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Wie ein SaaS-ERP-Anbieter 70 Kundeninstanzen in einem Databricks Lakehouse konsolidiert

Wie ein SaaS-ERP-Anbieter 70 Kundeninstanzen in einem Databricks Lakehouse konsolidiert

Wie ein SaaS-ERP-Anbieter 70 Kundeninstanzen per CDC nahezu in Echtzeit auf Databricks konsolidiert, Ladezeiten um bis zu 85 % senkt und Analytics as a Service aufbaut.

Lesedauer5 Min.
VeröffentlichtJuli 2026

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 70 Instanzen, ein Lakehouse

    Standardisierte CDC-Strecken konsolidieren rund 70 getrennte ERP-Installationen nahezu in Echtzeit.

  • 30 Sekunden bis zum Silver-Layer

    Änderungen aus dem ERP stehen harmonisiert für weitere Verarbeitungsschritte bereit.

  • Bis zu 85 % kürzere Ladezeiten

    Analytics-Workloads laufen deutlich schneller als auf den Einzelinstanzen.

  • Analytics as a Service

    Der Anbieter macht aus konsolidierten Daten ein eigenes Produktangebot für seine Kunden.

Zusammenfassung

Der Kunde stellt ERP-Software für die Lebensmittelindustrie bereit und betreibt das Produkt als SaaS für rund 70 Kunden. Jeder Kunde läuft auf einer eigenen ERP-Installation, wahlweise on-premise oder in der Cloud. Der Datenbestand ist damit heterogen und über viele Umgebungen verteilt: dieselbe Fachlogik, aber 70-mal getrennt aufgesetzt, mit eigenen Stamm- und Bewegungsdaten aus Beschaffung, Produktion und Warenwirtschaft.

Die ERP-Plattform steht auf einer Legacy-Datenbanktechnologie ohne moderne Extraktions-Schnittstellen und ohne CDC-Fähigkeiten. Standard-ETL-Werkzeuge lassen sich nicht anschließen, Auswertungen entstanden weitgehend pro Kunde und mit hohem manuellem Aufwand. Für ein Software-Unternehmen, das sich vom klassischen ERP-Anbieter zum datengetriebenen SaaS-Anbieter entwickeln will, war die Datenplattform damit ein strategischer Baustein: ohne mandantenfähiges Fundament kein standardisiertes Analytics-Angebot, ohne saubere Datenprodukte kein DWaaS-Modell für die eigenen Kunden.

Übersicht

Kunde
SaaS-ERP-Anbieter
Anonymisierte Referenz
Branche
B2B-SaaS

Verwendete Technologien & Systeme

Apache Spark
Apache Spark
Apache Kafka
Apache Kafka
C
Confluent
AWS Cloud
AWS Cloud
Databricks Unity Catalog
Databricks Unity Catalog
SQL Warehouse
SQL Warehouse
Databricks Delta Lake
Databricks Delta Lake
Die Transformation

Von 70 isolierten ERP-Instanzen zur mandantenfähigen Datenplattform

01Ausgangssituation

Wenn jede Kundeninstallation eine eigene Datenwelt bildet

Das ERP-Produkt läuft bei rund 70 Kunden, jeweils auf einer eigenen Installation in der Cloud oder im lokalen Rechenzentrum. Fachlich bildet jede Instanz vergleichbare Prozesse ab, technisch entstanden jedoch rund 70 getrennte Datenbestände. Auswertungen funktionierten innerhalb der jeweiligen Kundenumgebung, ließen sich aber kaum standardisieren oder über mehrere Mandanten hinweg wiederverwenden.

Die zugrunde liegende Legacy-Datenbank bot keine modernen Extraktionsschnittstellen und keine native Change-Data-Capture-Funktion. Übliche ETL-Werkzeuge konnten nicht direkt angeschlossen werden. Datenübernahmen mussten deshalb pro Umgebung individuell aufgebaut werden. Manuelle Exporte, wiederkehrende Sonderlogik und kundenspezifische Aufbereitung erhöhten den Entwicklungs- und Wartungsaufwand.

Die BI-Suite war direkt an die operativen ERP-Datenbanken angebunden. Da das Datenbankschema keine inkrementellen Extraktionen über Timestamps oder eine native CDC-Logik unterstützte, liefen die Ladeprozesse jeweils als vollständiger Full-Load. Das erzeugte hohen Datenverkehr, verursachte anhaltend hohe Last auf den produktiven Kundensystemen und wurde zu einem spürbaren Betriebsrisiko in einem produktiven ERP-Umfeld.

Damit fehlte die Grundlage für ein skalierbares Analytics-Angebot. Reporting endete an der Grenze der jeweiligen Installation, Datenmodelle wurden mehrfach aufgebaut und neue Produkte ließen sich nur mit hohem Aufwand auf weitere Kunden übertragen. Auch weiterführende Anwendungen wie Benchmarking, Prognosen oder AI-gestützte Funktionen brauchten zuerst eine gemeinsame, mandantenfähige Datenbasis.

Der ERP-Betrieb war etabliert. Das nächste Wachstumspotenzial lag in standardisierten Datenprodukten, die einmal entwickelt und für viele Kunden bereitgestellt werden können.

Solange rund 70 Kunden auf getrennten Datenbeständen arbeiten, bleibt auch das Analytics-Angebot in rund 70 Einzelstrecken aufgeteilt.
SaaS-ERP-Anbieter: Kapitel 01
02Herausforderung

Daten extrahieren, standardisieren und sicher trennen

Die erste Herausforderung lag in der Datenübernahme. Änderungen aus den ERP-Systemen mussten zuverlässig und mit geringer Verzögerung in die neue Plattform gelangen, obwohl die Legacy-Datenbank keine modernen Standardschnittstellen bereitstellte. Die Lösung musste zugleich die Belastung der produktiven Kundensysteme kontrollieren und unterschiedliche Betriebsumgebungen abbilden.

Die zweite Herausforderung war die Standardisierung. Ohne gemeinsame Datenmodelle blieb jede Auswertung ein individuelles Projekt. Für ein skalierbares SaaS-Angebot brauchte es wiederverwendbare Strukturen, die dieselbe fachliche Logik über viele Mandanten hinweg abbilden und dennoch kundenspezifische Anforderungen zulassen.

Hinzu kam die Mandantentrennung. Kundenbezogene Daten sollten auf einer gemeinsamen Plattform verarbeitet werden, während Zugriffe, Lineage und Datenprodukte klar getrennt bleiben. Gleichzeitig mussten aggregierte und standardisierte Sichten möglich sein, damit Analytics als zentral entwickeltes Produkt angeboten werden kann.

Die eigentliche Aufgabe umfasste deshalb das gesamte Fundament: zuverlässige Extraktion, wiederverwendbare Datenmodelle, klare Governance und ein Betriebsmodell für viele Mandanten.

Die Plattform musste dieselben Datenprodukte für viele Kunden ermöglichen und dabei jeden Mandanten technisch und fachlich sauber trennen.
SaaS-ERP-Anbieter: Kapitel 02
03Strategie

Vom ERP-Produkt zum datengetriebenen SaaS-Angebot

Vor der technischen Umsetzung entstand gemeinsam mit ruhrdot eine Datenstrategie, die sich direkt an der Produkt- und Geschäftsstrategie des Kunden orientierte. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus den Daten der bestehenden ERP-Installationen ein skalierbares Analytics- und Data-Product-Angebot entstehen kann.

Dafür wurden vier zentrale Prinzipien definiert:

Für die Extraktion fiel die Entscheidung auf CDC-Streaming mit Debezium und Confluent Cloud. Änderungen aus den ERP-Datenbanken werden kontinuierlich erfasst und an Databricks übertragen. Für die fachliche Standardisierung entstehen wiederverwendbare Datenmodelle im Star-Schema. Unity Catalog bildet den Rahmen für Mandantentrennung, Zugriffssteuerung und Lineage.

Enablement war von Beginn an Teil der Strategie. Das interne Data-Team wurde in Databricks, Data Engineering, Streaming-Architekturen und Plattformbetrieb eingebunden. Ziel war ein Team, das neue Mandanten, Quellen und Datenprodukte eigenständig auf die bestehende Architektur bringen kann.

Leitprinzip: Aus einer zentral entwickelten Datenplattform entstehen standardisierte Analytics-Produkte für viele ERP-Kunden.
SaaS-ERP-Anbieter: Kapitel 03
04Lösung

Multi-Tenant Lakehouse mit CDC und wiederverwendbaren Datenprodukten

In der ersten Projektphase baute ruhrdot gemeinsam mit dem Kunden das technische und organisatorische Fundament auf. Entstanden ist ein mandantenfähiges Lakehouse auf Databricks mit standardisierten CDC-Ingestion-Strecken für die rund 70 ERP-Instanzen.

Debezium erfasst Änderungen aus den Legacy-Datenbanken. Confluent Cloud transportiert die Events als Stream, Lakeflow Declarative Pipelines verarbeitet sie auf Databricks weiter und schreibt sie strukturiert in Delta-Tabellen. Innerhalb von rund 30 Sekunden stehen die Änderungen im harmonisierten Silver-Layer für weitere Verarbeitungsschritte bereit.

Unity Catalog steuert die Governance über die gesamte Plattform. Mandanten werden klar getrennt, Zugriffe granular vergeben und Datenflüsse über Lineage nachvollziehbar gemacht. Individuelle Kundensichten und übergreifend standardisierte Datenprodukte können damit auf derselben Plattform betrieben werden.

Auf dieser Grundlage entstehen wiederverwendbare Datenmodelle im Star-Schema. Fachliche Entitäten und Kennzahlen werden einmal definiert und anschließend für viele Mandanten genutzt. Die bestehende Qlik-Umgebung konsumiert diese Datenprodukte für interne und kundenbezogene Auswertungen.

Damit verändert sich auch das Produktmodell. Neue Analytics-Angebote können zentral entwickelt, standardisiert betrieben und über mehrere ERP-Kunden hinweg ausgerollt werden. Aus dem klassischen ERP-Geschäft entsteht schrittweise ein Data-Warehouse-as-a-Service-Angebot mit wiederverwendbaren Datenprodukten, kürzeren Ladezeiten und einer skalierbaren Governance-Struktur.

In der laufenden Ausbauphase übernimmt das interne Data-Team zunehmend die Verantwortung. Neue Mandanten, Datenquellen und Datenprodukte werden nach dem bestehenden Muster integriert. ruhrdot begleitet die Weiterentwicklung als Architektur- und Sparringspartner.

Aus rund 70 individuellen Datenstrecken entsteht ein mandantenfähiger Plattformservice für Reporting, Analytics und neue datenbasierte Produkte.
SaaS-ERP-Anbieter: Kapitel 04
Rund 70ERP-Instanzen auf einer Plattform
Rund 30 SekundenVom ERP bis zum Silver-Layer
Bis zu 85 %Kürzere Ladezeiten

Zielarchitektur

Multi-Tenant Lakehouse auf AWS mit CDC-Streaming.

Änderungen aus rund 70 Legacy-ERP-Datenbanken laufen per CDC in ein zentrales Lakehouse. Debezium erfasst die Changes, Confluent Cloud streamt sie, Databricks verarbeitet sie über klar geschnittene Schichten, Unity Catalog trägt die Governance, und standardisierte Datenprodukte fließen nach Qlik. Quellsysteme Databricks Intelligence Platform (Managed · AWS · Unity Catalog) Konsum & Workloads Deployment & Betrieb: Enablement · Handover · Sparring AWS-, Databricks- und Streaming-Best-Practices, übergeben an das interne Data-Team. Wrapped around everything.

Bausteine

  • ERP-Instanzen: rund 70 Kundeninstallationen auf Legacy-Datenbanktechnologie
  • Stammdaten: Artikel, Lieferanten, Kostenstellen aus der Beschaffung
  • Bewegungsdaten: Produktion, Warenwirtschaft, Logistik (z. B. Kalkulation, Inventur)
  • On-premise und Cloud gemischt, je nach Kundenumgebung
  • Governance: Unity Catalog · Mandantentrennung · Fine-grained Access · Lineage · Audit
  • Data Ingestion: Legacy-ERP → Debezium (CDC) → Confluent Cloud → Lakeflow Declarative Pipelines → Delta (Silver, ~30 s Latenz)
  • Single Source of Truth: Silver-Layer als reporting-ready Datenbasis für BI und Datenprodukte
  • Datenmodell: standardisierte Datenprodukte im Star-Schema, versioniert und mit Lineage
Platform Outcomes

Was sich durch die Plattform verändert hat

Kontinuierliche Datenübernahme aus der Legacy-Datenbank

Debezium erfasst Änderungen aus den ERP-Datenbanken, Confluent Cloud transportiert sie als Stream und Lakeflow Declarative Pipelines verarbeitet sie auf Databricks weiter. Innerhalb von rund 30 Sekunden stehen die Änderungen im harmonisierten Silver-Layer für Reporting und weitere Datenprodukte bereit.

Deutlich schnellere Datenbereitstellung

Die neue Plattform verkürzt Lade- und Aufbereitungszeiten über mehrere Anwendungsbereiche hinweg. Stammdaten aus der Beschaffung laden rund 83 Prozent schneller, Kalkulationsdaten rund 87 Prozent schneller. Auch die angebundenen Frontend-Anwendungen erreichen durchgängig deutlich kürzere Ladezeiten und stehen den Fachbereichen ohne spürbare Wartezeit zur Verfügung.

Standardisierte Datenprodukte für viele Mandanten

Wiederverwendbare Star-Schema-Modelle ersetzen kundenindividuelle Einzelauswertungen. Fachliche Entitäten und Kennzahlen werden zentral definiert, versioniert und über viele Mandanten hinweg genutzt. Neue Analytics-Angebote lassen sich dadurch deutlich schneller ausrollen.

Mandantenfähige Governance über Unity Catalog

Unity Catalog steuert Zugriffe, Mandantentrennung, Lineage und Auditierbarkeit zentral. Kundenbezogene Daten bleiben klar getrennt, während standardisierte und aggregierte Datenprodukte auf derselben Plattform betrieben werden können.

Skalierbares Onboarding neuer Kunden und Quellen

Neue ERP-Instanzen und Datenquellen folgen dem bestehenden CDC-, Modellierungs- und Governance-Muster. Das interne Data-Team kann weitere Mandanten anbinden, ohne für jede Kundeninstallation eine neue Datenarchitektur aufzubauen.

Analytics wird Teil des SaaS-Angebots

Die standardisierten Datenprodukte werden über Qlik für interne und externe Nutzer bereitgestellt. Damit entwickelt sich Analytics vom individuellen Reporting-Projekt zu einem wiederverwendbaren Produktbestandteil und bildet die Grundlage für ein Data-Warehouse-as-a-Service-Angebot.

Vorher / Nachher

Was sich konkret verändert hat

Vorher

Nachher

Datenextraktion

Manuelle Exporte, kein ETL-Anschluss an die Legacy-Datenbank
CDC-Streaming über Debezium, Confluent Cloud und Lakeflow Declarative Pipelines, reporting-ready im Silver-Layer in ~30 s

Mandantensicht

70 isolierte ERP-Datenbestände ohne übergreifende Sicht
Zentrales Lakehouse mit mandanten-isolierten und aggregierten Auswertungen

Datenmodelle

Kundenindividuelle Einzelauswertungen, kaum wiederverwendbar
Standardisierte Star-Schema-Datenprodukte, versioniert und mit Lineage

Ladezeiten

Stammdaten-Aufbereitung mehrere Minuten, langsame Frontend-Apps
Stammdaten in gut einer Minute, alle Frontend-Apps unter 30 Sekunden

Governance

Keine zentrale Steuerung von Zugriff, Trennung und Lineage
Unity Catalog steuert Zugriff, Mandantentrennung, Lineage und Audit zentral

Geschäftsmodell

Klassisches ERP-SaaS ohne standardisiertes Analytics-Angebot
Analytik als Produktbestandteil, Basis für Data-Warehouse-as-a-Service

Nächste Schritte

Vom Lakehouse-Fundament zum skalierbaren Analytics-Angebot

Die erste Phase hat die technische und organisatorische Grundlage geschaffen: mandantenfähiges Lakehouse, CDC-Ingestion, Governance und erste standardisierte Datenprodukte. In der laufenden Ausbauphase übernimmt das interne Data-Team zunehmend Betrieb und Weiterentwicklung, ruhrdot begleitet als strategischer Sparringspartner.

1

Datenbasis vervollständigen und absichern

Weitere Bewegungsdaten werden schrittweise übernommen, validiert und mit den Quellsystemen abgeglichen. Ziel ist ein vollständiger, reproduzierbarer Datenbestand als verlässliche Grundlage für Reporting und neue Datenprodukte.

2

Datenprodukte und Mandanten skalieren

Zusätzliche Star-Schema-Modelle entstehen für weitere Fachbereiche und Anwendungsfälle. Neue ERP-Instanzen und Datenquellen werden nach dem bestehenden Muster für Ingestion, Modellierung, Governance und Bereitstellung angebunden.

3

Analytics als SaaS-Produkt ausbauen

Die standardisierten Datenprodukte werden zu einem skalierbaren Analytics-Angebot für die ERP-Kunden weiterentwickelt. Daraus entsteht schrittweise ein Data-Warehouse-as-a-Service-Modell, auf dem später auch Prognosen, Benchmarking und weitere ML-Use-Cases aufbauen können.

Wie wird aus einer gewachsenen Datenlandschaft eine skalierbare Plattform?

Viele Unternehmen arbeiten mit verteilten Quellsystemen, individuellen Integrationswegen und Datenmodellen, die über Jahre gewachsen sind. Mit jedem neuen System, Kunden oder Geschäftsbereich steigen Aufwand, Abstimmung und Wartung. Für Reporting, Analytics und neue datenbasierte Angebote braucht es deshalb eine gemeinsame Plattform, die sich zuverlässig erweitern lässt. Wir prüfen mit euch, welche Datenstrecken zuerst standardisiert werden sollten, wie Governance und Zugriffsmodelle tragfähig aufgebaut werden und welche ersten Datenprodukte den größten operativen oder geschäftlichen Nutzen liefern.

Alexander Rabe
Alexander Rabe
Co-Founder · Head of Data & AI

FAQ

Häufig gestellte Fragen