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Wie TQG mit Machine Learning die Outbound-Leistung im Multi-Order-Picking steigert

Wie TQG mit Machine Learning die Outbound-Leistung im Multi-Order-Picking steigert

Customer Story: TQG optimiert das Multi-Order-Picking für ESN und More Nutrition und verarbeitet mit Databricks mehr Aufträge bei bestehenden Lagerressourcen.

Lesedauer4 Min.
VeröffentlichtJuli 2026

Die wichtigsten Ergebnisse

  • +11 % / +20 % Outbound-Leistung

    Mehr Aufträge bei bestehenden Lagerressourcen — für More Nutrition und ESN.

  • Bis zu 45 % weniger Stopps

    ML-optimierte Picking-Batches reduzieren Laufwege um bis zu 10 % und Stopps drastisch.

  • −23 % / −22 % Prozesszeit

    Kommissionier-Touren laufen messbar schneller — im realen Betrieb, nicht im Labor.

  • Blaupause für weitere Lager

    Datenbasis, Modell-Lifecycle und Serving bleiben gleich — neue Standorte starten nach demselben Muster.

Zusammenfassung

The Quality Group vereint mit More Nutrition und ESN zwei stark wachsende Marken für Sporternährung und Nahrungsergänzung. Der Vertrieb erfolgt europaweit über eigene E-Commerce-Kanäle und weitere digitale Marktplätze. Hohe Bestellvolumen, kurze Lieferzeiten und ausgeprägte Nachfragespitzen stellen entsprechend hohe Anforderungen an die Lager- und Fulfillment-Prozesse.

Ein zentraler Hebel liegt im Multi-Order-Picking. Mehrere Bestellungen werden zu einer Picking-Tour gebündelt und gemeinsam kommissioniert. Die Reihenfolge und Zusammensetzung dieser Batches beeinflussen direkt, wie viele Stopps, Laufwege und Minuten pro Tour entstehen. Eine FIFO-basierte Auftragsverteilung berücksichtigt diese räumlichen und warenkorbspezifischen Zusammenhänge nur begrenzt.

Die Anforderungen unterschieden sich zudem zwischen den Marken. More Nutrition weist eine hohe Produktvielfalt und stark gemischte Warenkörbe auf. Bei ESN ist der Produktmix homogener, dafür entstehen andere Verteilungsmuster über Lagerplätze und Aufträge. Die Optimierung musste deshalb beide Betriebsprofile abbilden und auch bei stark schwankender Peak-Last zuverlässig funktionieren.

Ziel war ein produktives Machine-Learning-System, das Aufträge automatisiert zu effizienteren Picking-Batches gruppiert, sich in die bestehende Fulfillment-Strecke integriert und an mehreren Lagerstandorten unter realer Last skaliert.

Übersicht

Kunde
The Quality Group Logo
The Quality Group

Verwendete Technologien & Systeme

AWS Cloud
AWS Cloud
Databricks Unity Catalog
Databricks Unity Catalog
SQL Warehouse
SQL Warehouse
Databricks Delta Lake
Databricks Delta Lake
Mosaic AI
Mosaic AI
MLflow
MLflow
Die Transformation

Von sequenzieller Kommissionierung zum datengetriebenen Order-Grouping

01Ausgangssituation

Wenn die Eingangsreihenfolge die Laufwege bestimmt

Die Aufträge wurden in der Reihenfolge ihres Eingangs für die Kommissionierung bereitgestellt. Dieses FIFO-Prinzip ist einfach zu steuern, berücksichtigt jedoch weder die räumliche Verteilung der Artikel im Lager noch die Ähnlichkeit der Warenkörbe.

Aufträge mit ähnlichen Produkten konnten zeitlich weit auseinanderliegen. Kommissionierer liefen dadurch dieselben Lagerbereiche mehrfach an, obwohl sich mehrere Bestellungen gemeinsam in einer Tour hätten bearbeiten lassen. Mit wachsendem Bestellvolumen summierten sich zusätzliche Wege, Stopps und Bearbeitungsminuten zu einem relevanten operativen Engpass.

In Peak-Phasen verschärfte sich dieser Effekt. Hohe Bestellmengen trafen auf stark variierende Warenkörbe und begrenzte Fulfillment-Kapazitäten. More Nutrition brachte eine besonders breite Produktvielfalt in die Optimierung ein, während ESN ein homogeneres Sortiments- und Bestellprofil aufwies. Beide Marken boten dadurch unterschiedliche Optimierungspotenziale.

Wenn die Eingangsreihenfolge die Picking-Tour bestimmt, bleiben räumliche Nähe und ähnliche Warenkörbe ungenutzt.
Wenn die Eingangsreihenfolge die Laufwege bestimmt
02Herausforderung

Eine Optimierungslogik für zwei unterschiedliche Lagerprofile

Für die Optimierung brauchte es ein Verfahren, das die jeweiligen Bestell- und Sortimentsmuster der beiden Marken berücksichtigt. Feste Zonen oder einheitliche Gruppierungsregeln hätten die unterschiedlichen Warenkorbstrukturen und Lagerplatzierungen nur unzureichend abgebildet.

Das System sollte aus historischen Auftrags-, Bestands- und Platzierungsdaten ableiten, welche Bestellungen sich sinnvoll gemeinsam kommissionieren lassen. Gleichzeitig musste es unter hoher Last zuverlässig arbeiten, Ergebnisse direkt in den operativen Prozess liefern und auf weitere Lagerstandorte übertragbar bleiben.

Die Aufgabe umfasste deshalb den gesamten produktiven ML-Lifecycle: Datenaufbereitung, Entwicklung und Bewertung der Optimierungslogik, skalierbare Bereitstellung, Monitoring und Integration in den bestehenden Kommissionier-Prozess.

Die Optimierung musste unterschiedliche Sortimentsprofile berücksichtigen und trotzdem als einheitlicher Service betrieben werden können.
Eine Optimierungslogik für zwei unterschiedliche Lagerprofile
03Strategie

Vom operativen Prozess zum produktiven ML-Service

Gemeinsam mit ruhrdot wurde der Use Case vom Fulfillment-Prozess aus entwickelt. Zunächst wurden Stopps, Laufwege, Prozesszeiten und Outbound-Leistung als messbare Zielgrößen definiert. Darauf folgten die Aufbereitung historischer Auftrags- und Lagerdaten, die Entwicklung der Gruppierungslogik und die Integration in die bestehende operative Strecke.

Databricks bildete die gemeinsame Plattform für Datenaufbereitung, Modellentwicklung und Serving. Delta Lake und Unity Catalog sorgen für versionierte, governante Datenbestände. Mosaic AI und MLflow unterstützen Experimente, Modellvergleich, Versionierung, Deployment und Monitoring. Mosaic AI Model Serving macht aus der entwickelten Optimierungslogik einen skalierbaren Service für den laufenden Lagerbetrieb.

Der Ansatz wurde iterativ gegen die operativen KPIs geprüft. Ergebnisse aus den Lagerstandorten flossen zurück in die Weiterentwicklung der Gruppierungs- und Routing-Logik. Dokumentation, Monitoring und Wissenstransfer waren von Beginn an Teil des Betriebsmodells.

Leitprinzip: Der operative Effekt entscheidet, welche Modelllogik produktiv eingesetzt wird.
Vom operativen Prozess zum produktiven ML-Service
04Lösung

Intelligentes Order-Grouping mit Mosaic AI Model Serving

Das System bildet Bestellungen anhand ihrer enthaltenen Produkte und der zugehörigen Lagerpositionen ab. Eine Jaccard-Ähnlichkeit bewertet, wie stark sich zwei Warenkörbe überschneiden. Auf dieser Grundlage werden Aufträge zu Picking-Batches gruppiert, deren Artikel räumlich und inhaltlich möglichst nah beieinanderliegen.

Anschließend optimiert ein Greedy-Traveling-Salesman-Verfahren die Reihenfolge der anzulaufenden Lagerpositionen. So entsteht für jede Auftragsgruppe eine verkürzte Picking-Route mit weniger Stopps und geringerer Laufstrecke.

Mosaic AI Model Serving stellt die Optimierung als REST-Service bereit. Der Fulfillment-Prozess übermittelt die zu gruppierenden Aufträge und erhält optimierte Picking-Batches zurück. Die Bereitstellung skaliert mit dem Anfragevolumen und unterstützt den parallelen Einsatz an mehreren Standorten.

Mosaic AI und MLflow tragen den vollständigen Modell-Lifecycle. Experimente und Modellvarianten werden nachvollziehbar verglichen, produktive Versionen kontrolliert ausgerollt und operative Kennzahlen für die Weiterentwicklung zurückgeführt. Unity Catalog regelt Zugriffe und Lineage für Daten und Modelle.

Die unterschiedlichen Bestellprofile von More Nutrition und ESN werden innerhalb desselben technischen Rahmens verarbeitet. Das System passt die Gruppierung an die jeweiligen Warenkorb- und Sortimentsmuster an und liefert für beide Marken messbare Verbesserungen.

Aus einzelnen Aufträgen entstehen optimierte Picking-Batches: weniger Stopps, kürzere Wege und mehr Outbound-Leistung mit bestehenden Ressourcen.
Intelligentes Order-Grouping mit Mosaic AI Model Serving
−45 % / −27 %Weniger Stopps bei More Nutrition und ESN
+11 % / +20 %Höhere Outbound-Leistung bei More Nutrition und ESN
−23 % / −22 %Weniger Prozesszeit bei More Nutrition und ESN

Zielarchitektur

Produktives ML-System für Multi-Order-Picking auf Databricks

Historische und aktuelle Auftrags-, Bestands- und Platzierungsdaten fließen in eine gemeinsame ML-Strecke auf Databricks. Das System bildet Aufträge auf digitalen Lagerkarten ab, gruppiert ähnliche Warenkörbe und optimiert die Reihenfolge der Lagerpositionen. Mosaic AI und MLflow tragen Entwicklung und Modell-Lifecycle, Unity Catalog steuert Governance und Lineage, Mosaic AI Model Serving stellt die Ergebnisse über eine REST API für den operativen Kommissionier-Prozess bereit. Datenquellen Databricks Data Intelligence Platform Managed · Serverless · Unity Catalog Serving und Integration Deployment und Betrieb

Bausteine

  • Auftragsdaten aus den E-Commerce- und Order-Systemen
  • Produkt- und Warenkorbinformationen
  • Lagerbestände und Regalplatzierungen
  • Digitale Lagerkarten mit Koordinaten der Lagerpositionen
  • Operative Kennzahlen zu Stopps, Laufwegen, Prozesszeit und Outbound-Leistung
  • Data Foundation: Delta Lake für versionierte Auftrags-, Bestands- und Platzierungsdaten
  • Governance: Unity Catalog für Zugriffe, Data & Model Lineage und Audit
  • ML Lifecycle: Mosaic AI und MLflow für Experimente, Modellvergleich, Versionierung, Deployment und Monitoring
Vorher / Nachher

Was sich konkret verändert hat

Vorher

Nachher

Kommissionierlogik

Aufträge wurden sequenziell nach Eingang bearbeitet. Warenkorbähnlichkeit und Lagerpositionen blieben unberücksichtigt.
Aufträge werden anhand gemeinsamer Artikel und räumlicher Nähe zu optimierten Picking-Batches gruppiert.

Laufwege und Stopps

Ähnliche Lagerbereiche mussten innerhalb mehrerer Touren wiederholt angelaufen werden.
Die Wegstrecke sinkt um bis zu 10 Prozent, die Zahl der Stopps um bis zu 45 Prozent.

Outbound-Leistung

Laufwege und Auftragsreihenfolge begrenzten die Zahl der verarbeiteten Bestellungen.
Die Outbound-Leistung steigt bei bestehenden Ressourcen um 11 Prozent bei More Nutrition und um mehr als 20 Prozent bei ESN.

Verarbeitung unter hoher Last

Steigende Bestellmengen und Warenkorbvarianz erhöhten den manuellen und operativen Koordinationsaufwand.
Mosaic AI Model Serving stellt die Gruppierungslogik skalierbar für den laufenden Fulfillment-Prozess bereit.

Betrieb und Optimierung

Feste Regeln wurden ohne systematischen Vergleich operativer Effekte eingesetzt.
Stopps, Laufstrecke, Prozesszeit und Outbound-Leistung werden kontinuierlich überwacht und für die Weiterentwicklung genutzt.

Übertragbarkeit

Optimierungen waren eng an einzelne Lagerprozesse und lokale Regeln gebunden.
Datenaufbereitung, Modell-Lifecycle und Serving folgen einem wiederverwendbaren Muster für weitere Standorte.

Nächste Schritte

Vom Peak-Test zum Multi-Site-Standard

Der Live-Test hat den Nutzen unter realer Peak-Last belegt. Die nächsten Schritte führen von der bewährten Strecke zum breiten, dauerhaften Betrieb.

1

Weitere Lagerstandorte anbinden

Das System wird auf zusätzliche Standorte übertragen. Datenbasis, Modell-Lifecycle und Serving-Weg bleiben gleich, sodass neue Lager nach demselben Muster starten statt als Einzellösung.

2

Modell und Features weiter schärfen

Zusätzliche Signale und feinere Feature-Aufbereitung verbessern die Gruppierung weiter. Kontinuierliches Monitoring und die Feedback-Schleife steuern, welche Anpassungen tatsächlich Wirkung zeigen.

3

Kommissionierung als Plattformfähigkeit ausbauen

Auf derselben governance-geführten Databricks-Grundlage lassen sich weitere Logistik-Use-Cases aufsetzen, von Bestands- und Nachschubsteuerung bis zu vorausschauender Kapazitätsplanung, ohne für jeden Fall eine eigene Datenstrecke aufzubauen.

Wo liegt das größte Optimierungspotenzial in euren Logistikprozessen?

In vielen Logistik- und Fulfillment-Prozessen entstehen mit wachsendem Volumen zusätzliche Wege, Wartezeiten und Koordinationsaufwand. Daten zu Aufträgen, Beständen, Kapazitäten und Prozesszeiten sind meist vorhanden, werden operativ aber noch nicht konsequent für die Optimierung genutzt. Wir prüfen mit euch, welche Prozesse sich datengetrieben verbessern lassen, welche Daten dafür bereits verfügbar sind und wie aus einem ersten Use Case ein produktiver, skalierbarer ML-Service entsteht.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

FAQ

Häufig gestellte Fragen