Zum Inhalt springen
Multi-Tenant Lakehouse auf Databricks: 3.000+ Restaurant-Mandanten zentral auswerten

Multi-Tenant Lakehouse auf Databricks: 3.000+ Restaurant-Mandanten zentral auswerten

Wie ein Gastronomie-SaaS-Anbieter mit Databricks ein mandantenfähiges Lakehouse für 3.000+ Restaurant-Mandanten aufbaut und Reporting, Governance, ML und SaaS-Funktionen auf eine gemeinsame Datenbasis stellt.

Lesedauer5 Min.
VeröffentlichtJuli 2026

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 3.000+ Mandanten, eine Plattform

    Statt tausender isolierter MariaDB-Instanzen: ein mandantenfähiges Lakehouse, das sauber trennt und aggregierte Sichten sicher zulässt.

  • In 12 Monaten produktiv

    Unternehmensweites Data-&-AI-Fundament auf Databricks (Azure) — mandanten-isoliert und konsolidiert zugleich.

  • Vom Handgriff zum Standard

    Neue Umgebungen starten mit vorkonfiguriertem Compute, Storage, Berechtigungen und CI/CD — kein manuelles Aufsetzen mehr.

  • Eine Datenbasis für alles

    Data Engineering, Analytics und ML greifen auf dieselben Layer zu statt auf getrennte Silos.

Zusammenfassung

Der Kunde betreibt ein SaaS-ERP für die Gastronomiebranche mit über 3.000 aktiven Restaurant-Mandanten. Jeder Mandant fährt eigene Speisekarten, eigene Kategorien, eigene Produktgruppen und generiert täglich Betriebsdaten aus Kassen-, Bestell- und Warenwirtschaftsprozessen. Der Datenbestand ist entsprechend heterogen: strukturierte Tabellen aus dem ERP und semi-strukturierte JSON-Antworten aus Integrations-APIs. Dazu Stammdaten mit hohem Änderungstakt, weil Speisekarten saisonal, aktionsgetrieben und mandantenindividuell laufen.

Analytik und Reporting waren jahrelang direkt im ERP verankert. Das funktionierte im Einzelfall, skalierte aber nicht mit dem Anspruch, mandantenübergreifende Insights, ML-Use-Cases und ein zentral betreibbares Governance-Modell zu liefern. Für ein Software-Unternehmen dieser Größe war die Datenplattform damit ein strategischer Baustein: ohne mandantenfähiges Fundament kein produktseitig anschlussfähiges Analytics-Angebot, ohne Governance-Modell keine belastbare Aussage über Mandantensicherheit gegenüber Kunden und Partnern.

Übersicht

Kunde
SaaS-Anbieter für Gastronomie
Anonymisierte Referenz
Branche
B2B-SaaS

Verwendete Technologien & Systeme

Terraform
Terraform
Apache Spark
Apache Spark
Azure Cloud
Azure Cloud
Databricks Unity Catalog
Databricks Unity Catalog
SQL Warehouse
SQL Warehouse
Databricks Delta Lake
Databricks Delta Lake
MLflow
MLflow
Die Transformation

Von ERP-eingebettetem Reporting zur governance-geführten Plattform.

01Ausgangssituation

Wenn jede Mandanten-Instanz eine eigene Insel ist.

Analytics und Reporting lagen direkt im ERP. Jeder der über 3.000 Restaurant-Mandanten lief auf einer eigenen isolierten MariaDB-Instanz. Innerhalb eines Mandanten lieferten die Reports das, was sie liefern sollten. Mandantenübergreifende Auswertungen waren technisch schlicht nicht vorgesehen.

Damit fehlte alles, was eine SaaS-Plattform braucht, sobald sie über einzelne Kunden hinaus denkt: kein zentrales Monitoring, keine einheitliche Governance, kein einheitliches Rechtemodell, kein systematischer Blick auf Datenqualität. Datenaufbereitung war repetitiv und fehleranfällig, weil jede Anforderung an einer neuen Stelle im System nachgebaut wurde. Was in einem Mandantenkontext einmal ordentlich lief, musste bei ähnlichen Anforderungen im nächsten Mandanten neu bewertet werden.

Data-Science-Experimente entstanden zwar, blieben aber Prototypen. MLOps-Praktiken fehlten. Reproduzierbarkeit, Governance und ein Weg vom Notebook in einen produktiven Service waren nicht definiert. Damit war jeder produktiv gedachte ML-Anwendungsfall vom individuellen Können einzelner Rollen abhängig, statt vom Zusammenspiel dokumentierter Prozesse.

Das System funktionierte noch. Der Kunde entschied sich für die Modernisierung, solange der Handlungsspielraum groß genug war.

Solange 3.000 Mandanten auf 3.000 isolierten Datenbanken laufen, kann eine SaaS-Plattform ihr eigenes Datenpotenzial nicht heben.
SaaS-Anbieter für Gastronomie: Kapitel 01
02Herausforderung

Punktlösungen skalieren nicht.

Die ERP-Landschaft war über Jahre gewachsen, aber nicht als Plattform gedacht. Neue Anforderungen wurden meist dort gelöst, wo sie entstanden: ein Report für eine bestimmte Handelskette, ein Extrakt für ein Franchise-Netzwerk, ein zusätzlicher Job im Warenwirtschaftsprozess. Jede Lösung funktionierte für sich, aber kaum etwas ließ sich über Mandanten oder Geschäftsmodelle hinweg wiederverwenden.

Ohne zentrale Governance konnten Mandantendaten nicht konsolidiert werden. Rechte, Lineage und Zugriff waren nicht zentral steuerbar, und damit war jede Idee, mandantenübergreifende Datenprodukte anzubieten, technisch und rechtlich riskant. Für ein SaaS-Angebot mit strengen Anforderungen an Mandantensicherheit ist das ein struktureller Blocker, kein Detailthema.

Neue Projekte und neue Mandanten starteten mit manueller Konfiguration. Compute, Storage, Berechtigungen und CI/CD wurden pro Umgebung von Hand aufgesetzt. Jeder Rollout kostete Zeit, jede Erweiterung erzeugte Aufwand, der nicht mit der Anzahl der Mandanten skalierte. Bei 3.000 aktiven Mandanten wird aus jedem manuellen Handgriff ein Systemrisiko.

Die eigentliche Frage betraf das Fundament: mandantenfähig, governance-geführt, reproduzierbar.
SaaS-Anbieter für Gastronomie: Kapitel 02
03Strategie

Erst Data-&-AI-Strategie und Target Operating Model, dann Pipelines.

Bevor die erste Pipeline gebaut wurde, entstanden gemeinsam mit ruhrdot eine Data-&-AI-Strategie und ein Target Operating Model. Klare Rollen, klare Verantwortlichkeiten, ein bewusster Entwicklungspfad für die Plattform. Der Anspruch war explizit pragmatisch: so wenig Komplexität wie möglich, so viel Struktur wie nötig.

Im Fokus stand die Architekturfrage. Eine Plattform, die 3.000 Mandanten sauber trennt und gleichzeitig aggregierte Sichten sicher zulässt. Ein Governance-Modell, das Tabellen-, Spalten- und Zeilenebene abdeckt, ohne den Betrieb zu ersticken. Ein Deployment-Modell, das neue Mandanten und neue Umgebungen nicht mehr per Hand aufsetzt. Und eine Layer-Struktur, in der Datenprodukte einen klaren Ort haben: von der Landing-Schicht als 1:1-Aufnahme bis zum Analytics-Layer als konsolidierte Quelle für BI und ML.

Enablement lief von Anfang an mit. Das interne Data-&-Analytics-Team wurde so aufgebaut, dass es die Plattform am Ende selbstständig weiterentwickelt: neue Datenprodukte, neue Mandanten, neue Use-Cases. Data-&-AI-Strategie und Target Operating Model definierten dazu, welche Rollen entstehen, wie Verantwortung für Layer, Kataloge und Pipelines verteilt wird und in welchem Takt Plattform, Datenprodukte und Use-Cases weiterentwickelt werden.

Leitprinzip: die Plattform gehört am Ende dem Kunden, nicht dem Berater.
SaaS-Anbieter für Gastronomie: Kapitel 03
04Lösung

Mandantenfähiges Lakehouse mit vier Schichten.

In rund zwölf Monaten entstand ein zentrales, mandantenfähiges Data-&-AI-Lakehouse auf Databricks (Azure): unternehmensweit als Fundament, mandanten-isoliert und konsolidiert zugleich. Vier Schichten strukturieren den Datenfluss: Landing für die 1:1-Rohaufnahme, Curated für Bereinigung, Deduplizierung und Anreicherung, Core für konforme, businessmodellierte Entitäten, Analytics für aggregierte, BI- und ML-fertige Datenprodukte.

Unity Catalog trägt die Governance. Mandanten sind auf Katalogebene getrennt, Zugriffe werden fein granular auf Tabellen-, Spalten- und Zeilenebene gesetzt, Lineage ist durchgängig verfügbar. Individuelle Mandantensichten und aggregierte, übergreifende Sichten koexistieren auf einer Plattform, ohne dass Rohdaten unkontrolliert mischen.

Delta Lake liefert das Storage-Fundament: ACID-Transaktionen, Schema-Enforcement und performante Queries direkt auf kostengünstigem Object Storage. Data Engineering, Analytics und ML greifen auf denselben Layer zu, statt sich in getrennten Silos zu bewegen.

Die gesamte Azure-Umgebung wird per Infrastructure-as-Code ausgerollt. Neue Umgebungen starten mit vorkonfiguriertem Compute, Storage, Berechtigungen und CI/CD, statt jedes Mal von Hand aufgesetzt zu werden. Das gleiche Prinzip trägt auch das Onboarding neuer Mandanten und Use-Cases: eine dokumentierte Vorlage, ein reproduzierbarer Weg, ein einheitliches Betriebsmodell über die gesamte Plattform hinweg.

Aus einer Landschaft manuell aufgesetzter Umgebungen wird ein Fundament, das per Template steht: reproduzierbar, versioniert, wiederverwendbar.
SaaS-Anbieter für Gastronomie: Kapitel 04
3.000+Mandanten auf einer Plattform
12 Monatevon Datensilos zum Lakehouse

Zielarchitektur

Multi-Tenant Lakehouse auf Azure.

Mandantendaten aus über 3.000 ERP-Instanzen laufen über automatisierte Ingestion-Strecken in ein zentrales Lakehouse. Vier Schichten, Unity Catalog als Governance-Rückgrat, Databricks SQL Warehouse für BI-Konsum und eine per Infrastructure-as-Code aufgesetzte Azure-Umgebung. Quellsysteme Databricks Data Intelligence Platform (Managed · Azure · Unity Catalog) Workloads Deployment & Betrieb: Infrastructure-as-Code · CI/CD · Enablement Terraform · Lakeflow Jobs · Runbooks.

Bausteine

  • ERP-Instanzen: 3.000+ mandantenspezifische MariaDB-Datenbanken
  • Kassen- und Bestelldaten: Transaktionen aus dem operativen Betrieb
  • Warenwirtschaft: Artikel, Bestände, Bewegungen
  • Stammdaten: Speisekarten, Kategorien, Produktgruppen
  • Integrations-APIs: Zahlung, Lieferdienste, Reservierungen
  • Flatfiles: Reports, historische Auszüge
  • Governance: Unity Catalog · Mandantentrennung · Fine-grained Access (Tabelle, Spalte, Zeile) · Lineage · Audit
  • Data Ingestion: Kassendaten aus den Filialen → Azure Event Hub → Lakeflow Declarative Pipelines → Delta (Landing)
Platform Outcomes

Was sich durch die Plattform verändert hat

Eine Plattform für mandantenfähige Auswertungen

Restaurant-Mandanten, Ketten, Franchise-Verbünde und der Plattformbetreiber arbeiten auf derselben Datenbasis, aber mit klar getrennten Sichtrechten. Einzelne Mandanten sehen nur ihre eigenen Daten, während aggregierte Sichten für Ketten und den Betreiber zentral bereitstehen.

Skalierbarer Betrieb für über 3.000 Mandanten

Neue Mandanten, Umgebungen und Datenstrecken lassen sich nach einem wiederholbaren Muster aufsetzen. Terraform, CI/CD und standardisierte Plattformbausteine reduzieren manuelle Konfiguration und machen den Betrieb über viele Mandanten hinweg beherrschbar.

Klare Datenlayer statt gewachsener Zwischenlösungen

Landing, Curated, Core und Analytics trennen Rohdaten, bereinigte Daten, business-nahe Modelle und konsumierbare Datenprodukte sauber voneinander. Dadurch entstehen Reports, Analytics-Use-Cases und ML-Anwendungen auf einer nachvollziehbaren Grundlage statt auf improvisierten Zwischenständen.

Governance als Teil des Datenprodukts

Unity Catalog regelt Zugriffe, Lineage und Auditierbarkeit zentral. Wer welche Daten auf Mandanten-, Rollen- oder Auswertungsebene sehen darf, ist nicht mehr in einzelnen Reports oder Jobs versteckt, sondern im Plattformmodell verankert.

Von Analytics zu eingebetteten SaaS-Funktionen

Die Plattform schafft nicht nur Reports für interne Analysen, sondern die Grundlage für neue Produktfunktionen in der SaaS-Plattform. Empfehlungen, Cross-Selling, dynamische Preise und weitere datengetriebene Features können direkt auf den kuratierten Datenmodellen aufsetzen. So wird Analytics vom Auswertungstool zum Bestandteil des Produkts.

Vorher / Nachher

Was sich konkret verändert hat

Vorher

Nachher

Mandantensicht

Isolierte MariaDB-Instanzen ohne einfache mandantenübergreifende Sicht
Zentrales Lakehouse mit mandanten-isolierten und aggregierten Auswertungen

Reporting und Analytics

Reports nah am ERP, oft pro Mandant und mit manueller Vorbereitung
Konsolidierte Datenlayer für BI, ML und operative Auswertungen

Governance

Rechte, Zugriff und Lineage über Systeme und Reports verteilt
Unity Catalog steuert Zugriff, Lineage und Audit zentral

Plattformbetrieb

Neue Projekte und Mandanten erforderten manuelle Konfiguration
Infrastructure as Code stellt Umgebungen reproduzierbar bereit

SaaS-Features

Analytics- und ML-Prototypen blieben schwer produktnah nutzbar
Kuratierte Datenmodelle und Knowledge Graphs schaffen die Basis für eingebettete Funktionen in der SaaS-Plattform

Nächste Schritte

Vom Multi-Tenant-Lakehouse zu eingebetteten SaaS-Funktionen

Das Lakehouse wird zur Produktbasis für weitere datengetriebene Funktionen: aktuelle Betriebsdaten, intelligente Empfehlungen und Agentic-AI-Funktionen entstehen auf demselben mandantenfähigen Fundament.

1

Near-Real-Time-Ingestion skalieren

Betriebsdaten aus über 3.000 Mandanten werden kontinuierlich aufgenommen und für Reporting, Analytics und eingebettete Services schneller nutzbar gemacht.

2

Agentic AI als nächste Produktstufe vorbereiten

Die Plattform schafft die Grundlage für Agentic-AI-Funktionen, die Betreiber im Alltag unterstützen: Welche Gerichte passen zur Nachfrage? Welche Produktkombinationen eignen sich für Cross-Selling? Welche Aktionen funktionieren je Standort, Tageszeit oder Saison? Welche Speisekarten-Items sollten ergänzt, ersetzt oder stärker beworben werden? Solche Vorschläge können künftig direkt in der SaaS-Plattform entstehen, weil Verkaufsdaten, Mandantenlogik, Produktgruppen und Knowledge Graph auf einer gemeinsamen Datenbasis liegen.

3

Empfehlungen und dynamische Preise einbetten

Das Knowledge-Graph-Modell liefert die Grundlage für Empfehlungen, Cross-Selling und dynamische Preisgestaltung direkt in der SaaS-Plattform. Neue Funktionen nutzen dieselben kuratierten Daten und Governance-Regeln, ohne neue Datenpfade aufzubauen.

Steht eure Datenplattform vor einer ähnlichen Skalierungsfrage?

Wenn Daten über viele Mandanten, Systeme oder Geschäftsbereiche verteilt liegen, werden Reporting, Governance und neue datengetriebene Use Cases schnell aufwendig. Häufig fehlt dann kein einzelnes Dashboard, sondern ein gemeinsames Fundament: mandantenfähig, nachvollziehbar und reproduzierbar betreibbar. Wir prüfen mit euch, ob ein Lakehouse-Ansatz für eure Datenlandschaft sinnvoll ist, wie Mandantentrennung und Governance sauber aufgesetzt werden und welche ersten Use Cases auf einer gemeinsamen Plattform realistisch umsetzbar sind.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

FAQ

Häufig gestellte Fragen