In der Umsetzung entstand eine hochskalierbare Middleware-Plattform, die Datenquellen, Enterprise-Applikationen, Identity- und Zugriffsmanagement sowie das Data-Product-Lifecycle-Management verbindet. Die Middleware übernimmt die Katalogisierung der Datenprodukte, den Shopping- und Freigabeprozess und die Anbindung an Identity-Provider (IdP) und Identity-Access-Management (IAM). Freigegebene Datenprodukte werden anschließend im Unity Catalog auf Databricks verfügbar gemacht.
Delta Sharing bildet den technischen Kern für Zero-Copy Access. Datenprodukte aus SAP Business Data Cloud, SAP Datasphere und weiteren Non-SAP-Quellen werden über den offenen Delta-Sharing-Standard bereitgestellt und in Unity Catalog registriert. Konsumenten greifen von Databricks, Power BI, externen Anwendungen und aus verschiedenen Programmiersprachen auf dieselben Datenprodukte zu, ohne dass an anderer Stelle eine physische Kopie liegt. Zwischen den Plattformen fließen keine Datenreplikate, sondern kontrollierte Zugriffe.
Das Governance-Framework wurde durchgängig auf Unity Catalog aufgesetzt. Access Control Lists (ACLs) regeln Zugriffsrechte auf Katalog-, Schema-, Tabellen- und Spaltenebene. Row-Level-Policies filtern Datensätze nach Rolle, Region oder Business Unit. Column-Level-Policies maskieren sensible Attribute. Attribute-Based Access Control (ABAC) ergänzt klassische RBAC, wo eine dynamische Berechtigungslogik nötig ist. Lineage macht die Herkunft und den Verarbeitungsweg jeder Kennzahl nachvollziehbar. Audit Logs, Impact Analysen und Nutzungsstatistiken laufen im Katalog zusammen und liefern der Data-Governance-Organisation eine belastbare Grundlage.
Die Konsumenten-Erfahrung ist bewusst einheitlich gestaltet. Ein Fachbereich sucht ein Datenprodukt in der Marketplace-Oberfläche, prüft Beschreibung, Owner, Datenqualität und Zugriffskontrakt, beantragt Zugriff über den standardisierten Prozess und konsumiert die freigegebenen Daten anschließend in dem Tool, mit dem er ohnehin arbeitet. Ob Databricks-native, Power BI, eine externe Applikation oder Python, der Zugriffspfad geht durch Unity Catalog, das Berechtigungsmodell bleibt gleich.
Das Betriebsmodell begleitet die Technologie. Rollen und Freigabeprozesse für internes und externes Data Sharing wurden standardisiert. Data Owner und Data Stewards arbeiten mit Plattformteams und Konsumenten in einem gemeinsamen Governance- und Operating-Model. Neue Datenprodukte durchlaufen einen definierten Onboarding-Prozess mit Datenqualitäts-Checks, Zugriffsvergabe und Marketplace-Publikation.
Aus vielen isolierten Plattformzugängen wird ein Enterprise-weiter Data Marketplace, in dem Fachbereiche Datenprodukte finden, beantragen und ohne Kopien konsumieren.