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Krombacher baut die Data-&-AI-Workbench auf Databricks

Krombacher baut seine Data-Science-Workbench auf dem Databricks Lakehouse .

Die Krombacher Gruppe betreibt produktive ML-Modelle für Demand Forecasting, Abwasser-Vorhersage und das Loyalty-Programm. Die gewachsene AWS-Landschaft hielt mit dem Anspruch nicht mehr Schritt, Zeit für eine Data-&-AI-Workbench auf Databricks.

Lesedauer4 Min.
VeröffentlichtApril 2026

1803

Gegründet

Kreuztal-Krombach

Sitz

bis zu 20%

höhere Modellqualität

30%

weniger Wartungsaufwand

~1 Jahr

bis zur produktiven Plattform

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Bis zu 20 % höhere Modellqualität

    Data-Science-Modelle laufen auf der neuen Workbench messbar besser als zuvor.

  • 30 % weniger Wartungsaufwand

    Weniger Pflege, mehr Weiterentwicklung — aus Wochen wird ein Tagespunkt.

  • Drift wird automatisch erkannt

    Zentrales Monitoring meldet Abweichungen in Datenqualität und Modellperformance, bevor produktive Ergebnisse abweichen.

  • ML-Use-Cases in Produktion

    Demand Forecasting, Loyalty-Segmentierung und Abwasser-Prognose laufen produktiv auf einer Plattform.

Zusammenfassung

Die Krombacher Gruppe: über 1500 Mitarbeitende, Jahrzehnte Brautradition, einer der bekanntesten Getränkehersteller Deutschlands. KI ist für Krombacher kein Experiment, sondern ein Eckstein der Unternehmensstrategie.

Das Data-Science-Team betreibt unter anderem produktive ML-Modelle für Demand Forecasting, Abwasser-Vorhersage und das Loyalty-Programm. Modelle, die täglich Entscheidungen in der Abfüllplanung, der Produktionssteuerung und im Marketing beeinflussen. Doch die technische Grundlage hielt mit dem Anspruch nicht mehr Schritt.

Übersicht

Kunde
Krombacher Logo
Krombacher

Verwendete Technologien & Systeme

Projektleitung
Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI
Mehr über Alexander Rabe
Die Transformation

Von Ausgangssituation zur Lösung.

01Ausgangssituation

Funktioniert, aber wie lange noch?

Krombachers Data-Science-Team hatte sich über die Jahre einen eigenen Stack auf AWS aufgebaut: SageMaker fürs Model Training, Lambda und API Gateway fürs Model Serving, Dagshub als gehostetes MLflow, DVC für Datenversionierung, Airflow für Scheduling. Jedes Tool für sich funktionierte, aber ein einzelnes Modell-Deployment erforderte manuelle Anpassungen in vier verschiedenen Services. Der Wartungsaufwand wuchs mit jedem neuen Projekt.

Model Drift und Data Drift konnten nicht systematisch erkannt werden: Es gab schlicht kein zentrales Monitoring, das Abweichungen in Datenqualität oder Modellperformance automatisch erkennt. Datenprodukte entstanden mehrfach an verschiedenen Stellen. Es gab keine Single Source of Truth, keine einheitlichen Qualitätsprozesse.

Die bestehende Lösung funktionierte, noch. Doch statt auf den ersten Ausfall zu warten, entschied sich Krombacher bewusst für den Wechsel, solange der Handlungsspielraum noch da war.

Die Sorge, dass produktive Modelle irgendwann unbemerkt falsche Ergebnisse liefern, war real, auch wenn es bis dahin noch nicht passiert war.
Einschenkszene an der Bar, Krombacher Pils Exclusiv im Pokalglas
02Herausforderung

Databricks oder Snowflake?

Databricks oder Snowflake? Diese Entscheidung hatte Krombacher bereits mit verschiedenen Beratern beleuchtet. Gemeinsam mit ruhrdot führte das Team anschließend eine strukturierte Plattformbewertung durch, basierend auf konkreten Anforderungen statt auf Versprechen aus dem Marketing.

Databricks überzeugte im Bereich Machine Learning und GenAI am meisten. Die Plattform fühlt sich an wie die Werkzeuge, die Data Scientists ohnehin nutzen: Notebooks, Python, MLflow. Kein Framework-Wechsel, kein Umlernen, keine Medienbrüche.

Krombachers IT ist stark SAP-getrieben. Genau hier spielt Databricks seine Stärken aus. Über die Integration mit SAP Datasphere gelangen Daten kontrolliert in den Unity Catalog und stehen für Analytics und ML zur Verfügung. Prognosen und Modellergebnisse werden anschließend zurück in SAP bereitgestellt.

Krombacher entschied sich für Databricks als Developer-First-Plattform: geringe Wartungsaufwände, aber genügend Flexibilität für ein Team, das technische Tiefe schätzt.
Thekenszene mit drei Personen bei Krombacher Pils
03Strategie

Kein Code ohne Strategie.

Bevor die Migration startete, entwickelte Krombacher gemeinsam mit ruhrdot eine Data Strategy, die deutlich über einen reinen Plattformwechsel hinausgeht. Im Fokus stand die Architekturfrage: Wie muss eine Daten- und KI-Plattform aufgebaut sein, damit sie heutige ML-Use-Cases zuverlässig trägt und gleichzeitig die Grundlage für GenAI- und Agentic-AI-Szenarien schafft?

Die Entscheidung fiel auf Databricks als Lakehouse-Plattform: als einheitliche Grundlage für Data Engineering, Data Science und AI. Der Ansatz war bewusst pragmatisch statt overengineered: Unity Catalog sauber strukturiert, ETL-Pipelines zielgerichtet designt und Compute passgenau dimensioniert.

Mindestens genauso wichtig wie die Technik: Enablement, Sparring und Change Management. ruhrdot begleitete das Krombacher-Team dabei als Partner auf Augenhöhe.

Leitprinzip: so wenig Komplexität wie möglich, so viel Struktur wie nötig.
Anstoßen an der Bar, Fokus auf Krombacher Pils
04Lösung

Zielarchitektur: SAP + Databricks im Lakehouse.

In rund zwölf Monaten entstand bei Krombacher eine einheitliche Data-&-AI-Workbench auf Databricks. Daten aus SAP Datasphere, SAP BW, Shopify, IoT-Sensoren der Betriebsdatenerfassung sowie PayPal, Klarna und weiteren Quellen laufen heute in einer zentralen Lakehouse-Architektur zusammen.

Die Plattform unterstützt den gesamten ML-Lebenszyklus: von Ingestion und Feature Engineering über Training und Deployment bis zu Batch- und Realtime-Inferenz, Monitoring und automatisiertem Retraining. Mit Lakebase als Online Feature Store stehen Features in Echtzeit für Serving-Endpoints bereit.

Auch der Betrieb ist konsequent standardisiert: Die Infrastruktur wird per Infrastructure as Code ausgerollt, versioniert, reproduzierbar und als Template wiederverwendbar. Neue ML-Projekte starten mit einer vorkonfigurierten Umgebung inklusive Compute, Storage, Berechtigungen und CI/CD.

Infrastructure as Code macht aus jedem neuen ML-Projekt einen reproduzierbaren Startpunkt, nicht mehr als Sammlung improvisierter Skripte.
Krombacher Pils Exclusiv wird gezapft
Use Cases in Produktion

Von der Abfüllung bis zur Kampagne: KI im Einsatz.

Acht Bausteine, die täglich Entscheidungen in Produktion, Betrieb und Marketing beeinflussen und den laufenden Plattformbetrieb tragen.

Demand Forecasting

Wie viel Krombacher wird in den kommenden Tagen nachgefragt? Ein ML-gestützter Forecasting-Service liefert präzise Absatzprognosen, die direkt in die Abfüllplanung einfließen: zuverlässigere Planung, optimierte Abfüllprozesse, spürbare Entlastung der Produktionssteuerung.

Abwasserprognose

ML-Modelle prognostizieren auf Basis von IoT-Sensordaten aus der Betriebsdatenerfassung die anfallenden Abwassermengen. Krombacher informiert kommunale Klärwerke frühzeitig und zuverlässig über zu erwartende Einleitungen, vorausschauend statt reaktiv.

Loyalty-Programm

Customer Segmentation und Customer Lifetime Value Modelle liefern die Grundlage für datengetriebene Kampagnen, gezielt statt Gießkannenprinzip. Die Ergebnisse werden über Model Serving als API bereitgestellt und in Fachbereichsprozesse integriert.

Automatisches Monitoring für Model Drift und Data Drift

Drift wird automatisch erkannt, bevor produktive Ergebnisse abweichen. Abweichungen in Datenqualität oder Modellperformance lösen Alerts aus und triggern Retraining. Aus wartungsintensiv wird beobachtbar und selbstheilend.

Standardisierte Deployment-Pipelines für alle Modelle

Vorher vier manuelle Services pro Modell, heute ein standardisierter Prozess, reproduzierbar, versioniert, getestet.

Automatisiertes Retraining über Databricks Workflows

Retraining-Jobs sind Teil der Pipelines, kein manueller Anstoß mehr. Modelle rotieren, wenn Drift erkannt wird oder Takt-Zeitpunkte erreicht sind.

SAP, Shopify, IoT und weitere Quellen als Single Source of Truth

Alle Datenquellen fließen kontrolliert in eine zentrale Lakehouse-Architektur: keine mehrfach erzeugten Datenprodukte, keine verteilten Stammdaten, keine Medienbrüche.

Vorkonfigurierte Umgebungen für neue ML-Projekte per Infrastructure as Code

Terraform und Asset Bundles rollen neue ML-Projekte mit vorkonfigurierter Umgebung aus: Compute, Storage, Berechtigungen, CI/CD inklusive. Aus Wochen wird ein Tagespunkt.

~1 JahrBis zur produktiven Plattform
20%Höhere Modellqualität
30%Weniger Wartungsaufwand
Zielarchitektur

SAP + Databricks im Lakehouse.

SAP-, Shopify-, IoT- und Payment-Daten fließen in eine zentrale Lakehouse-Architektur auf Databricks. Medallion-Layer, MLflow, Workflows und der Online Feature Store, governance-geführt über Unity Catalog.

Quellsysteme
SAP Datasphere
BW · S/4HANA
Shopify
E-Commerce
IoT-Sensoren
Betriebsdaten
PayPal · Klarna
Payment
Weitere Quellen
APIs · Files
Databricks Intelligence Platform
AWS · Unity Catalog · Lakebase
Managed
Governance
Unity CatalogRBACLineageAudit
Data Ingestion
BronzeRaw
SilverCleansed
GoldBusiness-ready
Foundation
Delta LakeMLflowLakebaseAWS
Workloads
Demand Forecasting
Abfüllplanung
Loyalty-Programm
Segmentation · CLV
Abwasser-Prognose
OT-ML auf IoT
GenAI · Agenten
Road to 2030
Deployment & Betrieb
Infrastructure as Code · CI/CD · Enablement
TerraformAsset BundlesGitHub ActionsRunbooks
Wrapped around everything
Vorher / Nachher

Was sich konkret geändert hat.

Fünf Bereiche, in denen der Alltag der Data-Science-Teams vor und nach der Plattform-Migration sichtbar unterschiedlich aussieht.

Vorher

Nachher

Monitoring

Kein systematisches Monitoring: Drift wurde erst bei auffälligen Ergebnissen bemerkt
Model & Data Drift werden automatisch erkannt, bevor sie Ergebnisse beeinflussen

Deployment

Manuelle Anpassungen in vier Services pro Modell
Standardisierte Pipelines: ein Prozess für alle Modelle

Retraining

Manuell angestoßen, fehleranfällig
Automatisiert über Databricks Workflows

Datenquellen

Datenprodukte mehrfach erzeugt, keine zentrale Wahrheit
SAP, Shopify, IoT als Single Source of Truth

Onboarding

Wochen, weil gewachsene Strukturen schwer zu durchblicken waren
Einheitliche Projektstruktur, dokumentierte Standards, Templates

Road to 2030

Auf dem Fundament der Plattform bauen die nächsten Schritte bereits auf.

Unter dem Leitbild Road to 2030 läuft eine unternehmensweite AI-Initiative. Drei Phasen, die zeigen, wie sich Krombachers Daten- und KI-Strategie auf dem neuen Fundament weiterentwickelt.

Nächste Schritte

  • SAP-Integration ausbauen
  • GenAI-Vorhaben starten
  • AI-Initiative skalieren

Wie könnte eure Data-&-AI-Roadmap aussehen?

Wenn ihr vor ähnlichen Herausforderungen steht (gewachsene Tool-Landschaft, steigender Wartungsaufwand oder produktive ML- und GenAI-Use-Cases ohne stabile Plattform), dann lasst uns gemeinsam den sinnvollsten nächsten Schritt klären.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

FAQ

Fragen zum Projekt