Der erste produktive Workload bündelt Kampagnen- und Abonnement-Analytics und dient zugleich als Blaupause für die zentrale Datenstrategie der Verlagsgruppe. Gemeinsam mit ruhrdot wurde der Use Case so geschnitten, dass er einen konkreten fachlichen Mehrwert liefert und gleichzeitig die Grundprinzipien der künftigen Plattform beweist: gemeinsame Master-Keys, einheitliche Datenmodelle, klare Ownership, nachvollziehbare Qualitätssicherung und wiederverwendbare BI-Strukturen.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von drei zuvor getrennten Quellsystemen auf einem gemeinsamen Master-Key für den Abonnentenbestand. Kampagnenausgaben, Conversions und Abo-Lebenszyklus laufen dadurch auf einer konsolidierten Grundlage zusammen. Aus einzelnen Reports entsteht ein durchgängiges Analysemodell, das Kampagnenkontakt, Vertragsabschluss und Entwicklung des Abonnements als zusammenhängende Kette abbildet.
Die Ingestion ist metadatengetrieben aufgebaut. JDBC-Quellen wie SQL Server und Sybase ASE, REST-APIs und Datei-Feeds werden über Lakeflow Declarative Pipelines eingebunden. Neue Tabellen werden über eine zentrale Konfiguration registriert; die Pipeline-Definition bleibt für alle Quellen gleich. Datenqualitäts-Erwartungen laufen deklarativ inline mit, Outputs werden gegen die Systeme validiert, die sie ersetzen.
Der gemeinsame Master-Key wird in Silver konsolidiert und in Gold als bereinigte Dimension bereitgestellt. Damit entsteht ein wiederverwendbarer Kern für weitere Datenprodukte rund um Abonnenten, Kampagnen, Vertriebskanäle und Erlöse. Diese Modellierung ist Teil der zentralen Datenstrategie: fachliche Entitäten werden einmal sauber definiert und anschließend über mehrere Workloads hinweg nutzbar gemacht.
Die BI-Schicht ist als gemeinsame Ressource für alle Workloads angelegt. Konformierte Dimensionen und ein zentraler Power-BI-Layer werden über Bereichsgrenzen hinweg wiederverwendet. Jeder neue Workload ergänzt die bestehende Modellschicht um bereichsspezifische Fakten und übernimmt zentrale Definitionen, statt eigene Kennzahlenlogiken aufzubauen.
ruhrdot begleitete den Aufbau als Consulting- und Umsetzungspartner: von der fachlichen Strukturierung des Use Cases über Architekturentscheidungen und Datenmodellierung bis zur technischen Umsetzung in Databricks. Dabei wurde der erste Workload bewusst als produktionsnaher Referenzpfad aufgebaut. Die Verlagsgruppe erhält damit keine Einzellösung für Kampagnen-Reporting, sondern einen belastbaren Einstieg in eine konzernweite Data Strategy.
Für den ersten Workload wurde die Ablösung parallel zum Bestand gefahren: alte und neue Reports liefen für einen definierten Zeitraum synchron, jede Kennzahl wurde datenset-genau verglichen. Erst als die Übereinstimmung über alle 26 Datensets belastbar war, wurde die Legacy-Strecke abgeschaltet.