SAP HANA Cloud ist die von SAP als Service betriebene Cloud-Datenbank, die Daten hauptsächlich im Arbeitsspeicher hält (In-Memory) und dabei mehrere Datenformen abdeckt (Tabellen, Graphen, Dokumente, geografische Daten, Vektoren). Sie läuft auf der SAP-Cloud-Plattform SAP BTP (Business Technology Platform) und dient als Datenbank-Fundament unter SAP-Anwendungen wie SAP Datasphere oder der SAP Business Data Cloud, kann aber auch als eigenständige Datenbank für eigene Anwendungen genutzt werden.
Was ist SAP HANA Cloud?
Die klassische SAP-HANA-Datenbank gibt es seit 2010 als On-Premises-Variante, also zur Installation im eigenen Rechenzentrum auf besonders zertifizierter Hardware. SAP HANA Cloud ist die 2019 vorgestellte, komplett neu aufgebaute Cloud-Variante mit eigenem Programmcode. Betrieb, Ausfallsicherheit und das Einspielen von Updates übernimmt SAP; der Kunde erhält nur die Zugriffspunkte (Endpoints) für Anwendungen sowie eine Verwaltungsoberfläche im SAP-BTP-Cockpit. Zugriff auf das Betriebssystem oder die darunterliegende Infrastruktur gibt es nicht. Ausgeliefert wird HANA Cloud in Rechenzentren der großen Public-Cloud-Anbieter, konkret auf [AWS, Azure, Google Cloud und Alibaba Cloud](https://help.sap.com/docs/hana-cloud).
Technisch ist HANA Cloud eine Multi-Model-Datenbank mit einem In-Memory Column Store als Kern. Dieselbe Engine bedient sowohl OLTP- als auch OLAP-Zugriffe auf demselben Datenbestand; das ist die Charakteristik, die HANA in die HTAP-Kategorie einsortiert. Um heißes und kaltes Datenvolumen kostenseitig zu trennen, kombiniert HANA Cloud drei Speicherebenen: den hauptspeicher-residenten Column Store für heiße Daten, die Native Storage Extension (NSE) als Warm-Layer auf Disk mit Buffer-Cache und HANA Data Lake Files (HDLF) als Objektspeicher-Schicht für kalte, große Datenmengen. Für sehr breite Analytics-Workloads gegen HDLF existiert daneben die HANA Data Lake Relational Engine auf SAP-IQ-Basis.
Neben relationalen Tabellen unterstützt HANA Cloud Graph-, Spatial-, Document-Store- und Vector-Engines, dazu die Predictive Analytics Library (PAL) für datenbanknahe Modellrechnung. Der Begriff HANA Cloud existiert als eigenständige Bezeichnung, weil sich die verwaltete Cloud-Variante in Deployment-Optik, Preis-Mechanik, Feature-Rollout und den mitgelieferten Data-Lake-Bausteinen deutlich von der klassischen On-Premises-Installation unterscheidet. Ab 2025 sitzt HANA Cloud zusätzlich als Datenbank-Unterbau in der [SAP Business Data Cloud](/insights/sap/business-data-cloud/), was die Abgrenzung zu den darüberliegenden Plattform-Produkten zusätzlich relevant macht.
Abgrenzung: SAP HANA on-prem, Datasphere, Business Data Cloud, S/4HANA
SAP HANA Cloud wird häufig mit der klassischen HANA-Datenbank, mit den darauf aufsetzenden Analytics-Plattformen oder mit der ERP-Anwendung S/4HANA verwechselt. Die Unterschiede liegen in Betriebsmodell und Rolle im Stack.
| Begriff | Verhältnis zu SAP HANA Cloud |
|---|---|
| SAP HANA (on-prem, „HANA Platform") | Kundeninstallierte In-Memory-Datenbank auf zertifizierter Hardware mit vollem OS-Zugriff. HANA Cloud ist der von SAP verwaltete Cloud-Dienst mit reduziertem Admin-Umfang, schnellerer Feature-Auslieferung und eingebauten Data-Lake-Bausteinen (NSE, HDLF) |
| SAP Datasphere | Modellierungs- und Datenintegrationsschicht (Spaces, Views, Data/Replication Flows) auf Basis von HANA Cloud. Datasphere ist die Analytics-Applikation, HANA Cloud die Datenbank darunter |
| SAP Business Data Cloud (BDC) | Kommerzielles Dach-Produkt aus 2025, das Datasphere, SAP Analytics Cloud, BW Bridge und ein eingebettetes Databricks unter einer Capacity-Unit-Abrechnung bündelt. HANA Cloud ist die Datenbankschicht darin, nicht das Produkt selbst |
| SAP HANA Enterprise Cloud (HEC) | Klassisches Managed-Hosting-Angebot für die On-Premises-HANA in einem SAP-Rechenzentrum (Single-Tenant, dediziert). HANA Cloud ist demgegenüber ein Cloud-natives Angebot mit eigenem Codestand und Multi-Tenant-Betrieb |
| SAP S/4HANA | ERP-Anwendung, die HANA als Datenbank voraussetzt. S/4HANA ist die Applikation, HANA (in der Public-Cloud-Edition als HANA Cloud) die Datenbank darunter |
Beispiel: HANA Cloud als Datenbank-Unterbau der Business Data Cloud
Ein Unternehmen betreibt seine SAP-Datenplattform in der SAP Business Data Cloud. SAP Datasphere modelliert Finanz- und Logistikdaten, SAP Analytics Cloud liefert die Dashboards, ein eingebettetes Databricks übernimmt AI-Workloads. Unter allen drei Anwendungen sitzt SAP HANA Cloud als Datenbankdienst. Aktuelle Bewegungsdaten liegen im In-Memory Column Store, ältere Perioden auf Native Storage Extension, Detail-Belege und Archivdaten in HANA Data Lake Files.
Die Kunden-IT sieht keine Datenbank-VM und keinen Betriebssystem-Zugriff. Verwaltet wird HANA Cloud über das SAP-BTP-Cockpit: Sizing (Memory, Storage), Nutzer, Berechtigungen, Backups, Region. Kommerziell erscheint der HANA-Cloud-Verbrauch als Bestandteil des BDC-Capacity-Unit-Modells, nicht als separate Datenbank-Rechnung.
Daneben existiert ein zweiter typischer Einsatz: HANA Cloud als eigenständige Datenbank für kundeneigene Applikationen auf SAP BTP, unabhängig von Datasphere oder BDC. In diesem Fall dient HANA Cloud als klassische Cloud-Datenbank für Custom-Anwendungen, mit Zugriff auf die Multi-Model-Engines (Graph, Spatial, JSON, Vector) und der Anbindung an SAP-Kernprodukte.
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