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Vom manuellen Reporting zur zentralen Datenplattform mit Databricks

Vom manuellen Reporting zur zentralen Datenplattform mit Databricks

Wie ein Hersteller SAP S/4HANA, SharePoint-Excel und Fachanwendungen in sechs Monaten auf Databricks konsolidiert und eine Single Source of Truth für Tableau aufbaut.

Lesedauer5 Min.
VeröffentlichtJuli 2026

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Reporting ohne Handarbeit

    Exporte aus SAP S/4HANA, SharePoint-Excel und der internen Fachanwendung laufen automatisiert zusammen — das Einsammeln und Abstimmen pro Report entfällt.

  • 6 Monate bis zur Plattform

    In rund sechs Monaten entstand ein Databricks Lakehouse auf Azure, das alle drei Quellwelten in einer gemeinsamen Architektur zusammenführt.

  • Eine Zahl, eine Wahrheit

    Kuratierte Gold-Datensätze versorgen Tableau als Single Source of Truth — Kennzahlen müssen nicht mehr zwischen Beteiligten abgestimmt werden.

Zusammenfassung

Der Kunde entwickelt und fertigt Komponenten für die Übertragung und Verteilung elektrischer Energie im Hochspannungsbereich. Rund 2.400 Mitarbeitende arbeiten an mehreren Standorten in Deutschland und international. Die Datenlandschaft war klassisch gewachsen: SAP S/4HANA als zentrales ERP-System, SharePoint und Excel für bereichsübergreifende Auswertungen sowie eine interne Fachanwendung für ergänzende Geschäftsprozesse.

Für Reporting und Analysen mussten Daten regelmäßig aus mehreren Systemen zusammengeführt werden. Fachbereiche arbeiteten mit unterschiedlichen Datenständen und manuellen Abstimmungen, während wiederkehrende Integrations- und Aufbereitungsaufgaben viel Zeit banden. Ziel war deshalb nicht nur ein neues Reporting, sondern eine zentrale Datenplattform mit automatisierten Datenpipelines, einer gemeinsamen Datenbasis und einem Betriebsmodell, das das interne Team langfristig selbst weiterentwickeln kann.

Übersicht

Kunde
Hochspannungstechnik-Hersteller
Anonymisierte Referenz
Branche
Produktion

Verwendete Technologien & Systeme

SAP S/4HANA
SAP S/4HANA
Apache Spark
Apache Spark
Azure Cloud
Azure Cloud
T
Tableau
Databricks Unity Catalog
Databricks Unity Catalog
SQL Warehouse
SQL Warehouse
Databricks Delta Lake
Databricks Delta Lake
Die Transformation

Von Legacy-Silos zur einheitlichen Datenplattform.

01Ausgangssituation

Reporting als Dauerhandarbeit.

Die Datenlandschaft war über Jahre entlang einzelner Fachprozesse gewachsen. SAP S/4HANA bildete die operativen Kernprozesse ab, SharePoint und Excel übernahmen bereichsübergreifende Auswertungen, eine interne Anwendung ergänzte fachliche Sonderprozesse. Für ein gemeinsames Reporting mussten diese Datenwelten regelmäßig manuell zusammengeführt werden.

Jeder Report folgte einem ähnlichen Ablauf: Exporte aus SAP S/4HANA ziehen, Excel-Dateien aus SharePoint einsammeln, Daten aus der Fachanwendung ergänzen, Dubletten prüfen und Kennzahlen zwischen den Beteiligten abstimmen. Die Ergebnisse standen am Ende bereit, der Weg dorthin band jedoch jeden Monat wertvolle Kapazitäten und erschwerte eine schnelle, reproduzierbare Analyse.

Parallel stand die Modernisierung der bestehenden Datenarchitektur an. Das gewachsene Legacy-Data-Warehouse verursachte hohen Betriebsaufwand und setzte Grenzen bei Skalierbarkeit, Kostensteuerung und der Anbindung neuer Quellen. Die neue Plattform musste deshalb bestehende Reporting-Strecken schrittweise ablösen und gleichzeitig eine tragfähige Grundlage für weitere Datenprodukte schaffen.

Für den Aufbau brauchte es zusätzlich ein realistisches Betriebsmodell. Das interne Team verfügte über starkes Fach- und Prozesswissen, hatte aber erst wenig praktische Erfahrung mit Databricks, Delta-basierten Pipelines und dem Betrieb einer modernen Cloud-Datenplattform. Architektur, Umsetzung und Enablement mussten deshalb von Beginn an zusammengedacht werden.

Solange Reports aus drei Systemen manuell zusammengesetzt werden, entstehen Zahlen, die erklärt werden müssen, bevor sie eine Entscheidung tragen.
Hochspannungstechnik-Hersteller: Kapitel 01
02Herausforderung

Punktlösung oder zentrale Datenplattform?

Eine gezielte Punktlösung hätte den ersten Reporting-Bedarf schnell abdecken können: ein Data Warehouse, ein BI-Tool und wenige Schnittstellen. Für das Unternehmen ging es jedoch um eine größere Aufgabe. Die gewachsene Excel- und Reporting-Landschaft sollte durch eine zentrale, automatisierte Datenbasis ersetzt werden, die weitere Quellen und Fachbereiche aufnehmen kann.

SAP S/4HANA liefert strukturierte Geschäftsdaten, SharePoint enthält fachlich gepflegte Excel-Dateien mit wechselnden Layouts und die interne Anwendung bildet zusätzliche Prozesse in PostgreSQL ab. Zwischen diesen Systemen entstanden manuelle Exporte, Dateiübergaben, Mapping-Tabellen und wiederkehrende Abstimmungen. Versionen mussten geprüft, Dubletten bereinigt und Kennzahlen über mehrere Arbeitsstände hinweg abgeglichen werden.

Damit fehlte eine verlässliche Single Source of Truth. Fachbereiche arbeiteten mit unterschiedlichen Dateiständen, lokalen Berechnungslogiken und individuell gepflegten Excel-Modellen. Fachwissen war dadurch eng an einzelne Dateien und Personen gebunden. Jede Anpassung an einer Quelle oder Kennzahl erzeugte zusätzlichen Abstimmungs-, Test- und Pflegeaufwand.

Gemeinsam mit ruhrdot bewertete das Unternehmen die Plattformoptionen entlang klarer Anforderungen: heterogene Quellen zentral integrieren, Excel-basierte Konsolidierungsstrecken automatisieren, fachliche Definitionen vereinheitlichen und Datenqualität sowie Governance dauerhaft verankern. Die neue Architektur sollte aus manuellen Reporting-Prozessen wiederverwendbare Datenprodukte machen.

Databricks überzeugte als gemeinsamer Plattformansatz für Ingestion, Storage, Transformation, Datenqualität und Governance. Daten aus SAP S/4HANA, SharePoint und PostgreSQL werden automatisiert verarbeitet und in kuratierten Gold-Datensätzen zusammengeführt. Tableau greift auf diese zentralen Datenprodukte zu. So entsteht eine Single Source of Truth für Reporting und Analyse, während Excel weiterhin als Konsumwerkzeug genutzt werden kann, wo es fachlich sinnvoll ist.

Aus verteilten Excel-Strecken, lokalen Berechnungslogiken und manueller Reconciliation entsteht eine zentrale, governante Datenbasis für Reporting und Analytics.
Hochspannungstechnik-Hersteller: Kapitel 02
03Strategie

Erst die Datenarchitektur, dann die Pipelines.

Vor der technischen Umsetzung entstand gemeinsam mit ruhrdot eine schlanke Daten- und Architekturstrategie. Sie definierte, welche Datenprodukte das Business zuerst benötigt, welche Quellen in Bronze aufgenommen werden, welche Harmonisierung in Silver erfolgt und welche konsolidierten Datensätze in Gold als Single Source of Truth für Tableau bereitstehen.

Der Blueprint regelte zugleich das spätere Betriebsmodell: klare Rollen für Plattform und Datenprodukte, verbindliche Standards für Namensgebung, Metadaten, Datenqualität und Zugriffe sowie ein einheitliches Muster für die Anbindung weiterer Quellen. Damit wurden fachliche Definitionen und technische Umsetzung von Beginn an gemeinsam strukturiert.

Die Architektur basiert auf etablierten Databricks-Standards: Medallion-Layering, Delta Lake als Storage-Fundament und Lakeflow Jobs für Ingestion, Transformation und Orchestrierung. Wiederverwendbare Plattformbausteine reduzieren den individuellen Entwicklungs- und Wartungsaufwand und schaffen ein Fundament, das ein wachsendes internes Data-Team zuverlässig betreiben kann.

Enablement war fester Bestandteil der Umsetzung. Das interne Team arbeitete im Pair Engineering an den ersten Pipelines mit, reviewte Delta-Tabellen und Datenmodelle und erhielt Runbooks für Deployment, Monitoring und wiederkehrende Betriebstätigkeiten. Regelmäßiges Architektur-Sparring unterstützte den schrittweisen Kompetenzaufbau.

So übernimmt das Kundenteam die Plattform dauerhaft selbst: neue Quellen anbinden, Pipelines weiterentwickeln, Datenqualität überwachen und kuratierte Datenprodukte für Reporting und Analyse bereitstellen. ruhrdot begleitet den Ausbau als Consulting- und Sparringspartner.

Leitprinzip: so wenig Komplexität wie möglich, so viel Struktur wie nötig.
Hochspannungstechnik-Hersteller: Kapitel 03
04Lösung

Ein Lakehouse, drei Layer, eine zentrale Datenbasis.

Innerhalb von rund sechs Monaten entstand ein Databricks Lakehouse auf Azure, das SAP S/4HANA, SharePoint-Excel und die interne PostgreSQL-Anwendung in einer gemeinsamen Architektur zusammenführt. Bronze übernimmt die Rohdaten, Silver bereinigt und harmonisiert Formate, Schlüssel und fachliche Logiken. Gold stellt kuratierte Datenprodukte als Single Source of Truth für Tableau bereit.

Die bisherigen Excel-basierten Konsolidierungsstrecken wurden in automatisierte Lakeflow Jobs überführt. Dateien aus SharePoint werden eingelesen, validiert und als Delta-Tabellen gespeichert. Schema-Prüfungen erkennen wechselnde Tabellenblätter, neue Spalten und Umbenennungen kontrolliert. Damit werden fachlich relevante Excel-Daten reproduzierbar verarbeitet und aus lokalen Dateien in einen governanten Datenprozess überführt.

SAP S/4HANA wird über eigene Lakeflow Jobs angebunden. Python- und PySpark-Transformationen führen die Daten schrittweise durch Bronze, Silver und Gold. Die interne Fachanwendung erhielt parallel ein Lakehouse-basiertes PostgreSQL-Backend, das manuelle Eingaben strukturiert erfasst und konsistent mit den übrigen Datenprodukten verbindet.

Datenqualität läuft als fester Bestandteil jeder Pipeline mit. Vollständigkeitsprüfungen, Dublettenerkennung und Konsistenzchecks zwischen den Layern protokollieren jeden Lauf. Auffälligkeiten werden in einer zentralen Quality-Tabelle sichtbar, bevor aktualisierte Datenprodukte im Gold-Layer für das Reporting bereitstehen. Jede Kennzahl erhält damit eine definierte Berechnungslogik, eine nachvollziehbare Herkunft und einen verbindlichen Datenstand.

Parallel wird das gewachsene Legacy-Data-Warehouse schrittweise abgelöst. Bestehende Auswertungen werden kontrolliert auf das Lakehouse überführt, gegen ihre bisherigen Ergebnisse validiert und anschließend auf die neue Datenbasis umgestellt. So entsteht eine zentrale Reporting-Architektur, während der laufende Betrieb stabil weitergeführt wird.

Der Gold-Layer bündelt die fachliche Logik einmal zentral. Tableau greift auf geprüfte Datenprodukte zu, statt Daten für jeden Report neu zusammenzuführen.
Hochspannungstechnik-Hersteller: Kapitel 04
6 Monatebis zur produktiven Datenplattform
3 Quellsystemeautomatisiert statt manuell vereint
1 Datenbasisfür alle Tableau-Reports

Zielarchitektur

Legacy-Quellen im Lakehouse, Tableau auf Gold.

Drei Kernquellen laufen über automatisierte Pipelines in eine zentrale Lakehouse-Architektur auf Azure. Medallion-Layer, Delta Lake und Tableau als BI-Konsument, orchestriert über Lakeflow Jobs. Quellsysteme Databricks Data Intelligence Platform (Managed · Azure · Delta Lake) Workloads Deployment & Betrieb: Pipelines · CI/CD · Enablement Lakeflow Jobs · Runbooks.

Bausteine

  • SAP S/4HANA: operative Kernprozesse
  • SharePoint · Excel: externe Datenlieferungen und Fachtabellen
  • Interne Anwendung: PostgreSQL-Backend für Fachprozesse
  • Legacy-Datenbanken: historische Bestände aus dem Alt-DWH
  • Governance: Ownership · Zugriffsrechte · Lineage
  • Data Ingestion: Bronze (Raw) → Silver (Cleansed) → Gold (Business-ready)
  • Foundation: Delta Lake · Apache Spark · PySpark · Azure
  • Management-Reporting: konsolidierte KPIs auf Gold
Platform Outcomes

Was die Plattform strukturell liefert.

Konsolidierung zur Single Source of Truth

SAP S/4HANA, SharePoint-Excel und die interne Fachanwendung laufen in einer gemeinsamen Lakehouse-Architektur zusammen. Fachbereiche und Management greifen auf dieselben kuratierten Gold-Datensätze und einheitlichen Kennzahlendefinitionen zu.

Automatisierung der Datenstrecken

Lakeflow Jobs übernehmen Ingestion, Bereinigung und Konsolidierung. Wiederkehrende Exporte, Dateiübergaben und manuelle Abstimmungen werden durch geplante und reproduzierbare Pipelines ersetzt.

Datenqualität direkt im Prozess

Prüfungen auf Vollständigkeit, Dubletten und Konsistenz laufen innerhalb der Pipelines. Auffälligkeiten werden dokumentiert, bevor Daten für Reporting und Analyse im Gold-Layer bereitgestellt werden.

Kuratierte Datenprodukte für Tableau

Tableau greift auf fachlich abgestimmte Gold-Datensätze zu. Transformationen und Kennzahlenlogiken liegen zentral im Lakehouse und werden über mehrere Dashboards und Fachbereiche hinweg wiederverwendet.

Skalierbares Betriebsmodell für weitere Quellen

Neue Systeme werden nach dem bestehenden Bronze-Silver-Gold-Muster angebunden. Dokumentierte Pipelines, Runbooks und wiederverwendbare Templates ermöglichen es dem internen Team, die Plattform eigenständig weiterzuentwickeln.

Vorher / Nachher

Was sich konkret verändert hat

Vorher

Nachher

Reporting

Reports wurden manuell aus SAP S/4HANA, SharePoint-Excel und der internen Anwendung zusammengesetzt.
Tableau greift auf konsolidierte Gold-Datensätze im Lakehouse zu.

Ingestion

Exporte, Uploads und punktuelle Skripte bildeten je System eigene Datenstrecken.
Lakeflow Jobs übernehmen die standardisierte und automatisierte Anbindung.

Datenqualität

Bereinigung und Abstimmung erfolgten nachgelagert in Excel.
Vollständigkeit, Dubletten und Konsistenz werden innerhalb der Pipelines geprüft und protokolliert.

Legacy-DWH

Bestandsauswertungen liefen auf dem Alt-System und erzeugten zusätzliche Wartungslast.
Reports werden schrittweise auf das Lakehouse migriert und das Legacy-DWH kontrolliert abgelöst.

Kennzahlen

Definitionen und Berechnungslogiken unterschieden sich je Quelle und Report.
Kuratierte Gold-Datensätze schaffen eine Single Source of Truth für Tableau und Fachbereiche.

Neue Datenquellen

Jede neue Quelle erforderte eine individuelle Integration.
Neue Systeme werden nach dem bestehenden Bronze-Silver-Gold-Muster angebunden.

Nächste Schritte

Das Lakehouse wird schrittweise zur zentralen Datenplattform ausgebaut.

Mit der produktiven Grundlage sind die nächsten Ausbaustufen vorbereitet. Weitere Quellen, mehr Self-Service und neue Analytics-Anwendungen folgen auf demselben Architektur- und Betriebsmodell.

1

Weitere Datenquellen integrieren

Zusätzliche Fachsysteme, Werksdaten und externe Datenlieferungen werden über das bestehende Bronze-Silver-Gold-Muster angebunden. Wiederverwendbare Pipelines und klare Standards machen das Onboarding neuer Quellen zu einem planbaren Prozess.

2

Self-Service für die Fachbereiche erweitern

Kuratierte Gold-Datensätze werden für weitere Nutzergruppen in Tableau und über definierte SQL-Zugänge bereitgestellt. Fachbereiche können wiederkehrende und Ad-hoc-Auswertungen auf einer geprüften Datenbasis eigenständig durchführen.

3

Advanced Analytics und KI aufbauen

Auf den konsolidierten Datenprodukten entstehen schrittweise weiterführende Analytics- und KI-Use-Cases. Denkbar sind Prognosen für operative Prozesse, Qualitätsanalysen und die intelligente Suche in technischen Dokumenten. Reporting, Analytics und KI nutzen dabei dieselbe governante Datenbasis.

Wie wird aus gewachsenen Datenstrecken eine zentrale Plattform?

Viele Unternehmen arbeiten mit einer Mischung aus ERP-Daten, Excel-Prozessen, Fachanwendungen und bestehenden BI-Lösungen. Mit jeder neuen Quelle wächst der Abstimmungs- und Wartungsaufwand. Ein Lakehouse kann daraus eine automatisierte und governante Datenbasis für Reporting, Analytics und weitere Datenprodukte machen. Wir klären mit euch, ob Databricks zu eurer Ausgangslage passt, welche Datenstrecken zuerst abgelöst werden sollten und wie ein produktiver Einstieg ohne unnötige Plattformkomplexität gelingt.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

FAQ

Häufig gestellte Fragen