht für jeden Workload
Verschlüsselung, Customer-Managed Keys, Netzwerk, Regionen und Portabilität müssen bei regulierten oder anspruchsvollen Anwendungen einzeln geprüft werden.
Mirroring ersetzt keine Quellenprüfung
Unterstützte Systeme, Versionen und Funktionen unterscheiden sich je Quelle: die konkreten Anforderungen zählen mehr als das Feature selbst.
Daraus folgt nicht, dass Fabric unreif ist. Das wäre zu pauschal. Für Power-BI-zentrierte Szenarien ist Fabric sehr stark, und viele der genannten Punkte spielen dort kaum eine Rolle. Kritisch wird es erst, wenn Fabric als vollständige Plattform für Datenengineering, ML, GenAI, CI/CD und produktiven Betrieb gesetzt werden soll.
Dann reicht die Bewertung „Fabric ist Microsoft und integriert“ nicht aus. Dann muss jedes relevante Modul gegen den eigenen Workload geprüft werden: Was ist produktiv stabil? Was ist noch im Ausbau? Welche Grenzen betreffen uns wirklich? Und wo braucht es zusätzliche Architektur-, Betriebs- oder Governance-Standards?
Wie ordnen Gartner, Forrester und IDC Databricks und Fabric ein?
Die eigenen Reife-Argumente decken sich mit den Bewertungen der großen Analystenhäuser aus 2024 und 2025. Analystenpositionen sind ein pragmatischer Zusatz-Beleg, wenn eine Plattform-Investition intern gegenüber Vorstand, Einkauf oder Konzernarchitektur begründet werden muss.
Forrester Wave: Data Lakehouse
Databricks steht als klarer Leader mit dem stärksten Angebot und der stärksten Strategie. Microsoft folgt als Strong Performer, OneLake gilt als weniger ausgereift als die Databricks-Lakehouse-Basis.
Forrester Wave: AI/ML Platforms
Databricks ist der einzige Leader in diesem Segment. Microsoft und AWS folgen als Strong Performer, deckt sich mit MLflow, Mosaic AI, Vector Search und breiter Modellwahl.
IDC 2025 MarketScape
Databricks wird als Top-Leader eingeordnet, Microsoft als Major Player mit dem größten Marktanteil. Marktanteil und strategische Positionierung fallen bei Microsoft auseinander.
Gartner Peer Insights
Databricks kommt auf 4,6 von 5 Punkten aus 143 Bewertungen, Microsoft auf 4,5 aus 2.346 Bewertungen. Die Zufriedenheit liegt für beide Anbieter auf hohem Niveau.
Für BI-nahe Fabric-Setups verschiebt diese Analystensicht die Entscheidung nicht. Für Datenengineering, Lakehouse-Betrieb und AI/ML sprechen Forrester und IDC dagegen deutlich für Databricks als Zielplattform.
Wie unterscheiden sich DevOps, Observability und Betrieb?
Plattformen überzeugen in Demos oft schnell. Entscheidend ist aber der Betrieb: Wie werden Änderungen ausgerollt? Wie sauber sind DEV, TEST und PROD getrennt? Und wie transparent sind Kosten, Laufzeiten und SLAs?
Deployment und CI/CD. Databricks ist stark auf Plattform-Engineering ausgelegt. Workspaces, Jobs, Unity-Catalog-Objekte, Berechtigungen und Secrets lassen sich über Terraform verwalten. Databricks Asset Bundles bündeln Notebooks, Jobs und Pipelines als versionierbare Deployment-Einheit. DEV, TEST und PROD können sauber getrennt werden.
Fabric bietet Git-Integration und Deployment Pipelines für viele Artefakte. Die Unterstützung ist aber je Item-Typ unterschiedlich. Lakehouses und Warehouses werden teilweise nur als Metadaten versioniert, Streaming Semantic Models sind eingeschränkt, Real-Time-Intelligence-Artefakte folgen eigenen ALM-Pfaden. Für BI-nahe Setups reicht das oft aus. Für breite Plattform-Szenarien entsteht schneller Zusatzarbeit.
Observability und Kostensteuerung. Databricks liefert mit System Tables eine direkte Grundlage für Betriebs- und Kostenanalysen: Billing, Audit Logs, Job Runs, Query History, Lineage und Compute-Aktivität lassen sich per SQL auswerten. So wird sichtbar, welches Team, welcher Job oder welches Warehouse Kosten verursacht.
Fabric stellt mit der Capacity Metrics App CU-Auslastung, Smoothing, Bursting und Throttling dar. Für die Steuerung einer Capacity ist das hilfreich. Die genaue Zuordnung auf Teams, Domänen oder einzelne Workloads ist jedoch weniger direkt als über Databricks System Tables.
Alerts und Runbooks. Beide Plattformen bieten Alerts, Benachrichtigungen und Monitoring-Bausteine. Der eigentliche Betrieb bleibt aber Organisationsaufgabe: Wer reagiert auf fehlgeschlagene Jobs? Wer prüft steigende Laufzeiten? Wer entscheidet über Capacity, Compute oder Priorisierung?
Für Entscheider ist das zentral: Je mehr die Plattform über BI hinaus leisten soll, desto wichtiger werden DevOps, Observability und Kostensteuerung. Databricks bietet hier das geschlossenere Werkzeugbild für Plattform- und Data-Engineering-Teams. Fabric ist für BI-nahe Betriebsmodelle zugänglich, braucht bei breiteren Plattform-Szenarien aber mehr Konventionen.
Welche Rolle spielen Team, Lizenzen und Anbieterbindung?
Zwei Faktoren werden in Feature-Vergleichen oft unterschätzt: Wer betreibt die Plattform, und welches kaufmännische Risiko entsteht dadurch?
Kompetenzen und Team-Modell. Für bestehende Microsoft-BI-Teams ist Fabric meist der einfachere Einstieg. Power BI, Direct Lake, Data Factory, Notebooks und Entra ID knüpfen an bekannte Werkzeuge und Berechtigungsmodelle an. Erste Engineering-Workloads lassen sich starten, ohne die Organisation komplett neu aufzustellen.
Databricks braucht ein anderes Betriebsmodell. Die Plattform setzt Data-Engineering-, Spark-, Python-, SQL- und Cloud-Kompetenz voraus. Besonders wichtig ist ein zentrales Plattform-Team, das Unity Catalog, Job-Standards, Cluster-Policies, Berechtigungen und FinOps verantwortet. Ohne diese Ownership entstehen schnell unklare Zuständigkeiten und steigende Compute-Kosten.
Vertrag, Exit und Vendor-Risiko. Fabric wird häufig über ein bestehendes Microsoft Enterprise Agreement beschafft. Das vereinfacht Einkauf, Rabattverhandlungen und interne Freigaben. Gleichzeitig steigt die Bindung an Microsoft: technisch, kaufmännisch und strategisch.
Databricks wird meist separat oder über AWS-, Azure- oder GCP-Marketplaces beschafft. Das macht die Verhandlung eigenständiger, reduziert aber die direkte Abhängigkeit vom Microsoft-Gesamtvertrag. Beim Exit ist Databricks strukturell im Vorteil, weil Daten im eigenen Cloud-Speicher und in offenen Formaten wie Delta oder Iceberg liegen können. Ein Plattformwechsel betrifft dann vor allem Compute, Jobs und Betriebslogik. Bei Fabric ist ein Wechsel aus OneLake in eine andere Speicherarchitektur aufwendiger.
Roadmap-Risiko. Ein Microsoft-zentriertes Setup profitiert von der engen Verzahnung aus Azure, Fabric, Power BI, Copilot und Microsoft 365. Der Preis ist eine stärkere Konzentration auf eine Anbieterstrategie. Databricks verteilt das Risiko stärker über Cloud- und Modellanbieter, verlangt dafür aber mehr Eigenverantwortung bei Integration, Betrieb und Governance.
Für Entscheider ist deshalb klar: Die technisch stärkere Plattform ist nicht automatisch die richtige. Ohne passendes Team-Modell, saubere Betriebsverantwortung und realistische kaufmännische Bewertung wird auch die beste Architektur zur falschen Entscheidung.
Wann ist Databricks die richtige Wahl?
Databricks passt besonders gut, wenn die Datenplattform mehr leisten soll als klassische BI. Vor allem dann, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
- Datenengineering, Streaming oder CDC sind zentrale Workloads der Plattform.
- Die KI-Roadmap geht über Copilot-Self-Service hinaus: eigene Modelle, Agenten, Vector Search, MLflow oder produktive GenAI-Anwendungen.
- Multi-Cloud, offene Datenformate und Exit-Fähigkeit sind strategisch wichtig.
- SAP-Daten, Non-SAP-Daten und unstrukturierte Daten sollen gemeinsam verarbeitet werden.
- Governance soll Daten, Modelle, Funktionen, Lineage und AI-Workloads über BI-Berichte hinaus abdecken.
- Externe Kataloge und Datenquellen sollen über eine zentrale Governance-Schicht eingebunden werden.
- Analytische und operative Datenanwendungen wachsen zusammen, etwa mit Lakebase als Postgres-Schicht neben dem Lakehouse.
- Ein Plattform-Team mit Data-Engineering-, Cloud- und FinOps-Kompetenz ist vorhanden oder wird bewusst aufgebaut.
Wichtig ist: Databricks ist keine Abkürzung, wenn die Betriebsverantwortung ungeklärt ist. Die Plattform entfaltet ihren Vorteil erst, wenn Unity Catalog, Jobs, Kostensteuerung, Standards und Governance aktiv geführt werden.
Wie ein solches Zielbild aussehen kann, zeigen die Übersichten zur Databricks-Architektur und zur Data Intelligence Platform. Für KI-Workloads lohnt der Blick auf KI auf Databricks, für plattformübergreifenden Datenaustausch auf Delta Sharing.
Wann ist Microsoft Fabric die richtige Wahl?
Fabric passt besonders gut, wenn Power BI die zentrale Business-Intelligence-Plattform bleibt, Azure und Microsoft 365 gesetzt sind und der Schwerpunkt auf Reporting, Self-Service und planbarer BI-Kapazität liegt.
Besonders stark ist Fabric in drei Situationen:
- Microsoft-Stack als gesetztes Betriebsmodell. Wenn Power BI, Entra ID, Purview, Office und Teams bereits den Arbeitsalltag prägen, fügt sich Fabric vergleichsweise nahtlos ein. Direct Lake, paginierte Reports, Excel-Anbindung, Power Apps und die Integration in Office-Workflows sind hier echte Stärken. Auch die Beschaffung über ein bestehendes Microsoft Enterprise Agreement kann wirtschaftlich relevant sein.
- BI und Self-Service stehen im Vordergrund. Wenn der größte Nutzen aus Power BI Semantic Models, Direct Lake und fachbereichsnaher Analyse entsteht, ist Fabric sehr stark positioniert. Copilot in Power BI, AI Skills und AI Functions reichen für viele Self-Service- und Analyse-Szenarien aus, solange die Microsoft-nahe Modell- und Toolauswahl zum Zielbild passt.
- Synapse soll mit möglichst wenig Bruch modernisiert werden. Für bestehende Synapse-Umgebungen bietet Fabric einen naheliegenden Migrationspfad. Viele Konzepte, Pipelines und T-SQL-nahe Workloads lassen sich schrittweise in Richtung Fabric überführen, ohne Organisation und Tooling komplett neu aufzubauen.
Für reine Microsoft-BI-Setups sind viele strukturelle Databricks-Vorteile weniger entscheidend. Wenn Reporting, Self-Service und Power BI den Kern bilden, ist Fabric dafür sehr gut gebaut. Die Plattform sollte dann nicht aus grundsätzlicher Databricks-Präferenz ausgeschlossen werden.
Databricks wählen, wenn
- Datenengineering, Streaming oder CDC sind zentrale Workloads der Plattform
- Die KI-Roadmap geht über Copilot-Self-Service hinaus, eigene Modelle, Agenten, Vector Search, MLflow
- Multi-Cloud, offene Datenformate und Exit-Fähigkeit sind strategisch wichtig
- SAP-, Non-SAP- und unstrukturierte Daten sollen gemeinsam verarbeitet werden
- Ein Plattform-Team mit Data-Engineering-, Cloud- und FinOps-Kompetenz ist vorhanden oder wird aufgebaut
Microsoft Fabric wählen, wenn
- Der Microsoft-Stack (Entra ID, Purview, Office, Teams) ist bereits gesetztes Betriebsmodell
- Power BI Semantic Models, Direct Lake und Self-Service stehen im Vordergrund
- Eine bestehende Synapse-Umgebung soll mit möglichst wenig Bruch modernisiert werden
Was kosten Databricks und Fabric im Vergleich?
Fabric macht BI-Kosten planbarer. Databricks macht Engineering-, ML- und KI-Kosten feiner steuerbar. Welche Plattform günstiger ist, entscheidet deshalb vor allem das Lastprofil und weniger der Listenpreis.
Für eine belastbare Bewertung sollten drei Fragen im Vordergrund stehen:
- Wie viel planbare BI-Last entsteht jeden Tag?
- Wie stark schwanken Engineering-, Streaming- und ML-Workloads?
- Müssen Lastspitzen elastisch abgefangen werden, oder lässt sich Kapazität langfristig reservieren?
Die folgende Einordnung basiert auf einem typischen Microsoft-Stack-Setup: 10 TB Datenvolumen, 300 Power-BI-Konsumenten, Lastspitzen morgens und zum Monatsende, drei produktive KI-Use-Cases und rund 4 TB tägliche ETL-Bewegung. Konkrete Preise müssen immer gegen aktuelle Preislisten, Cloud-Rabatte und bestehende Enterprise Agreements geprüft werden.
| Kostenaspekt | Databricks | Microsoft Fabric |
|---|---|---|
| Storage | Daten liegen im eigenen Cloud-Speicher auf AWS, Azure oder GCP; Cloud-Rabatte wirken direkt | OneLake-Storage im Microsoft-Kontext, Abrechnung über Fabric/Azure-Modell |
| Compute-Modell | Elastische Abrechnung pro Workload über DBUs und Cloud-Compute | Gebuchte Capacity über F-SKUs, geteilt über Workloads und Workspaces |
| BI-Last | SQL Warehouses können gezielt für BI skaliert und pausiert werden | Direct Lake und Power BI laufen sehr gut auf planbarer Capacity |
| Engineering-Last | Jobs, Pipelines und Streaming können separat skaliert werden | Engineering teilt sich die Capacity mit BI und Data Factory |
| Lastspitzen | Werden über elastischen Compute abgefangen, verursachen aber variable Kosten | Smoothing und Bursting helfen kurzfristig; Dauerlast führt zu Throttling oder SKU-Erhöhung |
| KI-Workloads | Modellwahl, Serving und Compute lassen sich granular steuern | Copilot- und AI-Funktionen sind stärker an Fabric-Capacity und Microsoft-nahe Modelle gebunden |
| Kostentransparenz | Kosten lassen sich über Jobs, Warehouses, Nutzer, Teams und Tags auswerten | Capacity Metrics zeigen Auslastung und Throttling, die Zuordnung auf Teams und Workloads ist weniger direkt |
Auf das Beispiel-Setup übertragen ergeben sich folgende Größenordnungen pro Monat (US-Dollar, Listenpreise 2026, ohne Enterprise-Rabatte):
| Baustein | Databricks | Microsoft Fabric |
|---|---|---|
| Storage 10 TB | ca. 230 (S3/ADLS/GCS ~23 USD/TB) | ca. 260 (OneLake ~26 USD/TB) |
| BI-Compute (300 Nutzer) | SQL Warehouse Pro Small, 8 h/Tag: ca. 1.200 | F64 Reserved 1Y inkl. Power BI Pro: ca. 5.000 |
| Engineering-Compute (4 TB ETL/Tag) | Jobs Cluster mit Photon und Auto-Scaling: ca. 2.500 | Zusätzliche F128-Aufstockung erforderlich: ca. 10.000 |
| KI-Compute (3 Use-Cases) | Model Serving pro Token/Compute-Stunde: ca. 800–1.500 | Copilot in F-SKU enthalten, AI Functions pro Call: ca. 500–1.000 |
| Größenordnung Gesamt | ca. 4.700–5.400 USD/Monat | ca. 15.800–16.300 USD/Monat |
Die Zahlen sind Größenordnungen, keine verbindlichen Angebote. Sie machen aber das Kernmuster sichtbar: Sobald dauerhafte Engineering- und KI-Last dazukommt, verlangt Fabric eine SKU-Aufstockung (F64 → F128 oder höher), die die Monatskosten sprunghaft erhöht. Bei reiner BI-Last mit F64 Reserved bleibt Fabric dagegen kompakt.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Kostenmechanik. Fabric ist attraktiv, wenn der Hauptteil der Last aus planbarer BI-Nutzung besteht. Eine reservierte Capacity kann dann Einkauf, Budgetplanung und Betrieb vereinfachen. Das passt besonders gut, wenn Power BI der zentrale Konsumkanal bleibt und Engineering-Lasten überschaubar sind.
Schwieriger wird es, wenn zusätzlich dauerhafte ETL-, Streaming-, ML- oder GenAI-Workloads auf derselben Capacity laufen. Dann konkurrieren BI, Data Factory, Spark und andere Workloads um dieselbe Kapazität. Kurzfristige Spitzen lassen sich abfedern. Bei anhaltender Überlast drohen Verzögerungen, Throttling oder der Wechsel auf eine größere SKU. Aus einer planbaren BI-Capacity wird dann schnell eine Plattform-Capacity mit deutlich anderer Kostenlogik.
Databricks ist variabler, aber auch steuerungsintensiver. Compute kann pro Job, Warehouse, Pipeline oder Modell-Serving getrennt skaliert werden. Das ist ein Vorteil bei schwankenden Engineering-, ML- und KI-Lasten, verlangt aber aktives FinOps: sauberes Cluster-Sizing, Photon-Nutzung, Auto-Termination, Serverless-Strategie, Predictive Optimization und konsequentes Tagging.
Übertragen auf das Beispiel: Bei 300 BI-Konsumenten und wenig Engineering kann Fabric wirtschaftlich sehr attraktiv sein. Sobald aber mehrere Terabyte täglich verarbeitet werden, KI-Use-Cases produktiv laufen und Lastspitzen nicht sauber planbar sind, gewinnt Databricks oft über die feinere Compute-Steuerung. Der Grund liegt weniger im reinen Preis. Es geht vor allem darum, teure SKU-Sprünge zu vermeiden und Workloads gezielter zu betreiben.
Der saubere Schnitt liegt deshalb häufig in einem Hybrid-Modell: Databricks übernimmt Engineering, Streaming, ML, KI und Governance. Power BI bleibt die Konsumschicht für Fachbereiche. So werden variable Plattformlasten dort betrieben, wo sie feiner steuerbar sind, während BI-Konsum weiterhin in der vertrauten Microsoft-Welt stattfindet.
Fazit
Databricks und Microsoft Fabric lösen nicht dasselbe Problem: Fabric passt für Power-BI-zentrierte Microsoft-Setups, Databricks für Engineering, KI, Streaming und Multi-Cloud-Governance.
Beide Plattformen können eine starke BI-Basis liefern. Power BI lässt sich problemlos direkt an Databricks anbinden, etwa über Databricks SQL Warehouses und den Power BI Connector. Für viele Unternehmen ist Databricks deshalb neben Engineering und KI auch eine leistungsfähige Grundlage für BI und Reporting.
Der Unterschied liegt weniger in der Frage, ob BI möglich ist. Entscheidend ist das Betriebsmodell. Fabric passt besonders gut, wenn Power BI, Direct Lake, OneLake, Microsoft-Self-Service und planbare BI-Kapazitäten in einem eng integrierten Microsoft-Setup im Mittelpunkt stehen. Databricks ist stärker, wenn BI zusätzlich mit Datenengineering, KI, Streaming, Multi-Cloud, offenen Datenformaten und einem zentralen Governance-Modell zusammengebracht werden soll.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht mit Lizenzkosten oder Einzel-Features beginnen. Wichtiger sind drei Fragen: Welche Workloads muss die Plattform in den nächsten Jahren tragen? Welche KI-Roadmap ist realistisch? Und welches Team kann den Betrieb über 24 bis 36 Monate sauber verantworten?
Databricks sollte als zentrale Hub-Plattform geprüft werden, wenn BI, Engineering, KI, SAP- und Non-SAP-Konsolidierung oder Multi-Cloud auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenkommen sollen. Fabric ist dort stark, wo Direct Lake, OneLake, Microsoft-Self-Service, Purview, Entra ID und bestehende Microsoft-Lizenzen echten Vorteil bringen.
In vielen Unternehmen im deutschsprachigen Raum läuft die sinnvollste Antwort nicht auf ein Entweder-oder hinaus. Häufig ist ein klares Hub-and-Spoke-Modell der pragmatische Weg: Databricks für Datenplattform, Engineering, KI, Governance und offene Datenhaltung; Power BI als BI-Konsumschicht für Fachbereiche. Fabric kann diese Konsumschicht ergänzen, wenn Direct Lake und OneLake im Microsoft-Betriebsmodell eine zentrale Rolle spielen.
Den größeren Rahmen zur Plattformarchitektur ordnen wir im Überblick zu Databricks für Entscheider ein.

Databricks, Fabric oder ein Hybrid-Modell: was passt zu euch?
- welche Workloads echte Kandidaten für Databricks, Fabric oder ein Hybrid-Setup sind
- wie Power BI sinnvoll an Databricks, Fabric oder beide Plattformen angebunden werden kann
- welche Capacity-, Kosten- und KI-Risiken vor der Entscheidung geprüft werden sollten
- welcher Migrations- oder Konsolidierungspfad zu eurer Microsoft-Stack-Situation passt
FAQ
Databricks ist eine Lakehouse- und KI-Plattform mit offener Datenbasis, Multi-Cloud-Betrieb auf AWS, Azure und GCP, freier Modell-Wahl in Mosaic AI und elastischem Compute. Microsoft Fabric ist eine seit November 2023 verfügbare Azure-SaaS-Plattform mit Power BI Direct Lake, OneLake, Copilot in allen Modulen und einem F-SKU-Capacity-Modell. Die richtige Wahl hängt am Workload-Mix, an der Cloud-Strategie und an der KI-Tiefe, die die Plattform tragen soll.


