In der Ausgangslage griff jede Auswertung direkt auf die einzelnen Quellsysteme zu. Analysten zogen sich die Daten selbst aus Storage-Pfaden, Salesforce, Snowflake, SAP, Teradata und den übrigen Systemen zusammen, weil das der schnellste Weg war und die Prozesse historisch so gewachsen waren. Weil dabei jeder seine eigene Sicht auf die Daten baute, führten zwei Auswertungen zur selben Frage schnell zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dieselbe Aufbereitung entstand mehrfach in leicht abgewandelten Workflows, und ein großer Teil der Arbeit war manuelles Zusammensuchen, Verbinden und Prüfen, bevor überhaupt eine Analyse begann.
Damit fiel eine ganze Klasse von Governance-Funktionen weg: feingranulare Zugriffskontrolle, Lineage, Katalog-Discovery, zentrales Auditing, Tagging, Data Sharing, Data-Quality-Monitoring. Wer welchen Datensatz warum ansah, war im Zweifel nicht rekonstruierbar. Ein Konzern in dieser Größenordnung kann sich das dauerhaft nicht leisten, weder regulatorisch noch operativ.
Zusätzlich lagen die eigentlichen Quellen verteilt: strukturierte Sendungsdaten in Azure Blob und ADLS, Kunden- und Vertriebsdaten in Salesforce, große historische Bestände in Snowflake, betriebswirtschaftliche Daten in SAP R/3 und S/4HANA, Data-Warehouse-Bestände in Teradata, weitere operative Systeme über REST-APIs sowie Fachbereichslisten als Excel-Dateien auf SMB-Shares und SharePoint.
Die Daten kamen teils strukturiert als Tabellen und Exporte, teils semistrukturiert als JSON, verschachtelte API-Antworten oder Excel-Dateien an. Genau diese Mischung sprach früh für Delta als gemeinsames Speicherformat. Vorher bedeutete jede neue Fragestellung manuelle Vorarbeit: Wo liegt die richtige Quelle? In welchem Format kommt sie? Wer hat Zugriff? Welche Logik wurde bereits in welchem System umgesetzt?
Für Analysten war das ein echter Produktivitätsverlust. Bevor eine Analyse starten konnte, mussten Quellen gesucht, Formate verstanden, Exporte geprüft und Daten manuell zusammengeführt werden. Durch einheitliche Datenablage, wiederverwendbare Pipelines und zentrale Zugriffsschichten konnte der manuelle Vorbereitungsaufwand in den betrachteten Analyseprozessen um bis zu 40 % reduziert werden. Aus verteilter Datenbeschaffung über mehrere Systeme wurde ein standardisierter Zugriff auf kuratierte Delta-Tabellen.